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Trump setzt US-Notenbank-Chef Powell massiv unter Druck.

Kommentar

Trump will einen Vasallen-Staat schaffen

Stefan Stahl
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    Trump duldet keinen Widerspruch.
    Trump duldet keinen Widerspruch. Foto: Alex Brandon/AP/dpa

    Trump kann es nicht leiden, wenn Menschen sich seinen Wünschen widersetzen. Dann demütigt er sie – gerne in der Öffentlichkeit, wie auf abstoßende Weise den ukrainischen Präsidenten Selenskyj. So verhalten sich Diktatoren, nicht demokratisch gewählte Präsidenten. Das scheint dem Amerikaner egal zu sein. Er macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Als Mensch ohne Umgangsformen rüttelt Trump wiederum an der Unabhängigkeit der US-Notenbank und verletzt ein Tabu. Dabei wird deutlich: Tabu-Bruch ist Trumps Grundprinzip politischen Handelns. Es macht ihm Spaß, wie gute Schläge beim Golf. Dass er den amerikanischen Notenbank-Chef Powell bedroht und dessen Rauswurf in Aussicht stellt, ist mehr als ein Tabu-Bruch: Der US-Präsident demonstriert, wie egal ihm Regeln sind.

    Trump passt es nicht, dass Powell sich weigert, die Zinsen schnell zu senken. Der US-Präsident hofft, dass die US-Wirtschaft dank niedriger Zinsen und damit günstiger Kredite angekurbelt wird. Die Währungshüter sollen heilen, was er mit seiner chaotischen Zoll-Politik kaputtgemacht hat. Das Ansinnen ist schamlos. Trump will Powell zum Vasallen, also Knecht degradieren, ja die USA in einen Vasallen-Staat verwandeln.

    Das dürfen sich die Amerikaner nicht gefallen lassen

    Das dürfen sich die Amerikaner nicht gefallen lassen. Der Konflikt um die Unabhängigkeit der Notenbank Fed wird zur Nagelprobe für die Demokratie. Zum Glück ist es für Trump schwer, Powell wie einen Hund vom Hof zu jagen, weil er nicht sein Knecht sein will. Er muss es wohl bis nächstes Jahr erdulden, dass der Mann ihm die Gefolgschaft verweigert. Dann, wenn die Amtsperiode des Notenbank-Lenkers endet, kann er ihn durch einen Knecht nach seinem Geschmack ersetzen. Doch das Amt prägt die Person. Der von Trump auserkorene Powell-Nachfolger könnte die Vasallen-Treue irgendwann auch aufkündigen. Diese Hoffnung bleibt.

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