Ettringen Sie beginnen mit dem größten Fest: Den ersten Gottesdienst in Ettringen feiern die Russisch-Orthodoxen an ihrem Osterfest. Das findet heuer eine Woche nach dem westlichen statt, also am Sonntag, 15. April. In einem Abendgottesdienst, der um 17 Uhr beginnt, werden die Osterspeisen geweiht: der Quarkkuchen Paskha, das Osterbrot Kulitschi und die Eier.
Zum 1. April hat die russisch-orthodoxe die Kirche neben dem Friedhof von der evangelischen Kirchengemeinde übernommen (wir berichteten). Jetzt soll hier möglichst schnell wieder Glauben gelebt werden. Vor genau einem Jahr feierten die russisch-orthodoxen Christen in Augsburg zu Ostern ebenfalls den ersten Gottesdienst in ihrer neuerworbenen Kirche, erzählt der Münchner Erzpriester Nikolai Artemoff. Er wird zusammen mit dem Priester Alexander Roloff aus Augsburg und einem Erzdiakon aus Landsberg die Ettringer Kirche betreuen.
Wie viele Menschen dorthin kommen werden, kann Artemoff noch nicht sagen: „Diese Region konnte sehr lange nicht betreut werden.“ Es sei zwar die Rede von mehr als Zehntausend russischsprachigen Menschen in der Region zwischen Schwabmünchen, Kaufbeuren und Memmingen, „wie viele sich jedoch zur Orthodoxie bekennen und auch bereit sind, eine Aktivität zu entfalten, wird sich dann zeigen, wenn die Gemeindetätigkeit beginnt“.
An einen Umbau der Kirche denkt der Erzpriester jetzt noch nicht. Erst einmal müsse das 50 Jahre alte Dach des Glockenturms saniert werden. Dabei könnte dann auch das typische achtendige orthodoxe Kreuz auf den Turm gesetzt werden. Auch innen wird sich zunächst wenig ändern. Dort werden Ikonen aufgestellt, sagt Artemoff. Mit der Zeit wäre aber auch der Aufbau einer Ikonostase – einer großen Ikonenwand mit drei Türen, wie sie in orthodoxen Gotteshäusern üblich ist – möglich. (manu)