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Zwischen Risiko und Adrenalinkick: Warum selbstgebaute Mountainbike-Trails ein Problem sind

Landkreis Augsburg

Zwischen Risiko und Adrenalinkick: Warum selbstgebaute Mountainbike-Trails ein Problem sind

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    Offizielle Strecken wie die Flowline bei Stadtbergen sollen dazu beitragen, dass es weniger wilde Trails gibt. Doch das klappt nicht immer.
    Offizielle Strecken wie die Flowline bei Stadtbergen sollen dazu beitragen, dass es weniger wilde Trails gibt. Doch das klappt nicht immer. Foto: Sebastian Richly (Archivbild)

    Ein Zwölfjähriger ist beim Mountainbiken auf einem selbstgebauten Trail bei Welden schwer gestürzt. Mittlerweile gibt die Polizei Entwarnung: Der junge Sportler habe sich lediglich einen Arm gebrochen. Der Fall wirft neues Licht auf ein Thema, das schon seit Jahren zu Konflikten führt: Immer wieder tauchen im Landkreis verbotene Trails auf. Dabei versuchen Landratsamt, Gemeinden, Waldbesitzer und der Mountainbikeverein Augsburg seit Jahren, konstruktive Lösungen voranzubringen.

    Ein Sprecher der Polizei Schwab Nord teilt mit: „Selbstgebaute Trails bergen immer ein Risiko, weil sie keiner Norm unterliegen.“ Laut Polizeibericht war ein Junge am Samstagabend vor einer Woche im Wald bei der Ganghofer Hütte auf einem Trail unterwegs und schaffte eine Steilkurve nicht. Er kam er vom Trail ab und stürzte mehrere Meter bergab in eine Baumgruppe. Ob der Unfall bei Welden aber tatsächlich aufgrund des sogenannten „Wildbaus“ passiert sei, könne man nicht sagen.

    MTB-Verein-Gründerin erklärt Unterschiede zwischen offiziellen und inoffiziellen Trails

    Mountainbiken genießt spätestens seit der Corona-Pandemie ein breites Interesse. Manche Sportler bauen sich das Angebot selbst – und lösen damit Konflikte mit Gemeinden und Waldbesitzern aus. „Ergreift man an einer Stelle entsprechende Maßnahmen, weichen die Mountainbiker auf andere Stellen aus“, sagt Rainer Droste, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten. Die Kommunikation funktioniere nur dann, wenn es einen klaren Ansprechpartner gebe. So wie den Mountainbikeverein (MTB) Augsburg. Vor einigen Jahren fand sich mit zwölf Trails westlich von Stadtbergen eine erste Lösung. Trotzdem gibt es an einigen Orten immer wieder Eigenkreationen.

    „Zwischen einem selbstgebauten und einer autorisierten Strecke gibt es Riesenunterschiede“, sagt Inga Müller, 3. Vorsitzende des MTB Augsburg. Die offiziellen Trails werden vom TÜV und der unteren Naturschutzbehörde geprüft. Ein Team von mehreren Mountainbikern erarbeitet ein Konzept für die Strecke. Zudem gibt es offizielle Rettungspunkte für den Rettungsdienst. „Wir tun alles, damit die Trails möglichst sicher befahrbar sind“, sagt Müller. Der Wildbau führe zu einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen Mountainbikern und Behörden. Letztlich schadet sich die Szene dabei selbst. Auch deshalb sei der Mountainbikeverein gegründet worden – um konstruktive Lösungen voranzubringen.

    Erstmal keine weiteren Trails im Landkreis Augsburg

    Auch das Landratsamt Augsburg verfolgt das Ziel, „die Nutzung auf geeignete, geprüfte und möglichst sichere Trails zu lenken und gleichzeitig illegale Strecken zu vermeiden“. Eine Machbarkeitsstudie ermittelte noch weitere Orte, die sich für einen Trail anbieten würden. Doch mehrere Gründe erschweren den Prozess. Dazu gehören laut Landratsamt Haftungs- und Versicherungsfragen für die Waldbesitzer, naturschutzrechtlichen Genehmigungen und der dauerhafte Unterhalt der Strecken.

    In Welden sollen laut Bürgermeister Stefan Scheider keine Trails gebaut werden, „da zum einen die Jäger und zum anderen die Waldeigentümer ihre Bedenken äußern“. Die Gemeinde hat erst im vergangenen Jahr ein neues Freizeitgelände mit Pumptrack und Dirtline mit mehreren Sprungelementen eröffnet. Die Fläche mit dem selbstgebauten Trail ist der Marktgemeinde nicht bekannt.

    Doch auch mit offiziellen Strecken bleibt der Sport mit Risiken verbunden. Ein gutes Equipment und ein sicherer Fahrstil lieferten laut Inga Müller eine entscheidende Grundlage. Und vor jedem Abschnitt solle man sein Können und die Tagesform immer wieder hinterfragen. „Es geht uns nicht darum, blind Grenzen zu überschreiten, sondern sich selbst zu erfahren und seine Grenzen Stück für Stück zu erweitern“, sagt die Mountainbikerin.

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