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Euro-Krise: Fortschritte bei Verhandlungen über Schuldenschnitt

Euro-Krise

Fortschritte bei Verhandlungen über Schuldenschnitt

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    Die Verhandlungen um den freiwilligen Schuldenschnitt kommen offenbar gut voran und sollen bald abgeschlossen werden. Foto: Patrick Pleul  dpa
    Die Verhandlungen um den freiwilligen Schuldenschnitt kommen offenbar gut voran und sollen bald abgeschlossen werden. Foto: Patrick Pleul dpa

    In Griechenland  sollen die Verhandlungen um den dringend erforderlichen freiwilligen Schuldenschnitt bald abgeschlossen werden. Der Chef des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, soll am Freitagnachmittag erneut mit Ministerpräsident Lucas Papademos zusammenkommen, wie ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Bereits am Vorabend hatte sich Dallara mit dem Regierungschef und Finanzminister Evangelos Venizelos getroffen. Die Gespräche seien "produktiv" gewesen und es habe "Fortschritte" gegeben, werden der IIF und das Finanzministerium in Athen zitiert.

    Die privaten Gläubiger, darunter Banken und Hedge-Fonds, sollen bestehende Anleihen in neue tauschen, dabei auf Teile ihrer Forderungen verzichten und auch niedrigere Zinsen in Kauf nehmen. Am Freitagmorgen liefen alle Informationen aus Bankkreisen auf einen Zinssatz von 3,5 bis 4,6 Prozent hinaus. Die Laufzeit solle 30 Jahre betragen. In den ersten Jahren soll der Zinssatz niedriger sein, dann stufenweise steigen. Abhängen soll das vom Wachstum, das Griechenland haben wird - falls die Wirtschaft überhaupt wieder anzieht. Der Schuldenschnitt solle laut Berechnungen griechischer Finanzexperten mit diesen Zinssätzen etwa 68 Prozent des ursprünglichen Wertes der Anleihen erreichen und würde damit klar über dem eigentlichen Wert von 50 Prozent liegen. Offizielle Quellen wollten diese Information bislang nicht kommentieren.

    Hedge-Fonds wollen gegen Schuldenschnitt klagen

    Den teilweisen Schuldenerlass für Athen sollen die privaten Gläubiger freiwillig mittragen. Ihr Beitrag ist ein wesentlicher Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland. Es wird gemunkelt, dass sich vor allem Hedge-Fonds weigern mitzumachen. Sie planen Medienberichten zufolge sogar eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, um ihr "Eigentumsrecht" durchzusetzen.

    Unterdessen setzen in Athen Vertreter der Geldgeber die Prüfung der Bücher fort. Am Freitag kamen auch die Chefs der sogenannten "Troika" hinzu. Die Vertreter der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) trafen sich schon am Vormittag mit Finanzminister Venizelos. Anschließend waren für die nächsten Tage Treffen mit fast allen Ministern vorgesehen. Ohne das grüne Licht der "Troika" blieben weitere Finanzspritzen für Athen aus. Griechenland wäre dann pleite. Die Experten prüfen in regelmäßigen Abständen, welche Fortschritte Athen bei der Umsetzung der Auflagen für die internationalen Kredithilfen gemacht hat. Athen sei dem Vernehmen nach im Rückstand in Sachen Verschlankung des Staates. (dpa/AZ)

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