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Buch: Umstrittener Selfmade-Millionär - das Phänomen Maschmeyer

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Umstrittener Selfmade-Millionär - das Phänomen Maschmeyer

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    Carsten Maschmeyer beschreibt in seinem Buch "Selfmade.- erfolg reich leben", wie er zum Millionär wurde.
    Carsten Maschmeyer beschreibt in seinem Buch "Selfmade.- erfolg reich leben", wie er zum Millionär wurde. Foto: dpa

    Carsten Maschmeyer hat erreicht, wovon mancher träumt: Er ist reich, mit vielen Spitzenpolitikern und Firmenbossen per Du und mit einer berühmten Schauspielerin verlobt. Über seinen Weg nach oben hat er jetzt ein Buch geschrieben: "Selfmade. erfolg reich leben". Ein Buch, das die Menschen spaltet. Genauso wie die Person Carsten Maschmeyer.

    Carsten Maschmeyer: Genialer Geschäftsmann oder Finanzhai?

    Für die einen ist der AWD-Gründer ein genialer Geschäftsmann, der es vom kleinen Berater zum Multimillionär geschafft hat. Für die anderen ist er ein Finanzhai, der sich auf Kosten kleiner Leute bereichert hat. Der Finanzdienstleister aus Hannover musste sich immer wieder gegen Vorwürfe wie Falschberatung von Anlegern und zu hohe Provisionen verteidigen. Viele Kunden, die sich nicht richtig über Risiken aufgeklärt fühlten, klagten.

    Wer Brisantes in Maschmeyers Buch erwartet, wird jedoch enttäuscht. Auf rund 380 Seiten gibt der einstige AWD-Chef Karriere- und Finanztipps, wie sie auch in anderen Ratgebern zu finden sind: Wie man Kontakte aufbaut, erfolgreicher kommuniziert, seine Arbeitszeit effektiv nutzt, Geld gut anlegt und ein Unternehmen gründet. "Ohne Leistung geht gar nichts", sagt Maschmeyer der Nachrichtenagentur dpa. Doch wer es an die Spitze schaffen wolle, brauche Netzwerke und die richtigen Kontakte.

    Autor erzählt, wie er seine Verlobte Veronica Ferres kennen lernte

    Angereichert wird das Ganze mit privaten Anekdoten. So erfährt der Leser, dass Maschmeyer schon als Kind eine Firma gründen wollte und dass er in der Schule oft gehänselt wurde. Der Autor schildert, wie er die Schauspielerin Veronica Ferres kennenlernte und sich mit dem damaligen niedersächsischen CDU-Chef Christian Wulff anfreundete. Dazwischen streut er immer wieder ein, was er sich von Prominenten wie dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton, dem TV-Entertainer Thomas Gottschalk oder Boxchampion Wladimir Klitschko abschaute.

    Leser: "Das ist kein Ratgeber, sondern eine Selbstdarstellung"

    Die Reaktionen auf das Buch sind heftig - und reichen von herber Kritik bis überschwänglichem Lob. Beim Online-Händler Amazon verrissen Kunden es als Plattitüden-Sammlung, der ein roter Faden fehle. "Das Buch ist kein Ratgeber, sondern eine Selbstdarstellung", urteilt etwa ein Leser. Andere fanden es dagegen interessant, lebensnah und motivierend.

    Maschmeyer polarisiert. Doch wieso ist das so? Nach Ansicht des Frankfurter Soziologen Sighard Neckel steht er für eine neue Klasse der Vermögenden. "Diese zelebriert die Kultur des schnellen finanziellen Erfolges und des Vergleichs, wer mehr hat." Der Großteil der Superreichen in Deutschland bleibe lieber im Hintergrund, sagt der Wiener Vermögenspsychologe Thomas Druyen. Doch manche würden mit ihrem öffentlichen Gehabe zu einer Karikatur der Oberschicht werden, die wenig sympathisch wirke, hat Druyen generell beobachtet.

    Maschmeyer: Beschwerden nicht immer ernst genug genommen

    Vielen Bürgern stößt der zur Schau gestellte Reichtum vor allem beim Blick auf ihr eigenes Konto sauer auf. Denn die Kluft zwischen Arm und Reich ist in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland größer geworden, ein sozialer Aufstieg wie ihn Maschmeyer hingelegt hat seltener. "Die Bevölkerung ist deshalb skeptischer geworden, ob dieser Weg mit lauteren Mitteln zustande gekommen ist", beschreibt Neckel die allgemeine Stimmung.

    Eine Antwort darauf gibt Maschmeyer in seinem Buch nicht. Nur kurz geht er auf die Anschuldigungen gegen sein einstiges Unternehmen ein. "Ich habe Beschwerden unzufriedener Klienten nicht immer ausreichend ernst genommen, was ich heute bereue", schreibt er. Kunden, die er persönlich beraten habe, hätten sich nie beklagt. Als AWD-Chef sei er davon ausgegangen, dass seine 6000 Mitarbeiter den Beschwerden der von ihnen betreuten Anleger selbst nachgehen würden.

    "Ich mache mit Freunden keine Geschäfte"

    Auch sein umstrittenes Verhältnis zu Ex-Bundespräsident Christian Wulff erwähnt er nur am Rande. "Freunde sind Freunde und privat bleibt privat", sagt Maschmeyer der dpa. "Ich mache mit Freunden keine Geschäfte."

    Gegen Geschäfte, die im Zusammenhang mit diesen stehen, hat er anscheinend nichts einzuwenden. So spendierte er im Jahr 2007 fast 43.000 Euro für Anzeigen, die Wulffs gerade erschienenen Gesprächsband bewerben sollten - angeblich ohne dass der Politiker davon wusste. dpa/AZ

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