Stadt und Stadtwerke prüfen in einem Planspiel Möglichkeiten, ein innovatives Verkehrssystem wie eine Magnetschwebebahn oder eine Seilbahn in Augsburg zu bauen. Umsetzbar wäre ein solches Projekt nur im Zusammenhang mit der Internationalen Bauausstellung in München, an der sich Augsburg beteiligt. Es handelt sich dabei um keine klassische Ausstellung, sondern um städtebauliche Projekte mit Verkehrsbezug, die bis 2034 entstehen sollen. Projektvorschläge der Stadt sind dabei eine lebenswertere Bgm.-Ackermann-Straße sowie ein modernes Mobilitätskonzept für Uniklinik und Medizinfakultät - was einen Einsatz etwa einer Magnetschwebebahn auf der Route der geplanten Linie 5 nahelegen würde.
Stadt und Stadtwerke betonen allerdings, dass es keinerlei konkrete Pläne gebe. Man schaue regelmäßig, was an neuen Ideen auf den Markt kommt. Die Planungen für die Straßenbahlinie 5, betonen beide, gingen unabhängig davon weiter. Die Linie 5 zwischen Hauptbahnhof und Uniklinik zieht sich seit Jahren, weil zahlreiche bauliche Schwierigkeiten (etwa die Kreuzungen mit B17 und Kriegshaberstraße) ungelöst sind. Ein erster Teilabschnitt zur Erschließung des Bahnhofstunnels aus dem Westen soll ab kommendem Jahr gebaut werden, der Rest des Projekts steht aktuell in den Sternen.
Eine Seilbahn oder eine aufgeständerte Magnetschwebebahn könnten diese Schwierigkeiten umschiffen. Das Thema Seilbahn, das vor einigen Jahren verstärkt für urbanen Einsatz diskutiert wurde, scheint wieder zu den Akten gelegt. Eine Magnetbahn auf Stelzen könnte Probleme einer Straßenbahn - etwa Kreuzungen und Eingriffe in Grünflächen - vermeiden und einen autonomen Betrieb ermöglichen, so die Stadt. Aktuell sei man aber in einem sehr frühen Stadium.
In Nürnberg und Berlin werden Pläne diskutiert
Inwiefern man bereits im Gespräch mit Anbietern ist, ist unklar. Ein naheliegender Anbieter wäre die Firma Max Bögl aus der Oberpflalz, die vor Jahren bereits den Betrieb einer über der A8 aufgeständerten Magnetschwebebahn zwischen Dasing und München sondierte. Das Projekt verlief im Sand. In der Prüfung ist das Transportsystem Bögl aber in Berlin und Nürnberg. In Nürnberg wäre - eine Parallele zur Linie 5 - ein Krankenhaus mit Magnetschwebebahn mit dem Bahnhof zu verbinden. Angestoßen wurde das Thema von Ministerpräsident Markus Söder. Das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie dort war: Man könnte bauen, das Umsteigen zwischen den Verkehrssystemen sei für Fahrgäste aber zu unattraktiv. Allerdings ist in Nürnberg keine eigene Magnetbahn-Linie geplant, sondern die Verlängerung einer Neubau-Tramlinie. Entschieden ist noch nichts.
Grüne setzen weiter auf die Straßenbahn
Den Überlegungen wenig abgewinnen können die Grünen im Augsburg Stadtrat, die auf die Straßenbahn setzen. „Es stellt sich die Frage, ob ausgerechnet Augsburg das Risiko eingehen sollte, Testballon für so ein Verkehrsmittel zu sein“, so Grünen-Rat Matthias Lorentzen. Eine Magnetbahn sei nicht günstiger, stelle eine neue Technologie im Stadtwerke-Fuhrpark dar und sei losgelöst vom Bus- und Tramsystem. Zudem habe eine Magnetbahn speziell in der einspurigen Variante eine deutlich geringere Kapazität als die langen Niederflurstraßenbahnen in Augsburg.
Bis auf Weiteres werden sich die Stadtwerke oder der AVV bei der Anbindung der Uniklinik ohnehin deutlich bodenständigerer Lösungen bedienen müssen. Weil die Buslinie 32 zu Spitzenzeiten recht voll ist, soll nun der Einsatz von Expressbussen geprüft werden, bis es eine Lösung für eine direkte Schienenanbindung zwischen Bahnhof und Uniklinik gibt.
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