Das Schild "Augsburger Aktienbank" hängt schon lange nicht mehr an dem weißen Gebäude in der Halderstraße. Das Institut hat dort Ende 2022 seinen Betrieb eingestellt. Im kommenden Frühjahr soll wieder Leben in den großen Bürokomplex kommen: In der Halderstraße 21 werden rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regierung von Schwaben unterkommen, teilt die Behörde auf Anfrage mit.
1992 hat das Münchner Architekturbüro DMP Architekten den Neubau für die Augsburger Aktienbank realisiert. Im Portfolio des Unternehmens steht es als "Weißes Haus" – als unverwechselbare Architektur zwischen Hauptbahnhof und Königsplatz. In seinen Dimensionen solle sich der Baukörper in angemessener Weise in die vorgegebenen Strukturen einfügen, sich gleichzeitig aber durch einprägsames, eigenständiges und repräsentatives Erscheinungsbild von der Umgebung abheben.
Regierung von Schwaben zieht in Gebäude der Augsburger Aktienbank
Dort, wo früher einmal die Angestellten der Bank arbeiteten und die Straße belebten, war Ruhe eingekehrt. Das wird sich in wenigen Monaten wieder ändern. Die Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) habe das gesamte Gebäude für die Regierung von Schwaben angemietet, heißt es. "Die Belegung erfolgt – entsprechend des planmäßigen Fortschritts der Umbauarbeiten – sukzessive zum Jahresbeginn 2025", teilt Wolfgang Miller, Sprecher der Regierung von Schwaben mit. Insgesamt würden in der Halderstraße nach derzeitiger Planung rund 300 Arbeitsplätze für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regierung von Schwaben entstehen.
Aktuell sind die über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regierung von Schwaben neben dem "Stammsitz" am Fronhof auf weitere zehn Standorte im Stadtgebiet Augsburg aufgeteilt. Miller: "Das Gebäude in der Halderstraße bietet nun die Möglichkeit, kleinere Liegenschaften aufzulösen und Fachbereiche in einem Dienstgebäude zusammenzuführen."
Die Bank wurde 1963 gegründet – der Betrieb wurde 2022 eingestellt
30 Jahre lang war die Augsburger Aktienbank in der Halderstraße der Hauptsitz der Direktbank. Gegründet im Jahr 1963, gehörte das Institut lange Jahre zur Allianz, bevor es von der LVM Versicherung übernommen wurde, der auch heute noch das Gebäude gehört. Einen Namen machte sich das Institut als eine der ersten Direktbanken Deutschlands. Zu besten Zeiten verwahrte das Haus Wertpapiere in Höhe von mehr als 20 Milliarden Euro und hatte über 350 Mitarbeiter. Die Schließung der Augsburger Aktienbank wurde besiegelt, als die LVM Versicherung beschlossen hatte, sich auf das Versicherungsgeschäft zu konzentrieren.