Augsburg: Schuh Schmid scheitert erneut mit Antrag auf Ladenöffnung
Augsburg
Schuh Schmid scheitert erneut mit Antrag auf Ladenöffnung
Die Corona-Krise bringt den Handel immer stärker unter Druck. Ein Augsburger Schuhhaus wollte ab Februar zumindest Teile seiner Filialen öffnen. Die Behörden lehnen ab.
Schuhhändler sitzen derzeit auf jeder Menge Ware und dürfen nur über Click&Collect verkaufen. Auch für Kinderschuhe gibt es keine Ausnahme.Foto: Silvio Wyszengrad
Kinder brauchen spezielle Schuhe, um Laufen zu lernen – sagt Händler Schuh Schmid. Deshalb sei Beratung wichtig. Foto: Ida König (Symbolfoto)
Eine Erfahrung, die man auch bei Schuh Schmid macht. Allerdings mit einer Ausnahme: Kinderschuhe. Die Kleinen brauchen im Frühjahr neue, denn auf Corona nimmt das Wachstum keine Rücksicht. "Immer wieder melden sich bei uns Eltern und fragen, ob wir nicht Einzelberatungen mit Terminvereinbarung anbieten können", erzählt Inhaber Robert Schmid und kann die Sorgen der Eltern verstehen. Weil Kinder weiche Knochen haben, können rasch Fehlbildungen an den Füßen entstehen, wenn der Schuh nicht richtig passt. Auch Kinder, die gerade Laufen lernen, bräuchten speziell auf dieses Bedürfnis abgestimmte Schuhe. "Seit Jahren stehen wir hier den Eltern mit Rat und Tat zur Seite. Und jetzt soll das alles nicht mehr wichtig sein", so Schmid.
Schuh Schmid wollte ab Februar Kinderschuhabteilung öffnen
Um den Anfragen der Kunden gerecht zu werden und gleichzeitig für das eigene Unternehmen einen Hoffnungsschimmer zu schaffen, hat Schmid daher für mehrere seiner Filialen Anträge bei den zuständigen Behörden gestellt - unter anderem wollte er ab 1. Februar in seiner Filiale in Neusäß den Bereich Schuhe für Kinder bis drei Jahre öffnen. Er beruft sich dabei unter anderem darauf, dass die aktuell geltenden Bestimmungen es auch Babyfachmärkten erlauben, zu öffnen. Auch dort werden Kinderschuhe dieser Kategorie angeboten.
Doch Robert Schmid hatte bislang keinen Erfolg. Nach anderen Behörden auch, hat zuletzt das Landratsamt Augsburg den Antrag für Neusäß abgewiesen. Die Begründung: "Ein Schuhgeschäft hinsichtlich des Kinderschuhsortimentes als Babyfachmarkt einzustufen, wäre nicht statthaft, da die Kleinkinderschuhe nur einen marginalen Teil des Sortimentes ausmachen. Anders als im Falle der genannten Fachmärkte, die fast ausschließlich Artikel für Babys und Kleinkinder führen."
Weiter heißt es, dass auch viele andere Schuhgeschäfte und Kaufhäuser Kinderschuhe im Angebot und in der Folge ebenfalls Anspruch auf eine Teilöffnung hätten, sollte man diese Schuh Schmid ermöglichen. "Man würde damit die Intention, nur einen sehr kleinen Kreis von Geschäften zu öffnen, voll unterlaufen und den aktuellen Lockdown weitgehend konterkarieren", so ein Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion.
Augsburgs Händler werden zunehmend unruhig
Für Robert Schmid eine frustrierende Nachricht. "Ich muss wohl einsehen, dass Nikotin und Alkohol für die Politik wichtiger sind, als gesunde Kinderfüße." Ihm bliebe damit nur, den Kunden auch im Kinderschuhbereich Click&Collect und eine Beratung per Telefon anzubieten.
Die Stadt Augsburg sieht sich durch das Urteil des Verwaltungsgerichts in ihrer Strategie bestätigt. Bislang war man bei der Schließung beziehungsweise Abtrennung von Verkaufsflächen bei Mischbetrieben zurückhaltend vorgegangen. Als Begründung nannte man zuletzt das Risiko eines Rechtsstreits mit ungewissem Ausgang. Die Ereignisse im Allgäu bestätigen diese Vermutung.