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Insolvenz: Manroland kurz vor der Rettung

Insolvenz

Manroland kurz vor der Rettung

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    Manroland in Augsburg.
    Manroland in Augsburg. Foto: Anne Wall

    Die Verhandlungen über den Verkauf des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland stehen unmittelbar vor dem Abschluss. „Wir haben inzwischen zwei Bieterkonzepte auf dem Tisch, die am kommenden Mittwoch dem Gläubigerbeirat zur Entscheidung vorgelegt werden“, sagte gestern der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider. Der Wirtschaftsprüfer aus Neu-Ulm bestätigte damit Recherchen unserer Zeitung, dass sich letztlich nur noch zwei Unternehmen im Rennen um die schwer angeschlagene Firma befinden.

    Nach Informationen unserer Zeitung aus Arbeitnehmerkreisen handelt es sich dabei um die US-Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity aus Los Angeles und die in Lübeck sitzende Unternehmensgruppe Possehl, die in Augsburg bereits das Unternehmen Böwe Systec nach der Insolvenz gerettet hat.

    Konkurrieren um Manroland

    Das ist Manroland

    Die Ursprünge des Druckmaschinenbauers Manroland reichen bis in das Jahr 1845 zurück und sind eng mit Augsburg verbunden. Hier sitzt heute die Zentralverwaltung des Unternehmens.

    Am 5. Mai 1845 liefert die C. Reichenbach’sche Maschinenfabrik & Eisengiesserei in Augsburg, eine Vorgängerfirma des MAN-Konzerns, ihre erste Schnellpresse an die Augsburger Druckerei von Nikolaus Hartmann aus.

    In der heutigen Form entsteht Manroland am 1. Juli 1979 durch den Zusammenschluss der Roland Offsetmaschinenfabrik Faber & Schleicher AG in Offenbach mit dem Druckmaschinenbereich der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (MAN). Nach der Wiedervereinigung kommt die frühere Plauener Maschinenbau AG (Plamag) hinzu.

    2006 gliedert die MAN AG ihren Druckmaschinenbereich aus und verkauft Anteile an die Alllianz AG, die von der ACP-Beteiligungsgesellschaft des Versicherungsriesen verwaltet werden.

    Im Boomjahr 2008 hat Manroland weltweit etwa 8600 Mitarbeiter. Doch die zunehmende Digitalisierung lässt den Druckmarkt schrumpfen. Es folgen immer wieder Kurzarbeit und Stellenstreichungen. Im November 2011 folgt dann das Aus. Manroland meldet Insolvenz an.

    Von der Pleite sind zu diesem Zeitpunkt noch etwa 6500 Beschäftigte betroffen, davon rund 2400 in Augsburg. Insolvenzverwalter Werner Schneider gelingt es, Teile des Unternehmens zu retten. Die Standorten in Offenbach und Plauen werden zerschlagen.

    In Augsburg steigt die Lübecker Possehl-Gruppe ein. Manroland Websystems, wie das Werk nun heißt, hat noch 1500 Mitarbeiter. Manroland schreibt nach eigenen Angaben wieder positive Zahlen. Doch der Markt ist nach wie vor schwierig.

    Anfang 2017 wird bekannt, dass Manroland 280 der bis dato noch verbliebenen 1070 Mitarbeiter am Standort Augsburg in eine Produktionsgesellschaft ausgliedern will. Zu gleichen Konditionen wie bisher. Die Gewerkschaft ist allerdings skeptisch.

    Böwe Systec ist ein weltweit agierender Anbieter für hoch automatisierte Druck- und Versandzentren. Die Firma stellt Hochleistungs-Kuvertieranlagen her. Possehl gilt im Gegensatz zu Platinum Equity als langfristig orientierter Investor, der Industrieunternehmen weiter entwickelt. Gestern gab es offiziell keine Bestätigung dafür, dass Platinum Equity und Possehl um Manroland konkurrieren. Wie es in Branchenkreisen heißt, will die US-Gesellschaft alle drei Werke des Druckmaschinenbauers in Augsburg, in Offenbach (Hessen) und Plauen (Sachsen) übernehmen (wir berichteten). Insgesamt arbeiten rund 6500 Frauen und Männer für Manroland, darunter 2400 in Augsburg.

    Wie es weiter heißt, sei Possehl nur an der Übernahme des großen Augsburger Standortes interessiert. Dort werden Zeitungs- und Illustrationsdruckmaschinen hergestellt. Vor allem durch die Digitalisierung der Medien ist Manroland in die Krise geraten. Aus Industriekreisen verlautet, Platinum Equity biete rund 100 Millionen Euro für den Maschinenbauer. Noch steht nicht fest, wie viele Stellen an den Standorten des Unternehmens wegfallen. Hier könnten am Mittwoch Details genannt werden. Schneider sagte, er gehe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass alle Manroland-Werke gesichert seien. In Arbeitnehmerkreisen kursieren Gerüchte, dass nach dem Konzept von Platinum Equity in den Fabriken insgesamt lediglich rund 1700 Jobs übrig bleiben. Andererseits wurde in den vergangenen Wochen spekuliert, bei dem Einstieg von Possehl in Augsburg könnten 1200 bis 1400 Arbeitsplätze erhalten werden.

    IG-Metall-Vorstand und Manroland-Aufsichtsrat Jürgen Kerner warnte gegenüber unserer Zeitung davor, Manroland nach der Allianz-Tochter ACP wieder in die Hände eines Finanzinvestors zu geben. "KommentarundWirtschaft

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