Mit dem Bezug der großen Wohnanlage Reesepark I und der Eröffnung eines Rewe-Supermarkts im selben Ensemble wurde in diesem Jahr ein für Kriegshaber wichtiges Projekt vollendet. An anderer Stelle im Stadtteil – an der Kreuzung Ulmer/Neusässer/Kriegshaber Straße – fallen seit Jahren zwei Brachflächen auf, auf denen sich offenbar nichts tut.
Anderer Standort für Feuerwache im Augsburger Westen
Schon sehr lange kann sich die Natur auf dem hinter einer Mauer versteckten einstigen Industrieareal neben dem Spectrum-Club frei entfalten. Zunächst hatte die Stadt das Grundstück als potenzielle Neubaufläche erworben, diese Pläne wurden aber wegen nachbarrechtlicher Schwierigkeiten zu den Akten gelegt. Aufgrund von Gesprächen mit möglichen Investoren schienen sich vor zwei Jahren Alternativen aufzutun. Was daraus geworden ist, erläutert auf Anfrage die Liegenschaftsverwaltung. Aufgrund eines möglichen Eigenbedarfs - Platz für den Bau einer Feuerwache im Augsburger Westen - seien die Verhandlungen mit einem Interessenten zunächst unterbrochen worden. Nachdem nun im Haupt- und Ferienausschuss Ende August für dieses Vorhaben ein anderer Standort am Holzweg favorisiert worden sei, "steht das sogenannte Linde-Areal wieder für eine private bauliche Entwicklung zur Verfügung". Die Gespräche mit dem möglichen Investor seien daher wieder aufgenommen worden, so das Liegenschaftsamt.
Nähere Details dazu gibt es noch nicht. Die Menschen in Kriegshaber interessieren sich auch deswegen für die Weiterentwicklung des Areals, weil sie seit Langem auf direkte Wegeverbindungen von der Ulmer Straße zum Friedhof hoffen. Diese Maßnahme, die auch Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) ist, könnte zusammen mit der Neubebauung verwirklicht werden.
Veränderungen bahnen sich auch auf dem gegenüberliegenden Grundstück an. Das Areal rund um den denkmalgeschützten ehemaligen Marstaller Hof ist durch einen Bauzaun abgesperrt. Dort und auch im einstigen Supermarkt-Gebäude nebenan sind die Mieter ausgezogen.
An den Absichten des Eigentümers, auf dem Grundstück ein weiteres Nahversorgungsangebot zu schaffen, hat sich nach Angaben des Stadtplanungsamtes nichts geändert. Nachdem der Baukunstbeirat der Stadt Augsburg dem wiederholt überarbeiteten Plankonzept des Eigentümers grundsätzlich zugestimmt habe, stünden weiterhin Gespräche und Abstimmungen mit dem Eigentümer an, ist zu erfahren. Aufgrund der Rahmenbedingungen gestalte sich dies kompliziert.
Eigentümer muss sich mit Augsburg und Stadtbergen abstimmen
Laut Stadtplanungsamt liegt der Gebäudekomplex zum großen Teil in der Nachbarstadt Stadtbergen, sodass eine Neuordnung des Areals und die nötigen Planverfahren nur gemeindeübergreifend vorgenommen werden könnten. "Bevor eine zeitlich abgestimmte Vorstellung in den Gremien Augsburgs und Stadtbergens stattfinden kann, müssen noch verschiedene Überarbeitungen beziehungsweise Untersuchungen - insbesondere zu den Themen Grünordnung, Immissionsschutz, Altlasten sowie Entwässerung - erfolgen und diese Ergebnisse wiederum im die Planungen einfließen."
Besitzer des Areals ist der Dasinger Unternehmer Peter Pletschacher. Er bestätigt gegenüber unserer Zeitung die Angaben der Stadt. "Wir sind im laufenden Austausch und nähern uns an." Corona habe die Angelegenheit nicht gerade einfacher gemacht. Details will Pletschacher zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt geben. Nur so viel: Der denkmalgeschützte Marstaller Hof bleibe erhalten, das ehemalige Supermarkt-Gebäude werde abgerissen. Einen konkreten Zeitplan gebe es noch nicht, ein Baubeginn vor 2023 sei aber unwahrscheinlich.