Augsburg: Augsburger CSU-Vorstand entscheidet sich einstimmig für Schwarz-Grün
Augsburg
Augsburger CSU-Vorstand entscheidet sich einstimmig für Schwarz-Grün
Die Augsburger CSU stellt die Weichen für eine schwarz-grüne Koalition. Warum auch CSU-Aktive zustimmen, die von den Grünen politisch eigentlich weit entfernt sind.
Ein schwarz-grünes Bündnis mit zwei Frauen an der Spitze: die neue Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU, rechts) und Martina Wild von den Grünen, die künftig wohl Bildungsreferentin und zweite Bürgermeisterin sein wird. Das Bild entstand am Abend der Kommunalwahl im Rathaus.
Die CSU hat den Weg für eine schwarz-grüne Koalition im Augsburger Rathaus geebnet - und das mit einem deutlichen Ergebnis. Der Vorstand des Augsburger Bezirksverbands hat einstimmig für das geplante Zweierbündnis aus CSU und Grünen gestimmt. Die Vorstandsmitglieder trafen sich wegen der Coronakrise nicht persönlich. Die Entscheidung fiel bei einer Sitzung am Mittwochabend, die per Videochat stattfand.
Mit dem einstimmigen Ergebnis folgt der rund 20-köpfige Vorstand der politischen Marschrichtung, die der Augsburger Parteichef Volker Ullrich und die künftige Oberbürgermeisterin Eva Weber vorgegeben haben. Bei den Grünen läuft in dieser Woche noch eine Mitgliederbefragung zu der geplanten Koalition. In der Augsburger CSU gab es zuletzt keine öffentlichen Stimmen, die sich gegen das schwarz-grüne Bündnis aussprachen. Partei-Insider allerdings räumten ein, dass gerade an der Basis nicht jeder über eine Zusammenarbeit mit der Öko-Partei begeistert sei. Ein CSU-Stadtrat etwa sagt dazu: "Da müssen wir auch noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten."
Die neue Oberbürgermeisterin Eva Weber und der Augsburger CSU-Chef Volker Ullrich geben die politische Marschrichtung in Richtung Schwarz-Grün vor. Der Parteivorstand ist ihnen jetzt einstimmig gefolgt.Foto: Silvio Wyszengrad
Allerdings: Auch CSU-Aktive, denen keine besondere Nähe zu den Grünen nachgesagt wird, sind inzwischen von dem politischen Projekt überzeugt. Dazu zählt der Polizeibeamte Peter Schwab, der sich selbst als Konservativen sieht und sagt, dass er mit vielen politischen Positionen der Grünen nichts anfangen könne.
CSU und Grüne in Augsburg: "Sachliche Diskussionen" bei den Sondierungen
Schwab hat in den Sondierungsgesprächen mit den Grünen über die Ordnungspolitik mit verhandelt. Er sei positiv überrascht von der guten Arbeitsatmosphäre, die dabei geherrscht habe, sagt er. Es seien sachliche Diskussionen geführt worden, Ideologien hätten keine Rolle gespielt. Schwab gehört auch zu den Befürwortern eines Zweierbündnisses aus CSU und Grünen ohne die SPD. Bei drei Partnern in einer Koalition sei es noch schwieriger, Kompromisse und Lösungen zu finden. Er sei ein Freund von "klaren Verhältnissen". Die Stimme von Peter Schwab hat an Gewicht gewonnen, er konnte bei den Stadtratswahlen punkten. Die Wähler schoben ihn von Listenplatz 16 vor auf Platz sieben.
Wenn die Grünen der Koalition ebenfalls zustimmen, könnten in der nächsten Woche bereits die ersten Personalfragen abschließend geklärt werden, heißt es in Kreisen von Union und Grünen. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich auch die Mitglieder der Grünen mehrheitlich für das schwarz-grüne Bündnis aussprechen. Der Vorstandssprecher der Grünen, Peter Rauscher, sagte, man habe sehr viele Programmpunkte der Partei in den Gesprächen mit der CSU durchsetzen können.