Mittelständische Brauereien sind ein Stück Kultur. Sie prägen Regionen unserer Heimat mit. Insofern können sie als systemrelevant gelten. Doch die Unternehmen sehen sich derzeit von zwei Seiten einer negativen Entwicklung ausgesetzt: Einerseits sind die Kosten, vor allem für Energie, gestiegen. Andererseits trinken Verbraucherinnen und Verbraucher im Durchschnitt immer weniger alkoholhaltiges Bier. Dass sie zunehmend auf alkoholfreien Gerstensaft umsteigen, löst das Problem der Brauer nur zum Teil, weil sich so die Umsatzrückgänge insgesamt nicht ausgleichen lassen.
Eine solidarische Doppelstrategie ist gefragt
So besteht die Gefahr, dass in diesem Jahr weitere Brauereien in Schieflage geraten. Mit jedem Betrieb, der verschwindet, wird Deutschland ein Stück ärmer. Wenn nur noch internationale Bier-Multis den Markt beherrschen würden, verschwinden Vielfalt und regionale Raffinesse. So ist jetzt eine solidarische Doppel-Strategie gefragt: Verbraucher sollten im Zweifel zum regionalen Kasten greifen, auch wenn er einige Euro mehr kostet. Und mittelständische Brauer sind sicher gut beraten, untereinander noch enger zusammen zu arbeiten, um so ihre Kostenbasis gegenüber den Gerstensaft-Multis zu verbessern. Die Taktik kann zum Erhalt vieler Brauereien beitragen.
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