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Augsburg: In Augsburg zeigt ein Demo-Garten, wie Urban Gardening aussehen kann

Augsburg

In Augsburg zeigt ein Demo-Garten, wie Urban Gardening aussehen kann

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    Salat wächst hier in einem Wasserbeet: Am neuen „Urban Gardening Demonstrationsgarten“ an der Hochschule Augsburg hat Florian Demling mitgearbeitet.
    Salat wächst hier in einem Wasserbeet: Am neuen „Urban Gardening Demonstrationsgarten“ an der Hochschule Augsburg hat Florian Demling mitgearbeitet. Foto: Anna Katharina Schmid

    Frischen Kohlrabi aus dem Pflanzturm ernten, oder Salat aus dem Wasserbeet. Fürs Gärtnern in der Stadt gibt es viele Möglichkeiten. In Augsburg zeigt ein neuer „Urban Gardening Demonstrationsgarten“, wie man auf wenig Fläche sehr viel pflanzen und ernten kann. Auf der Fläche an der Haunstetter Straße sind nicht nur die üblichen Hochbeete zu sehen. Gezeigt werden innovative Methoden, wie man auch auf dem kleinsten Balkon mehr Grün unterbringen kann.

    Der Demo-Garten ist am Eingang zum Hochschulcampus zu finden, nur ein paar Schritte weit von der Straßenbahnhaltestelle an der Haunstetter Straße/Protestantischer Friedhof. Experten der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau haben die öffentliche Schaufläche in Zusammenarbeit mit der Hochschule eingerichtet. Wer daheim gerne gartelt, kann sich dort viele Anregungen holen. Ziel sei es nicht nur, Wertschätzung für saisonale und regionale Produkte zu schaffen, sagte Marianne Scheu-Helgert, die Leiterin der Bayerischen Gartenakademie. „Wir wollen auch aufzeigen, mit wie wenig Aufwand ökologische Produkte in der Stadt angebaut werden können.“ Das gilt vor allem für mobiles Gärtnern mit vertikalen Methoden.

    Dieser Pflanzturm bietet viel Platz für den Anbau von Salat und Gemüse auf kleiner Fläche.
    Dieser Pflanzturm bietet viel Platz für den Anbau von Salat und Gemüse auf kleiner Fläche. Foto: Anna Katharina Schmid

    Bunte Blumen wachsen im Demo-Garten nicht in schweren Tontöpfen, sondern in Taschen aus Filz, die mit Erde gefüllt sind. So kann man sie leichter transportieren. Salate sprießen nicht im großen gläsernen Gewächshaus, sondern in einer kleinen Wasserkultur. Für die balkontaugliche Version kann man eine handelsübliche Mörtelwanne verwenden. Die Salatpflänzchen werden auf schwimmende Styrodur-Platten gesetzt. Ihre Wurzeln ragen ins Wasser, das mit Nährstoffen angereichert ist. Damit das Wasser immer frisch bleibt und der Salat nicht zu faulen anfängt, ist das Wasserbeet an eine kleine Umwälzpumpe angeschlossen, wie man sie auch fürs Aquarium verwendet.

    Urban Gardening in Augsburg: So funktioniert ein Pflanzturm

    Erstaunlich viel Salat und Gemüse bringt man in einem innovativen Pflanzturm unter. Er eignet sich besonders für kleine private Stadtgärten. Ein einziges ein Meter hohes Gefäß mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern bietet über zwei Quadratmeter Anbaufläche, wie ein Fachmann der Landesanstalt erläutert. Im Demo-Garten besteht der Pflanzturm aus einem Drahtgeflecht, das mit einer Estrichmatte aus dem Baumarkt und einer perforierten Hanfmatte ausgekleidet ist und mit Kübelpflanzensubstrat gefüllt wurde. Aus allen Löchern sprießen Kohlrabi- und Salatblättchen. Damit die Pflanzen auch im heißen Stadtklima nicht verdursten, sorgt ein Tropfschlauch mit Zeitschaltuhr für die nötige Bewässerung.

    Eine Lösung für den kleinen Balkon: Gemüseanbau in Kästen, die  übereinander gestapelt sind
    Eine Lösung für den kleinen Balkon: Gemüseanbau in Kästen, die übereinander gestapelt sind Foto: Anna Katharina Schmid

    Auch Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) freut sich über die neue Urban-Gardening-Fläche. Sie sieht in dem Projekt eine wertvolle Ergänzung. Die Nachfrage nach Kleingärten werde in Augsburg immer größer. Auch sonst gebe es eine Vielzahl von Stadtgarten-Projekten. Mit Blick aufs Garteln erzählte Weber von einem persönlichen Erlebnis. Gerade erst sei sie bei ihrer Schwiegerfamilie in Köln zu Besuch gewesen. „Die Kinder gingen dort jeden Morgen in den Garten, um nachzusehen, wie schnell die Radieschen wachsen.“

    In Augsburg gibt es eine Vortragsreihe über Stadtbegrünung

    Hochschul-Vizepräsidentin Elisabeth Krön sieht in dem Demo-Garten eine gute Möglichkeit für den Wissensaustausch zwischen Hochschule und Gesellschaft. Neben den Schaubeeten gibt es Infotafeln und Prospekte, sodass sich Interessierte genauer informieren können. Besucher dürfen vom Gemüse oder Salat in kleinen Mengen etwas wegzupfen und mitnehmen. Studenten und Dozenten sind am Urban-Gardening-Projekt ebenfalls beteiligt. Sie erläutern in Online-Fachvorträgen der Reihe HSA_transfer aktuelle Themen der Stadtbegrünung. Am 1. Juli geht es beispielsweise um aktuelle Forschungsergebnisse, wie grüne Dächer und Urban Gardening Städte verändern. Zwei weitere Standorte für Demonstrationsbeete wurden zudem in der Fuggerei angekündigt.

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