Mit der weltweit ersten Lungen-OP an einem Fötus im Mutterleib haben spanische Ärzte nach eigenen Angaben dem Baby das Leben gerettet.
OP im Mutterleib bereits Ende 2010
Wie die Mediziner von zwei Kliniken in Barcelona am Dienstag mitteilten, erfolgte der Eingriff bereits Ende 2010. Demnach litt das Baby an einer Anomalie der rechten Bronchien, die verstopft waren. Daher habe sich die Lunge wie ein Tumor entwickelt, erläuterten die Ärzte.
Operation im Mutterleib mithilfe eines winzigen Endoskops
Bei der Operation sei ein winziges Endoskop durch den Mund des damals 26 Wochen alten Fötus eingeführt worden, um die rechten Bronchien zu durchstechen und wieder mit den zentralen Atemwegen zu verbinden. "Ohne die Operation wäre das Mädchen tot zur Welt gekommen", berichtete der Mediziner Julio Moreno.
"Extrem riskant": Operation nahe am Herzen
Der Eingriff sei "extrem riskant" gewesen, weil er nahe am Herzen erfolgte und das Gewebe so dünn wie Zigarettenpapier gewesen sei, sagte der Leiter der Entbindungsstation des Krankenhauses Clinic, Eduard Gratacos. Das Baby wurde elf Wochen nach der OP mit einem Gewicht von 2,5 Kilogramm geboren.
Alaitz heute "völlig normal"
Das heute 16 Monate alte Mädchen sei "völlig normal", sagte seine Mutter, die 33-jährige Monica Corominas. Der Eingriff sei die einzige Option gewesen, andernfalls hätte das Kind abgetrieben werden müssen:"Die Operation war der einzige Ausweg gewesen", erinnerte sich die Mutter. "Wir mussten entweder das Risiko eingehen oder einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen." Die Kleine heißt Alaitz, was auf Baskisch "Freude" bedeutet. (afp, dpa, AZ)