Beinahe ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Barbara Jantschke die Leitung des Augsburger Zoos übernommen hat. Es waren keine leichten Zeiten. Damals steckte der Zoo in einer tiefen Krise. Die Zoo-Gesellschaft war überschuldet, etliche Tiergehege hatten Mängel. Der Investitionsbedarf ging in die Millionen. 23 Jahre später ist der Zoo in einer deutlich besseren Verfassung. Einige Anlagen wurden modernisiert – die Kritik ist dennoch geblieben. Im kommenden Frühjahr geht Jantschke in den Ruhestand. Aktuell sucht die Stadt deutschlandweit nach einem Nachfolger. Auch eine zoointerne Lösung ist denkbar.
Bis Mitte Mai konnten sich Interessenten für den Geschäftsführerposten bewerben. Gesucht wird laut Internetseite des Zoos eine Person, die mehrjährige Erfahrung in der Leitung eines Zoos oder einem vergleichbaren Umfeld mitbringt. Hinzu kommen tiefgehende Kenntnisse im Tier- und Artenschutz sowie ein „kaufmännisches Verständnis und betriebswirtschaftliches Know-how“. Damit dürfte sich der Bewerberkreis schmal halten. Laut Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) werden bald Auswahlgespräche geführt. „Der Zeitplan sieht vor, dass der Stadtrat in seiner Sitzung im September über die Einstellung der ausgewählten Person entscheidet.“
Augsburger Zoo ist die besucherstärkste Einrichtung der Stadt
Für Erben ist klar, dass „die erfolgreiche Arbeit von Frau Dr. Jantschke weitergeführt“ werden soll. „Der Zoo ist ein Besuchermagnet, ist Teil unseres Umweltbildungskonzeptes und hat wichtige Aufgaben beim Artenschutz und dem Erhalt der Biodiversität“, sagt der Umweltreferent, der zudem als Aufsichtsratsvorsitzender agiert. Die Stadt Augsburg ist Alleingesellschafterin des Zoos. Seitdem Jantschke die Geschäfte des Zoos übernommen hat, habe sich dieser sehr positiv entwickelt, sagt Erben. „Es entstanden mit großer Unterstützung des Freundeskreises neue Tiergehege wie beispielsweise die begehbare Flugvoliere, die Otter- und Biberanlage mit einheimischen Fischen oder die Elefantenanlage.“ Der Augsburger Zoo sei die besucherstärkste Einrichtung der Stadt und auch über die Stadtgrenzen hinaus ein beliebtes Ausflugsziel.
Derart positiv beurteilen nicht alle die Arbeit von Jantschke. Über die Jahre sah sich die Geschäftsführerin mit viel Kritik für ihre eigensinnige Art konfrontiert, unter anderem nach der umstrittenen Abgabe zweier Paviane in das Deutsche Primatenzentrum in Göttingen im Herbst 2023. Damals distanzierte sich nicht nur der grüne Umweltreferent von Jantschke. Auch innerhalb des Zoo-Freundeskreises brodelte es, sagen Insider. Vielleicht gibt es nun auch eine zoointerne Lösung. Thomas Lipp, bisher Stellvertreter von Jantschke, wird nicht nur für seine gute Kommunikation geschätzt. Erben will sich auf Anfrage dazu nicht äußern. Er sagt: „Der Neubesetzung geht ein ergebnisoffenes Verfahren voraus.“
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