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Neusäß: Legionellen im Freitzeitbad: Im Titania werden Proben genommen

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Legionellen im Freitzeitbad: Im Titania werden Proben genommen

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    Das Titania Bad in Neusäß ist zur Zeit geschlossen und wird mit Chemikalien gereinigt. Der Grund: Heftiger Legionellenbefall
    Das Titania Bad in Neusäß ist zur Zeit geschlossen und wird mit Chemikalien gereinigt. Der Grund: Heftiger Legionellenbefall

    Marion Sieber hat gestern eine wertvolle Fracht in einem Koffer aus dem Titania getragen. Viele kleine Plastikbecher mit Wasserproben sind in ihrem Gepäck. Im Labor Scheller in Augsburg werden die Proben in den nächsten Tagen bebrütet, das Ergebnis ist ganz entscheidend für die Zukunft des Freizeitbades in Neusäß. Nach zehn Tagen wird feststehen, ob die Legionellen erfolgreich bekämpft wurden und das Bad wieder öffnen kann.

    Fast schon gespenstische Stille herrscht zurzeit in dem sonst trubligen Freizeitbad. Für Besucher ist die Einrichtung seit Tagen gesperrt, die rund 40 Mitarbeiter bauen Überstunden ab oder helfen in der Königstherme in Königsbrunn aus. Eine wichtige Aufgabe hat allerdings der leitende Schwimmmeister Remco van de Ven, der sich technisch sehr gut auskennt und die Desinfektion betreut – mit Hilfe eines Sachverständigen und der Firma, die die Anlage gebaut hat.

    Gestern begleitete der Schwimmmeister den Besuch aus dem Augsburger Labor zunächst in den Keller des Bades, wo sich das Herzstück der Wasseraufbereitung befindet. Marion Sieber öffnet an sämtlichen Filteranlagen den Hahn und lässt Wasser in einen Becher laufen. Damit auch alles genau dokumentiert wird und nachvollziehbar ist, fotografiert sie jeden einzelnen Arbeitsschritt.

    200 Kilogramm Chlordioxid verwendet

    Desinfektion heißt das Schlagwort im Titania nach dem Legionellenbefund Mitte September. 200 Kilogramm Chlordioxid aus blauen Kanistern wurden bereits verwendet. Die Chemikalie kam in allen Filteranlagen und Becken zum Einsatz, auch im Sportlerbecken, in dem es keine Legionellen gegeben hat. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen“, erklärt der Schwimmmeister. Kein Filter, keine Leitung dürfe übersehen werden.

    Die Wasseraufbereitung in dem großen Bad ist eine komplexe Angelegenheit, das macht die Suche nach der Ursache für den Legionellenbefall so schwer. Aus den Schwimmbecken schwappt das Wasser über den Rand in den Zwischenbehälter im Keller (Schwallwasserbecken). Danach fließt es durch die Filter, einer wichtigen Station. Die Aktivkohle verwandelt das gebundene Chlor in freies Chlor, der Sand wiederum filtert die von den Menschen im Wasser hinterlassenen Stoffe, wie Haare oder Schuppen raus. Auf dem Weg zurück ins Becken durch die Leitungen wird dem Wasser neues Chlor „eingeimpft“. Besucher kennen die runden Öffnungen im Boden, aus denen das frische Wasser wieder hoch sprudelt.

    Nach fünf Tagen gibt es eine Prognose

    Mehrmals täglich kontrolliert im normalen Badebetrieb der Schwimmmeister das Wasser nach Chlor- und ph-Wert und Keimtötungsgeschwindigkeit. Anders sieht der Rhythmus bei dem Legionellentest aus. Dafür finde einmal im Quartal eine mikrobiologische Untersuchung des Wassers im Labor statt, erklärt Sprecherin Petra Voßiek. Bereits nach vier bis fünf Tagen lässt sich bereits eine Hochrechnung abgeben, nach zehn Tagen steht das endgültige Ergebnis fest. Voller Anspannung erwarten die Angestellten des Titania darauf.

    Nicht nur Schwimmmeister van de Ven hofft, dass dann die Werte so gut sind, dass das Wasser abgelassen werden kann. Bevor es in die Kanalisation geht, solle es aber neutralisiert werden. Dann erst werden die Becken neu befüllt.

    Am Dienstag hat sich bereits wieder wichtiger Besuch im Titania angekündigt. Das Gesundheitsamt wird kommen. Es hat für diese Woche auch einen Spezialisten vom Landesamt für Gesundheit in Oberschleißheim angekündigt.

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