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Der neue Augsburger OB hat viel versprochen – jetzt darf er seine Wähler nicht enttäuschen

Kommentar

Der neue Augsburger OB hat viel versprochen – auf die Geduld der Wähler kann er nicht setzen

Nicole Prestle
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    Alle Augen richten sich jetzt auf Augsburgs designierten Oberbürgemeister Florian Freund. Der wird ab Mai schnell erste Ergebnisse liefern müssen.
    Alle Augen richten sich jetzt auf Augsburgs designierten Oberbürgemeister Florian Freund. Der wird ab Mai schnell erste Ergebnisse liefern müssen. Foto: Marcus Merk

    Florian Freund ist noch nicht im Amt, da werden schon von allen Seiten Erwartungen an ihn herangetragen. Sein Telefon, sagt er, stehe im Moment selten still. Offenbar wollen jetzt viele Bürgerinnen und Bürger, dass der SPD-Politiker – wie im Wahlkampf versprochen – Augsburg wieder in Ordnung bringt.

    Der Satz, der sich von der Opposition aus so leicht aussprechen ließ, ist einer, an dem der künftige Augsburger Oberbürgermeister nun gemessen wird. Und man darf annehmen, dass die Wähler schnell Entscheidungen erwarten, die beweisen, dass Freund es ernst meint mit seinem Versprechen. Als eine zügig umsetzbare Maßnahme nannte er vor der Wahl den Umbau des Fuggerboulevards – weil man so bewiese, „dass Augsburg es noch kann“. Doch die Bürger erwarten wohl eher Maßnahmen, die direkte Auswirkungen auf ihren Alltag haben, zum Beispiel die Rückkehr des Fünf-Minuten-Takts bei der Straßenbahn, die im SPD-Wahlkampf ebenfalls eine zentrale Rolle einnahm.

    Der neue OB wird ab Mai also liefern müssen, um das Vertrauen, das die Wähler in ihn gesetzt haben, nicht zu enttäuschen. Vor allem auch das Vertrauen der Wähler, die Florian Freund nicht als ihren Favoriten, sondern „nur“ als Alternative zu Eva Weber (CSU) gewählt haben. Zweiteres dürfte die deutlich schwierigere Aufgabe werden, weil diese Bürger mit der bisherigen Regierung so unzufrieden waren, dass ihre Geduld und ihr Verständnis für vermeintlichen Stillstand aufgebraucht sein dürften. Freund wird vor allem ihnen beweisen müssen, dass er für etwas anderes als ein „Weiter so“ steht.

    Auch in anderer Hinsicht steht die neue Regierung unter Druck, weshalb sie sich bei manchen Themen besser flott einen Überblick verschaffen sollte. Beispiel: die Sanierung des Staatstheaters, das die SPD als Opposition stets kritisch hinterfragte. Zu Beginn der Amtszeit besteht noch die Chance, mögliche Schwierigkeiten der Vorgängerregierung anzulasten. Danach muss Florian Freund als neuer Oberbürgermeister selbst für solche Dinge geradestehen.

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