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Renk-Chef Alexander Sagel fodert mehr Tempo in der Rüstungspolitik ein.  

Renk

„Die Lage erfordert mehr Tempo“: Renk-Chef sieht Versäumnisse in der Rüstungs-Politik

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    Renk-Vorstandschef Alexander Sagel sieht das Unternehmen gut aufgestellt, kann es doch immer mehr Getriebe für Panzer liefern.
    Renk-Vorstandschef Alexander Sagel sieht das Unternehmen gut aufgestellt, kann es doch immer mehr Getriebe für Panzer liefern. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Alexander Sagel wird an einer Stelle grundsätzlich. Der Chef des Panzergetriebeherstellers Renk nutzt die Hauptversammlung des Unternehmens am Mittwoch in Augsburg, um sich mit der Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Deutschland und in der EU zu beschäftigen. Der Manager erkennt zwar an, dass „Europa endlich wieder mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit wagt“.  Für ihn weisen grundlegende Reformen in Deutschland und ein deutlich erhöhtes Verteidigungsbudget in ganz Europa in die richtige Richtung. Nun folgt das „aber“ des Renk-Chefs: „Das Tempo bleibt noch immer hinter dem zurück, was die Lage eigentlich erfordert.“ Jetzt sei der Moment gekommen, in dem alle Beteiligten – Politik, Industrie und Gesellschaft – noch einmal zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssten. 

    Sagels Appell, Europa solle seine Zusammenarbeit im Verteidigungssektor intensivieren, scheint wie ähnliche Forderungen anderer deutscher Rüstungs-Manager weitgehend ungehört zu bleiben, wie sich am Scheitern des französisch-deutschen Projekts zeigt, ein gemeinsames Kampfflugzeug im Rahmen des Luftverteidigungs-Programms FCAS zu bauen. Das Vorhaben kommt nicht zustande, weil die Franzosen, allen voran der Kampfflugzeugbauer Dassault, viel zu fordernd aufgetreten sind. 

    Renk macht gute Geschäfte in den USA

    Doch Renk fertigt Getriebe für militärische Ketten- wie Radfahrzeuge und Getriebe für Marineschiffe. Das Unternehmen ist erfolgreich in den USA unterwegs und baut das Geschäft mit Fertigungen vor Ort weiter aus, wie Sagel ankündigte. Auf dem digitalen Aktionärstreffen nannte der Renk-Chef interessante Zahlen, die das Ausmaß des US-Geschäfts offenlegen: So hat das Unternehmen 8000 Getriebe für den Bradley, den amerikanischen Schützenpanzer, geliefert. Allein Renk America fuhr im vergangenen Jahr einen Rekordauftragseingang von über 500 Millionen Dollar ein. Das Order-Buch füllt sich für das Unternehmen weiter in den USA. Nur ein Beispiel: Zum Jahresauftakt vermeldete Renk, den Zuschlag für einen Auftrag der U.S. Army mit einem Gesamtwert von bis zu 75,5 Millionen Dollar ergattert zu haben. Sagel spricht von einem „über Jahrzehnte geprägten Vertrauen der U.S. Army und ihrer Verbündeten in unsere Technologie“. 

    Bilanz von Renk kann sich sehen lassen

    Dabei kann sich insgesamt die Bilanz des Antriebstechnologie-Anbieters für das vergangene Jahr sehen lassen, wurden doch mehrere Bestwerte eingefahren: So stand am Ende ein Rekordumsatz von 1,37 Milliarden Euro, was einer Steigerung um knapp 20 Prozent gleichkommt. Der Auftragseingang lag bei 1,57 Milliarden Euro. Das ist ein Allzeithoch. Und das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) notierte bei 230 Millionen Euro und landete damit erneut am oberen Ende der Prognose des Renk-Managements. Was für die Firma ein Erfolg ist: Die entsprechende EBIT-, also Gewinnmarge, verbesserte sich auf satte 16,9 Prozent. 

    Die Aktionärinnen und Aktionäre profitieren von der positiven Entwicklung: Sie erhalten für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie, was einer Steigerung von 38 Prozent entspricht. Nach Spitzenwerten von rund 90 Euro pendelt sich die Renk-Aktie gerade bei rund 51 Euro ein. An die Stelle euphorischer Bewertungen von Rüstungsaktien sind vielfach in diesem Jahr realistischere Betrachtungen getreten. Die Renk-Anteilseigner interessiert besonders, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Entsprechende Prognosen werden bei Hauptversammlungen mit Spannung erwartet.

    Sagel kündigte an, dass er ein Umsatzwachstum auf über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ebit zwischen 255 und 285 Millionen Euro erwartet. Renk hat sich langfristig größere Sprünge vorgenommen: So soll der Umsatz bis zum Jahr 2030 aus der Entwicklung des eigenen Geschäftes heraus auf etwa 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro steigen. Letztlich peilt das Unternehmen eine Gewinnmarge von über 20 Prozent an. Dabei kündigte Renk an, zusätzlich um bis zu eine Milliarde Euro durch Zukäufe im Verteidigungsgeschäft wachsen zu wollen. Die rund 4400 Beschäftigten, wobei etwa die Hälfte in Augsburg tätig ist, sind gefordert. Sagel nennt die Mitarbeitenden „Renkies“. Bislang war von Renklerinnen und Renklern die Rede. Renkies ist der einprägsamere Begriff. 

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