Acht Familiengenerationen, über 200 Mitarbeitende und eine 200-jährige Firmengeschichte. Das Familienunternehmen Schöffel hat Tradition. Doch auch die Outdoor-Branche kämpft mit der aktuellen Wirtschaftslage. Ex-Chef Peter Schöffel sprach zuletzt von „herausfordernden Zeiten“. Deswegen stellt sich das Unternehmen mit Sitz in Schwabmünchen im Kreis Ausgburg seit einigen Jahren mit den Sparten „Schöffel Sport“, „Pro“ und „Tec“ neu auf. Während unter „Schöffel Sport“ die bewährte Outdoor- und Skibekleidung vermarktet wird, vertreiben „Schöffel Pro“ und „Tec“ Arbeits- beziehungsweise Behördenbekleidung. Auch die Bundeswehr zählt neuerdings zu den Großkunden von Schöffel.
Seit Russlands Angriff auf die Ukraine steigt das Budget der Bundeswehr. Der diesjährige Haushalt sieht fast 20 Milliarden Euro mehr für die Armee vor als noch im Jahr 2020. Von der neuen Kaufkraft der Streitkräfte profitieren nicht nur Rheinmetall und Co. Auch Unternehmen wie Schöffel kommt diese zugute. Neuerdings produziert Schöffel Tec Bekleidung für die Marine und das Heer. Dabei handelt es sich um ein Combatshirt und eine Militärhose. „Wir können auf langjährige Erfahrung zurückgreifen“, sagt Nicole Prell, Leiterin von Schöffel Tec.
Schöffels Einstieg in das Behördengeschäft
Denn obwohl Schöffel Tec in der jetzigen Form erst seit 2022 besteht, produziert die Schöffel-Gruppe schon seit über 20 Jahren Behördenbekleidung. Anfangs belieferte das Unternehmen vor allem kleinere Polizeibehörden. Seit nun drei Jahren wird der Absatzmarkt stärker fokussiert. Bei der Produktion der Militärbekleidung kann Schöffel deshalb auf langjährige Expertise zurückgreifen, sagt Prell. „Unsere Produkte stehen für guten Tragekomfort und hohe Bewegungsfreiheit. Das möchten wir auch in der Militärbekleidung umsetzen.“ Besonders in den Bereichen Nässe- und Kälteschutz könne sich Schöffel gegen die Konkurrenz durchsetzen.
Das ist wichtig, um bei den Ausschreibungsverfahren der Bundeswehr und der Polizei gegenüber Mitbewerbern hervorzustechen. Denn Behörden wie die Bundeswehr wenden sich nicht mit Aufträgen direkt an einzelne Betriebe, sondern schreiben diese öffentlich aus. Unternehmen können sich dann auf die Ausschreibungen bewerben, die bereits sehr genaue Leistungsanforderungen enthalten. „Da steht drin, welche Eigenschaften die Stoffe haben müssen und wie das Produkt aufgebaut sein soll“, sagt Prell. „Die wissen genau, was sie wollen.“ Es liege dann an dem Unternehmen, die Anforderungen umzusetzen.
Combatshirts und Militärhosen aus Schwabmünchen
Anfang des Jahres bekam Schöffel den Zuschlag für ein Kampfshirt der Marine. Kürzlich folgte ein weiterer Zuschlag der Bundeswehr für eine Funktionshose für das Heer. Dabei handele es sich um größere Volumina, die über mehrere Jahre ausgeliefert werden, erklärt Prell. Die genaue Menge darf sie nicht verraten. Entwickelt werden die Produkte in Schwabmünchen, die Produktion erfolgt in Übersee und wird streng überwacht. Die Auslieferung der Combatshirts startet Ende Dezember, die Hosen sollen im kommenden Jahr folgen.
Schöffel Tec hat sich bereits auf drei weitere Ausschreibungen beworben. „Es gibt immer mehr Konkurrenz auf dem Markt“, erklärt Prell. Doch sie ist zuversichtlich, dass Schöffel sich durchsetzen und auch hier die Zuschläge bekommen wird. „Wir befinden uns auf dem Wachstumslevel und bewerben uns weiterhin auf sämtliche für uns geeignete behördliche Ausschreibungen“, sagt sie. Dabei sei es egal, ob Bundeswehr, Polizei oder Ordnungsamt.
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