Die schwarz-grüne Stadtregierung hat sich eine stärkere Einbindung der Bürger auf die Fahnen geschrieben. Doch kaum bietet sich ein Projekt an, das diese Beteiligung im wörtlichsten Sinn ermöglichen würde, findet sie Gründe, dies zu verhindern. Dass die Augsburger in heißen Sommern helfen, städtisches Grün zu gießen, sei ihnen „nicht zumutbar“ und würde den Bäumen auch wenig helfen, sagt der grüne Umweltreferent.
Vielleicht hat er den Nutzen einer solchen Aktion nicht bis zum Ende gedacht, denn natürlich spricht vieles dafür, die Bürger in ein Gießprojekt einzubinden. Erstens: Wer bereit ist, städtische Bäume zu versorgen, fühlt sich für seine Stadt mit verantwortlich, anstatt gleichgültig alles den Behörden zu überlassen. Zweitens: Die Stadt kommt mit dem Gießen ihrer Bäume seit Jahren nicht hinterher, sie könnte also gut Unterstützung gebrauchen.
Selbst wenn Bürger nicht hunderte von Litern heranschaffen können – durch ein gutes, digitales Management wäre dieses logistische Problem wohl in den Griff zu bekommen. Schließlich können sich ja auch mehrere Menschen zusammen um einen Baum kümmern. Drittens: Ein gemeinsames Baumwässerungsprojekt könnte beispielgebend für andere Beteiligungsaktionen sein und Schwung in ein Kapitel des Miteinanders bringen, das Schwarz-Grün doch angeblich fördern will. Also: Was in der Hauptstadt Berlin geht, sollte auch in Augsburg einen Versuch wert sein. Lasst die Bürger ihre Bäume gießen!
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