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Ehemaliger BayernLB-Vorstand vor Gericht: Prozess um Bestechungsgeld von Ecclestone: Gribkowsky schweigt

Ehemaliger BayernLB-Vorstand vor Gericht

Prozess um Bestechungsgeld von Ecclestone: Gribkowsky schweigt

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    Die Bildkombo zeigt den früheren Risikomanager der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, und den Formel 1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone (r).
    Die Bildkombo zeigt den früheren Risikomanager der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, und den Formel 1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone (r). Foto: dpa

    Besser erstmal nichts sagen: Zu Beginn des Prozesses um die Formel 1-Affäre hat sich der ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky in Schweigen gehüllt. Der 53-Jährige beantwortete nur die Fragen des Gerichts zu Geburtsdatum und Beruf. Zu den Vorwürfen der Anklage wollte er sich nicht äußern. "Nein danke", sagte er. Auch während der Untersuchungshaft seit Jahresbeginn hatte der Manager geschwiegen.

    Anwälte: "Anklage entbehrt jeglicher Grundlage"

    Gribkowskys Anwälte erklärten, die Anklage gegen Gribkowsky entbehre jeglicher Grundlage. "Die Vorwürfe gegen unseren Mandanten haben mehr als nur einen Haken", sagte Rechtsanwalt Rainer Brüssow. Er strebt einen Freispruch für Gribkowsky an.

    Vorwurf: 44 Millionen Euro von Ecclestone kassiert

    Die Chronologie der Formel-1-Affäre

    April 2002: Kirch Media meldet Insolvenz an. Die BayernLB erhält als Pfand für einen Kredit über 988 Millionen Euro 62 Prozent an der Formel-1-Gesellschaft Speed.

    Januar 2003: Die BayernLB beruft Gerhard Gribkowsky in den Vorstand. Als Risikomanager kümmert er sich auch um die Verwertung der Formel-1-Beteiligung.

    2004/2005: Autokonzerne drohen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, eine eigene Rennserie zu gründen.

    September 2005: Der Finanzinvestor CVC will der BayernLB ihre Speed-Anteile abkaufen.

    Oktober/November 2005: Laut Anklage fordert Gribkowsky von Ecclestone heimlich 50 Millionen Dollar und bekommt einen entsprechenden Beratervertrag zugesagt. Auf Veranlassung Gribkowskys zahlt die BayernLB Ecclestone 41 Millionen Dollar Provision für die Vermittlung des Käufers CVC. Vorstand und Verwaltungsrat der BayernLB billigen den Verkauf der Formel-1-Anteile an CVC für 839 Millionen Dollar (675 Millionen Euro).

    März 2006: Die BayernLB erstattet der Bambino-Stiftung von Eccelstones Ehefrau für Auslagen 25 Millionen Dollar.

    Juli 2006 bis Dezember 2007: Laut Anklage erhält Gribkowsky von Ecclestone und Bambino über Briefkastenfirmen 44 Millionen Dollar (knapp 33 Millionen Euro) auf Konten seiner Privatstiftung Sonnenschein in Salzburg.

    April 2008: Gribkowsky verlässt die BayernLB.

    Januar 2011: Gribkowsky wird unter dem Verdacht der Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung verhaftet.

    Mai 2011: Gribkowsky wird mit seinen ehemaligen Vorstandskollegen wegen Untreue beim Kauf der Hypo Group Alpe Adria 2007 angeklagt. Die BayernLB verklagt zudem alle auf 200 Millionen Euro Schadenersatz und lässt Gribkowskys Vermögen einfrieren.

    Juli 2011: Gribkowsky wird auch wegen der Formel-1-Affäre angeklagt. Eccelstone gibt die Millionenzahlungen öffentlich zu.

    Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-BayernLB-Vorstand vor, in seiner Amtszeit als Vorstand bei der Bank rund 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld vom schillernden Formel 1-Chef Bernie Ecclestone kassiert zu haben. Dafür habe er dafür gesorgt, dass die Anteile an Ecclestones Wunschkäufer, den britischen Finanzinvestor CVC verkauft wurden, der ihn als Chef der Rennserie akzeptierte. Ecclestone seien die fachfremden Banken am Steuer der Formel 1 schon lange ein Dorn im Auge gewesen, sagte Staatsanwalt Martin Bauer.

    Riesenschaden für BayernLB

    Der BayernLB soll dadurch laut Anklage ein Schaden von knapp 66,5 Millionen Dollar entstanden sein, weil sie ohne die Vereinbarungen zwischen Gribkowsky und Ecclestone mehr Geld an dem Verkauf verdient hätte. Zwar sei der Verkaufspreis für die Formel 1-Anteile nicht zu niedrig gewesen. Die BayernLB habe aber eine hohe Provisionszahlung an Ecclestone zahlen müssen, die aus Sicht der Anklage ohne die Absprachen nicht nötig geworden wäre. Diese habe mit rund 40 Millionen Euro den Hauptteil des Schadens ausgemacht. (dpa)

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