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Vorratsdatenspeicherung: FDP will eigenes Konzept durchsetzten

Vorratsdatenspeicherung

FDP will eigenes Konzept durchsetzten

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    FDP-Chef Rösler fordert Einlenken der Union im Vorratsdaten-Streit.
    FDP-Chef Rösler fordert Einlenken der Union im Vorratsdaten-Streit. Foto: dpa

    Keinerlei Kompromissbereitschaft haben die Koalitionspartner am Samstag im Streit um die Vorratsdatenspeicherung signalisiert. FDP-Chef Philipp Rösler forderte die Union im Hamburger Abendblatt zum Einlenken  auf. Der CSU-Innenexperte im Bundestag, Hans-Peter Uhl, sagte in  der Welt, die Ermittlung des Attentäters von Toulouse sei ein weiterer Beleg dafür, dass die Vorratsdatenspeicherung Leben retten könne.

    FDP will anlassbezogene Datenspeicherung

    "Wir erwarten, dass die Union jetzt ihren Widerstand gegen das konstruktive Quick-Freeze-Modell aufgibt", sagte Rösler. Die anlassbezogene Datenspeicherung stelle "die richtige Balance  zwischen der Wahrung der Bürgerrechte und den notwendigen  Instrumenten für die Sicherheitsbehörden" her, sagte der Vizekanzler. Auf Grundlage des FDP-Modells könne über Details gerne fachlich diskutiert werden. Es liege nur an der CDU/CSU, wie  schnell eine Einigung komme. "Die Union ist jetzt am Zug."

    Nach dem Quick-Freeze-Verfahren sollen die bei den Providern  vorhandenen Daten nur nach konkreten Anhaltspunkten für Straftaten  eingefroren werden. Das Justizministerium will einen entsprechenden  Entwurf als Verhandlungsgrundlage ins Kabinett bringen, was auf  Kritik des Innenministeriums stößt.

    Rösler bekräftigte zugleich die Auffassung der FDP, die vom  Koalitionspartner geforderte anlasslose Speicherung von Daten  bedeute, "dass der Staat pauschal seine Bürger verdächtigt, sie könnten irgendwann einmal Straftäter werden".

    CSU-Innenexperte Uhl: "Bei uns wäre die Ermittlung des Mörders nicht möglich gewesen"

    Der CSU-Innenexperte Uhl forderte hingegen nach der  Attentatsserie in Frankreich eine rasche Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung. "Bei uns wäre die Ermittlung des Mörders nicht möglich gewesen", sagte Uhl mit Verweis auf die Ermittlung des Todesschützen Mohammed Merah mit Hilfe einer IP-Adresse eines  Computers, die ins Umfeld des Täters führte. In Deutschland dürften  Provider Telekommunikationsdaten nur für technische Zwecke und zur  Erstellung von Rechnungen vorhalten. "Anschließend ist es ihnen aber verboten, die Daten weiter auf Vorrat zu speichern", erklärte  Uhl.

    Dass die Innenministerkonferenz nun Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) beauftragt habe, im Bundeskabinett auf  eine gesetzliche Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung zu dringen, erhöhe den Druck auf Bundesjustizministerin  Sabine-Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), sagte Uhl. "Der Zwang auf  sie, eine Neuregelung zu präsentieren, wird damit größer."

    EU setzt Ultimatum

    Die EU-Kommission hatte der Bundesregierung am Donnerstag eine  Frist von einem Monat gesetzt, um die Umsetzung der betreffenden  EU-Richtlinie auf den Weg zu bringen. Das CSU-geführte  Innenministerium beharrte darauf, dass Internet- und Kontaktdaten  zum Zweck der Verbrechensaufklärung anlasslos sechs Monate  gespeichert werden und lehnt den Gesetzesvorschlag zur  anlassbezogenen Speicherung von Leutheusser-Schnarrenberger ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Kontrahenten am  Freitag über ihren Sprecher zu einer Einigung aufgefordert.

    Der Arbeitskreisvorsitzende für Innen- und Rechtspolitik der  FDP-Bundestagsfraktion, Hartfrid Wolff, bezeichnete unterdessen das Ultimatum der EU-Kommission als befremdlich. Es sei "ein geradezu  bizarrer Vorgang", dass die Kommission die Umsetzung einer  Richtlinie verlange, die sie selbst bald ändern wolle und die zudem  derzeit in Europa gerichtlich überprüft werde, erklärte er in  Berlin. afp

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