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Aichach: Prozess: Mann rastet im Spielsalon aus und wirft mit Barhocker nach Wirtin

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Prozess: Mann rastet im Spielsalon aus und wirft mit Barhocker nach Wirtin

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    Weil er in einem Aichacher Spielsalon randalierte, stand ein heute 31-Jähriger vor Gericht. Er hatte geglaubt, ein Automat habe seinen Gewinn einbehalten, und mit einem Barhocker nach der Wirtin geworfen.
    Weil er in einem Aichacher Spielsalon randalierte, stand ein heute 31-Jähriger vor Gericht. Er hatte geglaubt, ein Automat habe seinen Gewinn einbehalten, und mit einem Barhocker nach der Wirtin geworfen. Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

    An der Wirtin eines Aichacher Spielsalons ließ ein Mann aus dem Raum Aichach seine Wut über seine familiäre Situation aus. Ziemlich betrunken forderte er von ihr im Juni 2019 seinen Spieleinsatz zurück, beleidigte sie und warf einen Barhocker nach ihr. Am Mittwoch musste er sich wegen Nötigung, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung am Amtsgericht Aichach verantworten.

    An alle Details seines Auftritts konnte sich der geständige 31-Jährige nicht mehr erinnern. Er gab zu, dass es einen Wortwechsel gegeben habe – weil sie ihm keinen Alkohol mehr ausschenken wollte oder weil sie den Spielautomaten ausgeschaltet hatte, wusste der Angeklagte nicht mehr. Was er wusste, war seine Reaktion: „Es machte mich wütend.“

    Andere Gäste verhindern weitere Eskalation in Aichacher Spielsalon

    Die Wirtin, 52, schilderte sein Auftreten ziemlich plastisch. Der Mann habe sich geärgert, weil er glaubte, der Automat habe seinen Gewinn einbehalten. Ihr Angebot, seinen Namen und Telefonnummer an den Automatenaufsteller weiterzugeben, lehnte er ab. Als „aggressiv und komisch“, als er von der Toilette zurückkam, beschrieb die Wirtin ihn. „Wie lange soll ich noch auf mein Geld warten?“, habe er geschrien und einen Barhocker geworfen. Die Wirtin wich aus. Der Hocker traf sie trotzdem am Oberarm, wo er einen großen Bluterguss hinterließ. Außerdem zerschlug der Mann mit dem Wurf Flaschen und Gläser im Wert von rund 20 Euro.

    Den Wurf eines zweiten Hockers verhinderten andere Gäste. Der 31-Jährige spuckte nach der Wirtin und beleidigte sie unter anderem als „Hure“ und „Schlampe“. Das nahm die 52-Jährige gelassen: „Das höre ich jeden Tag.“ Dass er sie aber „alte schrumpelige Kartoffel“ nannte, traf sie: „Das hat wehgetan.“

    Verteidiger hat Erklärung für Ausnahmezustand seines Mandanten

    Weil die Wirtin Angst hatte, der Angeklagte gebe keine Ruhe, händigte sie ihm seinen Einsatz von 50 Euro aus. Vor Gericht entschuldigte er sich bei ihr. Er habe sich damals von seiner Frau getrennt, erklärte Verteidiger Werner Ruisinger den emotionalen Ausnahmezustand seines Mandanten. Zudem leide dieser unter paranoider Schizophrenie. Der Verteidiger: „In Kombination mit Alkohol und Tabletten kam nichts Gutes dabei raus.“

    Staatsanwalt Maximilian Dauer berücksichtigte das alles zugunsten des Angeklagten. Gegen diesen sprach aber, dass er bereits vor sechs Jahren wegen Körperverletzung in Haft gewesen war. Dauer ergänzte: „Es ist eine besondere Rücksichtslosigkeit, wahllos zu randalieren.“ Mit Blick auf die gute Sozialprognose plädierte er für eine zehnmonatige Bewährungsstrafe und die Zahlung von 600 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Ruisinger schloss sich an. Er wies darauf hin, dass sein Mandant sich nach wie vor in Behandlung befinde und ein gutes Verhältnis zu seiner Betreuerin habe.

    Richter über Hocker-Wurf in Spielsalon: „Beträchtliche Aggressivität“

    Richter Walter Hell verhängte zehn Monate auf Bewährung und eine Zahlung von 600 Euro an den Verein SKM. Am schlimmsten fand er den Hocker-Wurf. Wäre die Wirtin nicht ausgewichen, wäre sie wohl voll am Kopf getroffen worden, so Hell. „Die Aggressivität, die dahintersteckte, war beträchtlich.“ Hell berücksichtigte wegen der Erkrankung des Mannes die Alkoholisierung als strafmildernd. Unter Umständen sei seine Steuerungsfähigkeit stark beeinträchtigt gewesen.

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