Neue Wirbel im Fall Strauss-Kahn : Dessen angebliches Opfer, Nafissatou Diallo, soll angeblich Geld für eine Schließung der Akte gefordert haben. Doch die Klage gegen den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds könnte ohnehin fallengelassen werden.
Das Zimmermädchen hatte Strauss-Kahn vorgeworfen, er habe Mitte Mai in seinem Hotelzimmer versucht, sie zu vergewaltigen, und habe sie zum Oralsex gezwungen. Nachdem Anfang Juli massive Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit aufgekommen waren, kam der 62-jährige Franzose unter Auflagen frei. Die Anklage gegen ihn bleibt jedoch vorerst weiter bestehen. Strauss-Kahns nächster Gerichtstermin soll am 23. August stattfinden. Es gibt Spekulationen, wonach die Staatsanwaltschaft die Klage dann fallenlassen könnte
US-Medien berichten, Staatsanwalt Cyurs Vance prüft, ob der Anwalt der jungen Frau den Vertretern Strauss-Kahns Geld ein Angebot gemacht hat: Gegen einen Geldbetrag würde seine Klientin nicht mehr mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Staatsanwalt Vance habe Diallos Anwalt Kenneth Thompson aufgefordert, ihm alle Informationen über eventuelle Absprachen vorzulegen, berichtete die Zeitung "Wall Street Journal", die sich ebenfalls auf mit dem Fall vertraute Kreise berief. Die Staatsanwaltschaft wollte die Berichte auf AFP-Anfrage nicht kommentieren. Thompson war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, würde Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens weiter beschädigt. Es hatte bereits einmal unter Eid gelogen. afp