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Die Festwirtin der Lechhauser Kirchweih hat ein großes Hobby: Es ist das Bierzelt

Lechhausen

„Wer sagt, dass Gastronomie nicht schwierig ist, der lügt“: Wirtin Kati Wagner und ihr ausgefallenes Hobby

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    Wirtin Ketevan (Kati) Duduchava-Wagner in ihrem Lokal "Zum Schober"
    Wirtin Ketevan (Kati) Duduchava-Wagner in ihrem Lokal "Zum Schober" Foto: Peter Fastl

    Das Lokal strahlt Gemütlichkeit aus. Natürlich hat das auch damit zu tun, dass die Chefin Ketevan Duduchava-Wagner ihre Gaststätte „Zum Schober“ im Stadtteil Lechhausen in der Stätzlinger Straße auf Ostern hin liebevoll dekoriert hatte. Die bunten Hasen und Eichhörnchen, die überall an den Fenstern saßen, fielen einem gleich ins Auge. Im Jahr 2015 hat Wagner, die von ihren Freunden und Gästen nur „Kati“ genannt wird, das Lokal übernommen. Das Risiko einer Wirtin ist seitdem gestiegen.

    „Das waren noch andere Zeiten. Damals war es noch nicht so risikoreich, in die Gastronomie einzusteigen“, sagt sie, als sie auf die Anfangszeit zurückblickt. Ganz fremd in diesem Metier war sie ja nicht: „Ich habe zuvor in mehreren Lokalen als Bedienung oder Kellnerin gearbeitet“, erzählt Kati Wagner. Branchenkenner der Gastronomie in Augsburg erinnern sich an eine besondere Begebenheit: Die Gaststätte „Zum Schober“ in Lechhausen kam im Jahr 2009 zu einer besonderen Ehre. Restauranttester Christian Rach und der Fernsehsender RTL sorgten dafür, dass die Lechhauser Wirtschaft in ganz Deutschland bekannt wurde. „Als ich das Lokal übernommen hatte, wurde hin und wieder bei den Gästen noch von dieser Sendung gesprochen. Heute ist das nicht mehr der Fall“, meint Wagner.

    Die Wirtin in Lechhausen stammt aus Georgien

    Im Jahr 2002 kam Wagner aus Georgien nach Augsburg, aber mittlerweile gibt es kaum noch jemanden im Stadtteil Lechhausen, der „Kati“ Wagner nicht kennt. Das liegt natürlich auch daran, dass sie seit dem Jahr 2024 das Festzelt der Lechhauser Kirchweih betreibt. Dieses Jahr geht's am 17. Oktober los. Die Vorbereitungen dafür sind aber schon im vollen Gange: „Wir hatten die vergangene Woche die ersten Gespräche. Langsam müssen wir die ersten Bands buchen. Außerdem feiern die Maurer und Zimmerer in Lechhausen ihr 200-jähriges Bestehen.“

    In der Zeit der Kirchweih bleibt ihr Lokal geschlossen. „Im ersten Jahr, als ich das Bierzelt übernommen habe, war schon vieles neu und ich habe mich in manchen Dingen schwergetan. Aber ich hatte durch die Brauerei Riegele oder die Arge Lechhausen einige, die mir den Rücken gestärkt haben. Dann hatte ich auch liebe Stammgäste, die sogar nur wegen der Kirchweih Urlaub genommen haben“, gerät Wagner fast ins Schwärmen. Im vergangenen Jahr hat sie erstmals die Küche selbst gemacht. Wagner lacht: „Das ist sehr gut angekommen.“

    Deshalb trägt das Lokal den Namen „Zum Schober“

    Aber bis das erste Kirchweih-Bier angezapft wird, hat die Gaststätte „Zum Schober“ Priorität. Den Namen hat sie übrigens wie viele andere Pächter vor ihr mit übernommen. Schober leitet sich klassisch von einem Heuschober oder Stadel ab, was eine urige, ländliche Atmosphäre vermitteln soll. „In der Winterzeit ist das Geschäft schleppend gelaufen. Wer aber derzeit sagt, dass Gastronomie nicht schwierig ist, der lügt“, sagt Wagner ganz offen und fügt hinzu: „Bei den Familien sitzt das Geld nicht mehr so locker. Schließlich ist alles teurer geworden.“ Allerdings will sich Wagner nicht groß beklagen: „Irgendwie läuft das Geschäft immer.“

    Die Brauerei Riegele ist langjähriger Partner. Daher gehören die Steinkrüge auch zu den Vorzeigestücken.
    Die Brauerei Riegele ist langjähriger Partner. Daher gehören die Steinkrüge auch zu den Vorzeigestücken. Foto: Peter Fastl

    Gegenüber auf der anderen Straßenseite befindet sich der Eingang zum alten Ostfriedhof. „Es melden sich bei uns immer wieder Leute an, die nach Beisetzungen bei uns reservieren“, so Wagner. Sie setzt jetzt viel auf das Frühjahr und den Sommer. In den warmen Monaten hilft dann ihr Mann Markus auch wieder aus.

    Der schöne, schattige Biergarten ist eine Trumpfkarte. „Der Biergarten ist sehr beliebt und der muss auch im Frühjahr und Sommer einiges ausgleichen“, gibt Wagner zu. Bekannt ist ihr Lokal für ihre klassisch, bayerische Küche. Sie punktet hauptsächlich mit Kässpatzen, Cordon Bleu, Schweinebraten, Schnitzel oder Kartoffelsalat bei ihren Gästen. Aber zwischendurch gibt es auch mal georgische Speisen. „Das sind hauptsächlich Fleischeintöpfe, sehr käsehaltige Gerichte, Soßen aus Walnüssen mit Koriander oder Knoblauch. Das muss man schon mögen“, meint sie.

    Vater und Sohn Sebastian Priller setzen auf die Festwirtin Kati Wagner-Duduchava.
    Vater und Sohn Sebastian Priller setzen auf die Festwirtin Kati Wagner-Duduchava. Foto: Michael Hörmann (Archivbild)

    Sie selbst kommt im Jahr noch zweimal oder dreimal in ihre alte Heimat. Ihre Mutter wohnt noch dort. Die Wirtin sagt: „Ich bin Einzelkind. Früher hat sie mich noch öfter besucht, aber seit ich die Gaststätte führe, hat sich das geändert.“ Sie meint, wenn sie bei mir ist, kommt sie zu kurz“, zuckt Wagner mit der Schulter. Für anderes als die Gastronomie hat „Kati“ Wagner keine Zeit. Wenn man sie auf Hobbys anspricht, muss sie laut lachen: „Hobbys? Mein Hobby ist im Oktober dann das Bierzelt. Ein anderes habe ich leider nicht.“

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