Augsburgs Archäologen stoßen immer wieder auf interessante Funde. Rund ums Theater hatten sie gar nicht mit besonderen Entdeckungen gerechnet, doch sie wurden überrascht: Zuerst kam ein gut erhaltener Teil der alten Stadtmauer zum Vorschein, nun ist es ein Skelett, das Fragen aufwirft.
Es wird dauern, passende Antworten zu finden. Was die Funde jedoch verdeutlichen: Augsburgs Vergangenheit bietet Stoff für Geschichten, die erzählt werden sollten. Leider ist die Stadt weit davon entfernt: Die Stadtmauer wird wieder im Boden verschwinden, weil es zu teuer wäre, sie so in den Theaterneubau zu integrieren, dass Besucher sie sehen könnten. Man kann die aus Geldnot getroffene Entscheidung nachvollziehen, bedauernswert bleibt sie allemal.
Denn man darf nicht vergessen, dass auch das Römische Museum aus eben diesen Gründen seit Jahren geschlossen ist. Die Interimsausstellung ist – so sie nach Corona wieder öffnen darf – allenfalls ein kleiner Ersatz für ein Römisches Museum, wie man es in einer Stadt wie Augsburg erwarten würde. Im Wahlprogramm der nun regierenden Parteien spielte ein solches Ausstellungshaus schon gar keine Rolle mehr. Es gebe, hieß es vor der Pandemie, andere Herausforderungen. Nun, sie sind mit Corona noch einmal gestiegen. Dennoch sollte man eine adäquate Präsentation der römischen Geschichte zumindest mittelfristig nicht aus den Augen verlieren.
Lesen Sie dazu auch: Skelett aus der Römerzeit am Augsburger Staatstheater gefunden