Startseite
Icon Pfeil nach unten
Aichach
Icon Pfeil nach unten

Mordprozess: Elfjähriger Sohn im Zeugenstand

Mordprozess

Elfjähriger Sohn im Zeugenstand

  • |
  • |
  • |
    In diesem Mehrfamilienhaus in Aichach soll der Angeklagte im März 2011 seine Ehefrau getötet haben.
    In diesem Mehrfamilienhaus in Aichach soll der Angeklagte im März 2011 seine Ehefrau getötet haben. Foto: Erich Echter

    Aichach/Augsburg Der Mordprozess vor dem Landgericht Augsburg zieht sich weiter in die Länge. Richter Christoph Wiesner setzte am gestrigen elften Verhandlungstag drei weitere Termine im Februar und im März an. Nachdem zuletzt bereits die 15-jährige Tochter des Angeklagten vor Gericht geladen worden war, war jetzt elfjährige Sohn an der Reihe. Wie seine Schwester verweigerte auch er die Aussage.

    Das Mädchen un der der Junge sind die jüngeren Kinder des Angeklagten und seiner toten Ehefrau. Sie waren während der Tat in der früheren gemeinsamen Wohnung der Eltern gewesen. Wie seine Schwester suchte auch der elfjährige Sohn vor Gericht die Nähe zu seinem Vater. Vor zwei Wochen hatte die 15-Jährige den Richter gebeten, ihren Vater umarmen zu dürfen. Das Gericht stimmte zu. Der Sohn tat es ihr nun laut Verteidiger Felix Dimpfl gleich. Das älteste Kind, die 19-jährige Tochter, stand schon im November im Zeugenstand und hatte die Aussage verweigert.

    Seit November muss sich der Angeklagte vor der Schwurgerichtskammer das Landesgerichts Augsburg wegen des Mordes an seiner Ehefrau verantworten.  Mit 79 Messerstichen soll der Mann laut Anklage die 44-Jährige im März in einem Aichacher Mehrfamilienhaus getötet haben.  Die Frau hatte sich erst acht Tage vor ihrem Tod von ihrem Ehepartner getrennt und war zu ihrem neuen Lebensgefährten gezogen. Dieser nahm sie auf, obwohl  die beiden sich erst wenige Wochen zuvor im Internet kennengelernt hatten.

    Außerdem sagte ein weiterer Hausnachbar aus, der am Tattag zwei Mal den Notruf gewählt hatte, um Hilfe zu holen. Die Verteidigung hatte gehofft, dass er Genaueres zu den Geschehnissen vor den tödlichen Messerstichen sagen könnte. Anders als die Staatsanwaltschaft  geht die Verteidigung davon aus, dass es vor der Tat einen Streit zwischen dem Ehepaar gab. Damit möchte Anwalt Felix Dimpfl belege, dass es sich um Totschlag und nicht um Mord handelt.

    Doch der Hausnachbar konnte Dimpfl zufolge nichts Wesentliches zur Aufklärung beitragen. Der Zeuge sagte aus, dass er den elfjährigen Sohn des Ehepaars hatte schreien hören und daraufhin den Notruf gewählt habe. Zuvor sei es im Haus still gewesen.

    Der Prozess wird am Freitag, 3. Februar, fortgesetzt. Als weitere Verhandlungstermine sind der 17. Februar und der 1. März geplant.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden