Bei einem Spatenstich greifen in der Regel – wie der Name es schon sagt – die Ehrengäste zu einem Spaten, den sie dann mehr oder weniger energisch in den Boden stoßen. So ein Spatenstich fand nördlich von Sulzbach am Rande des Stadtgebiets von Aichach statt. Diesmal aber lief die symbolische Eröffnung der Bauarbeiten für einen Solarpark anders ab. Landrat Klaus Metzger und Bürgermeister Klaus Habermann trugen rote Kopfhörer als Schutz vor dem Lärm, der beim Einrammen von zwei Metallsäulen in den Ackerboden entstand.
Schon in zehn Wochen produziert der Solarpark bei Sulzbach Strom
Schon in zehn Wochen soll dort Strom produziert werden. Die Firma Anumar GmbH aus Ingolstadt, die im Jahr 2010 gegründet wurde, hat das zwölf Hektar große Gebiet, das leicht in Richtung Nordosten geneigt ist, für die Dauer von 25 Jahren plus eine Option von weiteren fünf Jahren gepachtet. Dabei handelt es sich um eine sogenannte „landwirtschaftlich benachteiligte Fläche“. Diese Einstufung nimmt die EU vor. Die Kraftwerksleistung beträgt zehn Megawatt, knapp 32000 Photovoltaikmodule werden verbaut, 136 Wechselrichter sind eingeplant.
Der Stromertrag soll den Jahresbedarf von 3000 durchschnittlichen Haushalten decken. Demnach könnte nach einer Rechnung von Anumar damit über zehn Prozent des Strombedarfs der Stadt Aichach produziert und 7000 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart werden. Das Projekt für die Erzeugung erneuerbarer Energie wird über sechs Millionen Euro kosten. Der Strom wird im Gewerbegebiet Ecknach bei einer Vergütung von unter fünf Cent pro Kilowattstunde ins Netz eingespeist.
Im Solarpark bei Sulzbach werden Blühflächen angelegt
Sobald die Anlage in Betrieb gegangen ist, sollen Imker aus der Umgebung eingeladen werden. Deren Tiere werden hier auf den eigens angelegten Blühflächen Nahrung finden. Außerdem ist im Sommer ein Tag des offenen Solarparks vorgesehen. Markus Brosch, einer der beiden Geschäftsführer von Anumar, zeigte sich sehr erfreut darüber, wie reibungslos die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landratsamt klappte. Demnach konnte das Genehmigungsverfahren innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden: „Es wäre wünschenswert, wenn das für alle Kommunen so gelten würde.“ Er sprach von einer der größten Anlagen im Landkreis.
Klaus Habermann versicherte, der Stadtrat habe das Projekt von Anfang an mit Wohlwollen begleitet. Von einer Flächenversiegelung könne hier keine Rede sein, weil unter den Modulen kleine Tiere leben können. Ähnlich positiv bewertete Landrat Metzger das Vorhaben. Er stellte die 7000 Tonnen heraus, die auf diese Weise an CO2 verhindert würden: „Eine wunderbare Sache. Wir können solche Dinge nur befördern.“ Und mit Blick auf die Debatten über den Klimawandel betonte der Landrat: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“
Die Außengrenzen des Baufeldes sind bereits an Hand von Holzpflöcken zu erkennen. Am Dienstag waren schon einige Arbeiter am Werk, es war auch Material gestapelt, das demnächst installiert wird. Anumar hat alle Aufgaben übernommen – vom Anpachten des Grundstücks, über die Entwicklung der Anlage, ihre Genehmigung, die gesamte Investition bis hin zum Betrieb.