Neue Realschule in Augsburg dürfte nicht vor 2036 fertig sein
Augsburg
Neue Realschule in Augsburg wird nicht vor 2036 fertig sein
Nach der Untersuchung von möglichen Standorten steht eine Entscheidung im Stadtrat an. Von der Opposition gibt es schon einmal Kritik und die Forderung nach einer Interimslösung.
Ein Blick auf die Ackerflächen hinter dem Bayernkolleg: Das Areal an der Albrecht-Dürer-Straße im Grenzgebiet Lechhausen/Firnhaberau ist ein möglicher Standort für eine Realschule im Augsburger Osten. Foto: Marcus Merk
Nach der Vorstellung von möglichen Realschul-Standorten im Augsburger Osten kommt Kritik an Bildungsbürgermeisterin Martina Wild (Grüne) aus der Opposition. Moniert wird vor allem die Dauer der bisherigen Standortsuche und dass die Frage einer Interimslösung ungeklärt ist. FW-Stadträtin Regina Stuber Schneider sprach von einem „Armutszeugnis“, dass zwischen ersten Anträgen und einer Standortprüfung elf Jahre vergangen seien.
Die Umsetzung der Realschule werde noch dauern. „Zwei weitere Generationen von Realschülern werden wieder nur recht und schlecht versorgt werden“, so Stuber-Schneider. Das Projekt müsse nun beschleunigt werden, etwa durch Nutzung von Modulbauweise beim Neubau. SPD-Rätin Tatjana Dörfler forderte, dass die Stadt sich zumindest Gedanken über ein Interim machen müsse. „Wir haben nicht nochmal fünf Jahre Zeit“, so Dörfler. Zudem wolle man nicht in der Stadtratssitzung Ende Oktober einen Schnellschuss hinlegen, sondern das Thema ausführlicher beraten. Iris Steiner, OB-Kandidatin von FDP und Pro Augsburg, kritisierte, dass es noch keine Empfehlung der Verwaltung für einen Standort gibt. „Wer den Schulstandort Augsburg ernst nimmt, muss solche Projekte aktiv steuern – nicht in jahrelangen Prüfverfahren versanden lassen“, so Steiner.
Neue Realschule: Die Stadt Augsburg wird noch ihren Favoriten benennen
Wie berichtet, hatte die Stadt zuletzt fünf mögliche Standorte abgeprüft. Es kristallisieren sich der Standort an der Zugspitzstraße gegenüber der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 1 oder der Standort im Bereich Lechhausen/Firnhaberau auf Ackerflächen nahe dem Bayernkolleg (Albrecht-Dürer-Straße) heraus. Für den Moment hat sich Bürgermeisterin Wild noch auf keinen Favoriten festgelegt. Zur anstehenden Stadtratsentscheidung wird es aber eine Empfehlung geben. Vermutlich soll zunächst ein Stimmungsbild aus den Fraktionen eingeholt werden – auch innerhalb der Regierungskoalition, nachdem es wegen des Themas in der Vergangenheit zwischen CSU und Grünen auch etwas rumorte.
Inzwischen sind auch weitere Einzelheiten zum Realschulbau bekannt geworden. Die Stadt rechnet damit, bei einer Entscheidung für einen Standort mehrere Jahre mit Planung, Grundstücksbeschaffung und Förderanträgen beschäftigt zu sein. Ein Baubeginn ist ab 2033 realistisch, eine Fertigstellung 2036. Vor diesem Hintergrund dürfte bei der Debatte im Stadtrat neben der Standortfrage vor allem diskutiert werden, ob eine Interimslösung mit einem vorgezogenen Start als dreizügige Schule (später soll die Realschule sechs Parallelklassen in jeder Jahrgangsstufe haben) infrage kommt.
Ein Interim im Bayernkolleg in Augsburg wäre teuer
Die Stadt hat untersuchen lassen, ob das ehemalige Bayernkolleg-Gebäude in Kombination mit einem Container-Anbau infrage käme. Die Kosten fürs Herrichten des Gebäudes werden auf mehr als 16 Millionen Euro geschätzt, wobei mit mindestens sechs Jahren Vorlauf nach einer politischen Entscheidung zu rechnen wäre. Allerdings müssten auch für diese erst noch weitere Untersuchungen vorgenommen werden, sodass fraglich wäre, wie lange das Interim dann überhaupt zum Tragen käme. Allerdings soll wohl untersucht werden, ob andere Standorte infrage kommen.
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