Für die einen ist es eine kommunale Posse, für die anderen ein tägliches Ärgernis: Schon seit dem Sommer ist die Treppe zum und vom Bahnhofsgleis 1 in Fahrtrichtung Augsburg in Neusäß gesperrt. Hintergrund sind noch fehlende vertragliche Vereinbarungen rund um die Sicherung der Verkehrspflicht auf der Treppe. Im Kern geht es also um die Frage: Wer zahlt den Winterdienst? Ein Schildbürgerstreich, fand nicht nur Stadtrat Christian Rindsfüßer (SPD) in einem Schreiben an die beteiligten Akteure.
Schon die Geschichte der Entstehung der Treppe ist kurios. Denn sie war von der Deutschen Bahn irrtümlich gebaut worden und bindet auch nicht den gesamten Bahnhof Neusäß von der Landrat-Dr.-Frey-Straße aus an, sondern eben lediglich das Gleis in Fahrtrichtung Augsburg. Weil der Zu- und Abgang jedoch unter anderem für Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zum oder vom Schulzentrum oder auch Pendler praktisch ist, hat die Stadt Neusäß die Treppe gerne angenommen. Inzwischen wurde sogar der Gehweg unter der Bahngleisunterführung auf die passende Seite verlegt.
Unterschrieben ist die Vereinbarung immer noch nicht
Doch schon seit Monaten ist die Treppe nun gesperrt. Immer wieder war im zuständigen Ausschuss der Stadt darüber berichtet worden, wie träge sich die Verhandlungen mit der entsprechenden Abteilung der Deutschen Bahn darüber hinzogen, wer für den ordnungsgemäßen Zustand der Treppe bei jeder Witterung sorgen soll. Jetzt konnte Bürgermeister Richard Greiner auf der letzten Stadtratssitzung des Jahres einen neuen Sachstand mitteilen. Eventuell wird die Treppe schon Anfang 2025 wieder geöffnet.
Doch schriftlich hat die Stadt Neusäß das bis jetzt nicht. „Es wurde aber mündlich eine Vereinbarung ausgehandelt und wir haben die Hoffnung, dass diese auch unterschrieben wird“, so Richard Greiner. Demnach räumt die Deutsche Bahn die Treppe im Winter 2024/25 durch eine von ihr beauftragte Firma von Schnee und Eis, ab 2025/26 soll es dann eine Kooperation zwischen Stadt und Bahn geben. „Die Bahn teilt uns dann mit, welchen Räumdienst sie für den Bahnsteig beauftragt hat und wir können dann mit derselben Firma einen Vertrag zum Räumen und Streuen der Treppe machen“, so der Bürgermeister. Er selbst hätte sich eine unbürokratischere Lösung gewünscht, fügte Greiner an.
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