Für Allmannshofen gab es am Montagabend gute Nachrichten in puncto Finanzen. Die Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Nordendorf hat „die schwarze Null“ geschafft, erklärt Bürgermeister Markus Stettberger auf Rückfrage. Vorgestellt wurde das Zahlenwerk dem Gremium von Bettina Matzky aus der Kämmerei. Doch was steckt hinter der „schwarzen Null“? „Der Haushalt konnte ausgeglichen werden“, erklärt Stettberger und ergänzt: Was rein rechnerisch geschafft wurde, bedeutet einen „Kraftakt“. Um diesen Haushalt vorzulegen, musste an diversen Stellen gekürzt werden, denn nach der ersten Vorberatung stand in der Kalkulation noch ein Minus von 80.000 Euro. Auch übers Jahr hinweg muss die Gemeinde nun sparsam sein und sich auf das fokussieren, was laut Haushaltsplan verwirklicht werden kann.
Für ein neues Löschgruppenfahrzeug, ein LF 10, und eine Ersatzpumpe für die Ortsfeuerwehr gibt die Gemeinde rund 580.000 Euro aus. Für weitere 40.000 Euro soll die Umrüstung der Sirenen erfolgen; auch die bereits montierte Photovoltaikanlage auf dem Dach soll in Betrieb genommen werden. Laut Kämmerei sollen dafür in den Jahren 2025 und 2026 Förderungen in Höhe von rund 118.000 Euro eingehen. Weitere 55.000 Euro möchte die Gemeinde in den Katastrophenschutz investieren. Das Bürgerhaus will die Gemeinde noch heuer mit neuen Fenstern ausstatten. Insgesamt sollen 50 Fenster getauscht und die Fassade gestrichen werden. Dafür wurden im Haushalt 250.000 Euro eingepreist. Weitere 15.000 Euro stehen zur Verfügung, um die Planungen für ein energetisches Konzept und die Barrierefreiheit vorantreiben zu können.
Allmannshofen investiert in das Kanalnetz und die Kläranlage
Mit hohen Beträgen zu Buche schlagen die Investitionen ins Kanalnetz im Ort sowie der Anteil, den die Gemeinde für die Erweiterung und Ertüchtigung der Kläranlage des Abwasserzweckverbands Donnsberggruppe zu bezahlen hat. Im Finanzplanungszeitraum muss die Gemeinde 505.000 Euro für die Kanalerneuerung schultern. Über 2,1 Millionen Euro sind als Investitionsumlage an den Abwasserzweckverband zu entrichten. Diesen Betrag refinanziert die Gemeinde über Verbesserungsbeiträge und Gebühren, die die Bürgerinnen und Bürger zu bezahlen haben. Skizziert wurde von der Kämmerei ein Ansatz von über 1,6 Millionen Euro, die zwischen 2026 und 2028 als Verbesserungsbeiträge zurück in die Gemeindekasse fließen sollen. Das bedeutet: Die Bürgerschaft wird – ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger der anderen Mitgliedsgemeinden des Abwasserzweckverbands – mit einem Einmalbetrag zur Kasse gebeten, der in mehreren Abschlägen zu entrichten sein könnte. Im Zahlenwerk der Kämmerei ist skizziert, dass 80 Prozent der Kosten über Verbesserungsbeiträge und 20 Prozent über Gebühren refinanziert werden. Final beschlossen wurde dazu in Allmannshofen allerdings noch nichts.
An anderen teuren Haushaltspositionen profitiert die Gemeinde von Förderungen, Zuweisungen oder weiteren Einnahmequellen: In die Kindertagesstätte werden gut 45.000 Euro investiert; erwartet wird noch eine Förderung von 96.000 Euro. Der Spielplatz für alle, der in Holzen entstehen wird, kostet in Summe 669.000 Euro; für dieses Projekt gibt es Zuweisungen in Höhe von 585.000 Euro. Die Breitbanderschließung kostet rund 350.000 Euro; durch eine Förderung und durch die Übernahme von Leerrohren werden 355.000 Euro an Einnahmen erwartet. Im Baugebiet Am Kirchsteig, in das in 2025 und 2026 noch 100.000 Euro investiert werden, könnten Einnahmen in Höhe von 400.000 Euro durch Grundstücksverkäufe erzielt werden. Ohne Schulden zu machen, wird die Gemeinde ihre Pläne nicht alle umsetzen können. 500.000 Euro an Krediten sollen aufgenommen werden. Eine Investitionspauschale von 126.500 Euro sowie der Sollüberschuss von über 606.000 Euro aus dem Vorjahr ermöglichen die Investitionsmaßnahmen.
Auch Allmannshofen hat eine knappe Kasse
Die Tatsache, dass im Verwaltungshaushalt kein Plus erwirtschaftet werden konnte, das dann in den Vermögenshaushalt fließt, sorgte für Sorgenfalten, denn grundsätzlich gilt: Das laufende Geschäft, das im Verwaltungshaushalt in Zahlen gefasst ist, darf nicht über Kredite finanziert werden. Das hat die Gemeinde Allmannshofen gerade noch geschafft – allerdings ohne Zuführung zum Vermögenshaushalt. Denkbar war dieser Weg nur, weil die Gemeinde schuldenfrei ist, erklärt Stettberger.
Doch woher kommt die knappe Kasse? Trotz einem deutlichen Plus bei der Grundsteuer B (2024: 66.721 Euro, 2025: 112.600 Euro), stabilen Gewerbesteuereinnahmen (2024: 571.276 Euro, 2025: 569.000 Euro) und einer Einkommensteuerbeteiligung in Höhe von 794.000 Euro (2024: 752.631 Euro), war es nur knapp möglich mit diesen Einnahmen die Ausgaben zu stemmen, denn die Kosten steigen: 666.000 Euro bezahlt die Gemeinde Allmannshofen an Kreisumlage, 2024 waren es noch rund 600.000 Euro. Die VG-Umlage ist von 165.410 Euro auf 188.800 Euro angestiegen und auch die Umlage an den Abwasserzweckverband ist gestiegen (2024: 86.267 Euro, 2025: 130.100 Euro). Die Personalkosten lagen auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (2024: 676.092 Euro, 2025: 678.920 Euro). Eine Stelle wurde nicht nachbesetzt.
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