Einer ganzen Reihe von Problemen sah sich der Gemeinderat Diedorf im vergangenen Sommer gegenüber, als sich die Diskussion um die Freilichtbühne des Eukitea in Anhausen drehte. Dass dabei herauskam, dass die Spielstätte mit ihrer Holzbühne und den rohen Bänken im Grunde ein Schwarzbau ist, war nur ein Teil der Debatte. In jedem Fall war klar: In Anhausen muss gehandelt werden. Zum wiederholten Mal war die gesamte Holzkonstruktion morsch. Dazu drängte das Landratsamt auf die Klärung der rechtlichen Situation, nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung sollte dort mitten im Wald gespielt werden können. Jetzt steht fest: Der Gemeinderat hat sich entschlossen, nicht mehr in die Freilichtbühne im Wald zu investieren; sie wird demnächst komplett abgebaut. Einen Ersatz für die Sommeraufführungen des Eukitea wird es in Diedorf nicht mehr geben, mit Ausnahme einer einzigen Aktion des Theaters.
„Wir planen nicht mehr mit der Waldbühne“, macht Bürgermeister Peter Högg im Gespräch mit unserer Redaktion klar. Zu umfangreich seien die Probleme rund um die Freilichtanlage in Anhausen. Rund 20 Jahre ist es her, dass die Gemeinde Diedorf dem Theater Eukitea, das seine feste Spielstätte in der Lindenstraße hat, auch ein Freilufttheater zur Verfügung stellen wollte. Der Bauhof stellte deshalb im Wald bei Anhausen auf einem Gemeindegrundstück eine Bühne und einfache Sitzbänke auf. Was dabei allerdings „vergessen“ wurde, war ein Antrag auf eine Baugenehmigung beim Landratsamt.
Das Eukitea spielt im Sommer in einigen Schlössern rund um Augsburg
Das hätte nun im Nachgang geschehen können, die Bauaufsicht und auch die untere Naturschutzbehörde hätten der Gemeinde mehrere Jahre Zeit gegeben, die Anlage zu legalisieren. Allerdings seien die Auflagen in diesem Fall sehr hoch, sagt der Bürgermeister. Ein genehmigungsfreier Ausweg, der im Gemeinderat besprochen wurde, hätten sogenannte „fliegende Bauten“ sein können, eine Bühne und Sitzmöglichkeiten, die jedes Jahr von einem Gerüstbauer auf- und abgebaut würden. Allerdings: „Das hätte pro Jahr etwa 50.000 Euro gekostet“, so Peter Högg. Indes hofft das Eukitea auf Planungssicherheit. „Wir lieben die Waldbühne, aber wir brauchen eine Entscheidung“, so Eukitea-Theaterleiter Stephan Eckl. Die gibt es jetzt, ein Ersatz für die morschen Bänke und die Bühne sowie der Aufwand für die Genehmigung aus dem Landratsamt sind der Gemeinde zu teuer. „Das Thema ist erledigt“, so Bürgermeister Peter Högg ganz klar. Generell wolle man das Eukitea aber weiter unterstützen, sagt er.
Eukitea-Theaterleiter Stephan Eckl weiß nicht so recht, wie er nun mit der Situation umgehen soll. Klar, im Moment sei die Waldbühne nicht bespielbar, dennoch hofft er noch auf eine Zukunft für Sommerstücke in Diedorf. Doch auf Freiluftstücke ganz verzichten, das will sein Ensemble auch 2025 nicht. Das namhafte Theater, das im vergangenen Jahr eine Auszeichnung der Unesco sowie den Kulturpreis Bayern erhalten hat, hat sich in der Umgebung umgehört und nach Alternativen gesucht. Fündig geworden ist Eckl im Fuggerschloss Nordendorf, im Schloss Kirchheim, im Herrenhaus Bannacker im Süden von Augsburg und im Schloss Blumenthal bei Aichach. „Wir sind mit offenen Armen aufgenommen worden“, so Eckl. Gezeigt wird dort in diesem Jahr der Klassiker „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. „Die Schlösser werden uns neue Impulse geben“, versucht er, der Situation etwas Positives abzugewinnen.
In Diedorf gibt es eine Eukitea-Aktion im Umweltzentrum
Für Diedorf selbst bleibt das Event „Maienwonne“, das am 29. Mai und 1. Juni erstmals im Umweltzentrum Schmuttertal stattfindet. Dabei gibt es nicht nur eine Theateraufführung für Kinder, sondern begleitend auch eine Reihe anderer Aktionen rund um Kultur und Natur.
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