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Augsburg: Skelett aus der Römerzeit am Augsburger Staatstheater gefunden

Augsburg

Skelett aus der Römerzeit am Augsburger Staatstheater gefunden

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    Das beim Theater gefundene Skelett: Ungewöhnlich ist, dass es außerhalb des Gräberfeldes begraben wurde und in Seitenlage in einer Grube verscharrt wurde.
    Das beim Theater gefundene Skelett: Ungewöhnlich ist, dass es außerhalb des Gräberfeldes begraben wurde und in Seitenlage in einer Grube verscharrt wurde. Foto: Stadtarchäologie

    Ungewöhnlicher Fund der Archäologen am Theater: Bei Grabungsarbeiten kam vor Kurzem ein menschliches Skelett zum Vorschein. Der Fundort, so Günther Fleps, wissenschaftlicher Grabungsleiter, liege in der westlichen römischen Vorstadt, die vor den Stadtmauern lag. Ungewöhnlich ist der Skelettfund, weil in der Antike Bestattungen innerhalb der Stadtmauern nicht üblich waren. Man gehe davon aus, dass die Leiche im Hinterhof eines Hauses in einer mit Bauschutt verfüllten Grube verscharrt wurde.

    Gegen eine gewöhnliche Bestattung spreche auch, dass sich der Leichnam in einer für die damalige Zeit ungewöhnlichen Seitenlage befand. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Person gewaltsam ums Leben kam", so Fleps. Das Skelett soll nun gereinigt und untersucht werden, nachdem es inzwischen geborgen wurde. Allerdings, sagt Fleps, sei der aktuelle Fund nicht einzigartig. Im Bereich der westlichen Vorstadt habe man Dutzende Skelette bei Grabungen gefunden. Man gehe davon aus, dass es sich um Opfer von Germanen-Überfällen handelt, die dann beim Aufräumen der Ruinen in Gruben oder Kellern vergraben wurden.

    Was Archäologen bisher am Augsburger Staatstheater gefunden haben

    Die Stadtarchäologie hat seit Beginn der Grabungsarbeiten vor vier Jahren rund ums Staatstheater schon mehrere Funde gemacht, etwa der Rest der Stadtmauer an der Volkhartstraße, der zunächst in die dortige geplante zweite Spielstätte integriert und zugänglich gemacht werden sollte. Angesichts der Kostensteigerung bei der Sanierung entschloss sich der Stadtrat aber wie berichtet, den Mauerrest nach genauer Dokumentation wieder zuzuschütten.

    Dieses Stück Stadtmauer dokumentiert, wie die Stadtbefestigung über Jahrhunderte hinweg erweitert wurde. Der Fund am Theater soll aus Kostengründen aber wieder zugeschüttet werden.
    Dieses Stück Stadtmauer dokumentiert, wie die Stadtbefestigung über Jahrhunderte hinweg erweitert wurde. Der Fund am Theater soll aus Kostengründen aber wieder zugeschüttet werden. Foto: Silvio Wyszengrad

    In der vorläufigen Grabungsbilanz berichten die Archäologen von Überresten von römischen Holz- und Steinbauten, die an der Hauptausfallstraße nach Westen lagen. Diese Funde liegen nördlich des Staatstheaters. Stadtmauerrreste aus dem Mittelalter fanden sich neben der Volkhartstraße (dort sind verschiedene Stadien von der Errichtung im 13. Jahrhundert bis zur Schleifung 1867 zu sehen) an der Ecke Heilig-Kreuz-/Kasernstraße. Hier fanden sich neben dem alten Wehrgraben auch eine mächtige Stützmauer, die die Straße vom Alten Einlaß (dem Nachttor der spätmittelalterlichen Stadt) zum "Heilig Kreuzer Tor" befestigte.

    Überreste von Bombenruinen aus dem Zweiten Weltkrieg in Augsburg

    Dieser Mauerabschnitt verlor ab dem Ende des 13. Jahrhunderts seine Bedeutung, nachdem die Stadtbefestigung um die daran angrenzende nördliche Unterstadt gezogen wurde und der alte Mauerabschnitt somit innerhalb der neuen Stadtmauern lag. 1519 baute man in den damals noch offenen Graben einen Speicherbau für Korn und Wein, der später als Salzstadel genutzt wurde. Er wurde 1876 abgebrochen, um hier das Stadttheater bauen zu können.

    Bei den Grabungsarbeiten unterhalb der früheren Brechtbühne kamen aber auch deutlich jüngere Fundstücke ans Tageslicht. Dort fanden sich Überreste von Bombenruinen aus dem Zweiten Weltkrieg (Bautechnikerschule, ehemals Kaserne und Kloster). Unter dem Kellerinventar befand sich ein Bierkasten der Marke Goldene Gans, ein Wasserkasten sowie Blechwannen und Keramik.

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