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20. Februar 2012 16:24 Uhr

Kommentar

Es muss nicht immer Pilot sein

Dass bereits anständig bezahlte Vorfeldmitarbeiter bis zu 70 Prozent mehr Lohn fordern, entzieht sich jeder Logik.

Vorfeldarbeiter – das klingt nach einem Beruf aus längst vergangenen Tagen, als es keine Traktoren gab und Menschen lange auf Feldern schufteten. Vorfeldarbeiter – das riecht nach Erde, Schweiß, Kartoffelsuppe und Malzkaffee.

Vorfeldarbeiter – das legt harte und schlecht bezahlte Arbeit nahe, wobei – rein sprachlich – noch die Frage offenbleibt, wie das „Vor“ vor das Feld gerutscht ist. Gab es einst auf dem Feld auch Vorarbeiter? Waren sie etwas besser bezahlt? Auf alle Fälle haben Landarbeiter früherer Tage umgerechnet auf heutige Verhältnisse nur einen Bruchteil des Lohns bezogen, den moderne Vorfeldarbeiter erhalten. Denn deren Acker ist das Flugfeld.

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Wenn Maschinen am Boden bewegt werden, kommt dieses Personal als eine Art Hightech-Parkplatzeinweiser zum Einsatz. Die Mitarbeiter sitzen in einem Tower, lotsen Flieger mit bunten Kellen oder führen die Ungetüme in schwarz-gelben Autos zur passenden Parklücke – ein verantwortungsvoller Job, auch am Boden sind Katastrophen möglich.

Doch warum bereits anständig bezahlte Vorfeldmitarbeiter, die nur eine Ausbildung von ein bis zwei Jahren absolviert haben, bis zu 70 Prozent mehr Lohn bekommen sollen, entzieht sich jeder Logik. Das hat allenfalls etwas mit der Macht einer kleinen, gut organisierten und streikbereiten Gruppe von Spezialisten zu tun, die versucht, einen Arbeitgeber zu erpressen.

Wenn Kinder sagen, sie würden gerne Pilot oder Stewardess werden, sollten verantwortungsvolle Eltern sie auch auf die weniger bekannte, aber lukrative Alternative des Vorfeldarbeiters hinweisen.

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