Wie geht es weiter bei Manroland ? Die Beschäftigten des Augsburger Druckmaschinenherstellers bangen noch immer. Bei der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Dienstagabend sind nach Informationen unserer Zeitung keine konkreten Entscheidungen gefallen. Alle Seiten halten sich bedeckt. In der kommenden Woche wird das Gremium erneut tagen.
Wie berichtet, hatte sich bei Manroland die Lage zuletzt zugespitzt. Nachdem Anfang des Jahres alles auf eine Erholung hingedeutet hatte, halten sich die Auftraggeber wegen der Finanzkrise mit neuen Bestellungen zurück. Die Flaute setzt der Branche zu. Unternehmenssprecher Thomas Hauser spricht von einer „herausfordernden Marktsituation“. Arbeitnehmervertreter fordern jetzt eine schnelle Lösung. Manroland steht offensichtlich vor Wochen der Entscheidung.
Dabei könnte auch ein neuer Investor eine Rolle spielen. Derzeit gehört Manroland zu rund 75 Prozent Allianz Capital Partners (ACP), zu 25 Prozent MAN. Gestern Abend machte eine Meldung des Handelsblatts die Runde, wonach ein großer europäischer Maschinenbaukonzern Manroland komplett übernehmen wolle. Unternehmenssprecher Hauser wollte sich dazu nicht äußern.
Kein Kommentar zu Gerüchten
Zuletzt hatte es geheißen, Manroland sei wegen der allgemeinen Auftragsflaute in Bedrängnis geraten. Auch dieses Gerücht kommentiert Hauser nicht. Fest steht: Das Unternehmen hat die Kurzarbeit an allen drei Standorten ausgeweitet.
Derzeit beschäftigt der Druckmaschinenhersteller in Augsburg etwa 2400 Mitarbeiter, bis Ende 2012 werden es noch gut 2000 sein. In Offenbach sind im Moment 1900 Mitarbeiter tätig, später sollen es nur noch 1600 sein. Plauen ist mit 700 Beschäftigten der kleinste Standort von Manroland.