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Muckis mit Köpfchen

Der Ausspruch "Sport ist Mord" stimmt tatsächlich - nämlich wenn der Körper ohne Sinn und Verstand gemartert wird. Denn um Ergebnisse zu sehen, zählt vor allem eins: Disziplin. Von Andreas Zündt.

Der gute Vorsatz, dieses Jahr gegen überschüssige Pfunde anzugehen, war in vielen Fällen bereits nach der ersten Januarwoche vergessen. Mantel und Rollkragenpulli kaschieren schließlich hervorragend unliebsame Rundungen. Doch bei der bald bevorstehenden Badesaison heißt es: Karten auf den Tisch. In Bikini und Badehose kommt die Wahrheit ans Licht.

Diese Erkenntnis treibt gerade im Frühling reihenweise Sportmuffel ins Fitnessstudio. Innerhalb kürzester Zeit soll nachgeholt werden, was in den vergangenen acht Monaten versäumt wurde. Mit hochrotem Gesicht quälen sie sich stundenlang auf Crosstrainer und Laufband oder stemmen hektisch Gewichte, dass es bereits beim Zusehen weh tut. Schlanke Taille und Sixpack kommen eben nicht von ungefähr.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Wer meint, die Torschlusspanik könne Konstanz und Disziplin ersetzen, der irrt - und gefährdet darüber hinaus seine Gesundheit. Nicht nur, dass die kurzsichtige Überforderung schnell selbst die stärkste Motivation untergräbt, es leiden auch Sehnen, Bänder und Gelenke unter der ungewohnten Belastung. Im schlimmsten Fall droht gar eine Verletzung, die eine Operation nach sich zieht.

Klüger ist, wer mit Geduld sein Trainingsziel verfolgt. Gerade für Anfänger oder Sportler, die eine längere Pause eingelegt haben, empfiehlt sich zum Einstieg ein Ganzkörpertraining, das zwei- bis dreimal pro Woche absolviert wird. In einem Zeitraum von jeweils etwa einer Stunde hat der Körper so die Möglichkeit, sich an die Bewegungsabläufe zu gewöhnen und sich auf die Herausforderung einzustellen.

Geübtere Sportler können die Trainingshäufigkeit auf vier bis fünf Einheiten pro Woche ausdehnen, wobei in den sogenannten Splits dann nicht mehr der komplette Körper, sondern separate Muskelpartien bearbeitet werden.

Mit Geduld das Trainingsziel verfolgen

Wer seinen Fettpölsterchen zuleibe rücken möchte, kommt um Ausdauertraining nicht herum. Es ist dabei ein weit verbreiteter Mythos, dass Fett nur in der "Fettverbrennungszone", das heißt im Pulsbereich von 120 bis 130 Schlägen pro Minute, und frühestens nach 30 Minuten Belastungsdauer verbrannt wird.

Tatsächlich existiert ein solches pulsgezieltes "Training zur Gewichtsreduktion" nicht. Sowohl bei niedriger als auch bei hoher Trainingsintensität wird die Energie von Anfang an sowohl aus den Glykogenspeichern als auch aus Fetten herangezogen. Doch dies nützt natürlich herzlich wenig, wenn man schon nach zehn Minuten außer Puste ist und das Training abbrechen muss. Deshalb gilt auch hier: Eile mit Weile! Wer nach und nach das Tempo steigert, hat deutlich mehr davon.

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