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Krankheit: Experte hält Aids bald für heilbar

Krankheit

Experte hält Aids bald für heilbar

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    Ist Aids in einigen Jahren heilbar? Aids-Experten sehen neue Ansätze für eine Heilung der Immunschwäche-Krankheit Aids.
    Ist Aids in einigen Jahren heilbar? Aids-Experten sehen neue Ansätze für eine Heilung der Immunschwäche-Krankheit Aids. Foto: DZ-Archiv

    Ist Aids in einigen Jahren heilbar? Ärzte hoffen auf eine Heilung der Immunschwäche-Krankheit Aids in wenigen Jahren. Sie sehen neue Ansätze: "Ich glaube, dass ein realistischer Zeitraum, in dem wir heilen können, fünf Jahre sind", sagte der Münchner Internist und Leiter der 14. Münchner Aids- und Hepatitis-Tage, Hans Jäger.. "Die Heilungsforschung hat in den letzten zwölf Monaten mehr Fortschritte gemacht als je zuvor.

    Aids-Heilung: "Realistischer Zeitraum"

    An einen baldigen Durchbruch zu einer Impfung glaube er hingegen nicht. "Schutzimpfungen haben wir nicht und werden sie auch in den nächsten Jahren nicht bekommen."

    Auch bei einer Heilung über eine Knochenmarktransplantation hält er für fragwürdig. Diese sei an der Berliner Charité vor drei Jahren bei einem Patienten zwar gelungen, die Methode sei allerdings zu komplex, um sie bei allen Patienten anzuwenden, sagte Jäger.

    Medizinische Abkürzungen und was sich dahinter verbirgt

    EHEC - Die Abkürzung des EHEC-Erregers steht für Enterohämorrhagische Escherichia coli. Es handelt sich um eine gefährliche Darmkrankheit.

    HUS - Das hämolytisch-urämische Syndrom (kurz: HUS) ist eine schwere Verlaufsform der Darmkrankheit EHEC, bei der giftige Stoffwechselprodukte des Bakteriums zu Nierenschäden führen können.

    HIV - Ein Virus, der das Immunsystem eines Menschen schwächt. Das HI-Virus kann durch Körperflüssigkiten von Mensch zu Mensch übertragen werden. Eine Ansteckung führt nach einer unterschiedlich langen, meist mehrjährigen Inkubationszeit zur tödlich verlaufenden Krankheit AIDS.

    BSE - Bovine spongiforme Enzephalopathie, im Deutschen auch "Rinderwahn" genannt, ist eine Tierseuche, die zwischen 1996 und 2000 für Schlagzeilen gesorgt hat. Dabei erkrankt das Gehirn bei Rindern und führt zu deren Tod.

    H5N1 - Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich ein Influenzavirus. Polpulärwissenschaftlich ist bei H5N1 die Rede von der "Vogelgrippe".

    H1N1 - Im Jahr 2009 breitete sich die sogenannte "Schweinegrippe" bzw "neue Grippe" aus. Die Ansteckungsgefahr am Influenzavirus H1N1 ist vor allem bei Enten, Menschen und eben Schweinen groß.

    Hoffnungen setzten die Wissenschaftler vielmehr auf eine bei einem Kongress in Seattle vorgestellte Methode. Mit dem Krebs-Wirkstoff Vorinostat sei es gelungen, an versteckt infizierte Zellen heranzukommen, in denen das Virus trotz Therapie schlummere. "Dieses Medikament hat es geschafft, aus latent infizierten Zellen Viren freizusetzen, die dann von den bekannten Medikamenten erreicht und vernichtet werden können", sagte Jäger.

    Rund 1500 Wissenschaftler, Ärzte, Psychologen, Juristen und Pflegekräfte diskutierten von Freitag bis Sonntag bei den Aids- und Hepatitis-Tagen in Unterschleißheim bei München über neue Entwicklungen ihres Faches. Bei der nach Veranstalterangaben größten deutschen Tagung zu dem Thema in diesem Jahr stellte auch die Pharmaindustrie ihre Produkte vor.

    Aids ist die Abkürzung für Acquired Immune Deficiency Syndrome und bedeutet soviel wie erworbenes Immundefektsyndrom. Bislang ist eine Heilung nicht möglich, da die gefährlichen Viren nicht vollständig aus dem Körper der Patienten entfernt werden können.

    Aids-Medikamente töten Viren nicht vollständig

    Mit bisherigen Aids-Medikamenten könnten die Viren in anderen Zellen gut abgetötet werden, überlebten aber in den Schlummer-Zellen. "Dieses Medikament hat es geschafft, aus latent infizierten Zellen Viren freizusetzen, die dann von den bekannten Medikamenten erreicht und vernichtet werden können."

    Schon jetzt könnten die Medikamente die Viruslast im Blut zumindest so niedrig halten, dass keine Ansteckungsgefahr mehr bestehe. Das sei gerade bei Paaren wichtig, bei denen ein Partner infiziert sei. Nicht nur die Betroffenen könnten ein weitgehend normales Leben führen, auch die Ansteckungsgefahr gehe gegen Null. "Das Konzept heißt Prävention durch Therapie." AZ

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