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Modehaus Eckerle schließt eine Filiale in der Augsburger Innenstadt

Augsburg

Modehaus Eckerle gibt eines seiner beiden Häuser in der Innenstadt auf

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    Das Studio Eckerle verlässt Ende 2024 die Annastraße. Die Filiale am Rathausplatz bleibt.
    Das Studio Eckerle verlässt Ende 2024 die Annastraße. Die Filiale am Rathausplatz bleibt. Foto: Silvio Wyszengrad

    Das Onlineportal Immoscout 24 zeigt nicht nur private Immobilien an, die gekauft oder gemietet werden können, sondern auch Gewerbeflächen. Für die Innenstadt wird dort derzeit das Ladenlokal des Männermode-Spezialisten Eckerle in der Annastraße zur Miete angeboten. Ab 2024, so steht es da, seien die Räumlichkeiten zu haben. Tatsächlich wird Eckerle diesen Standort im Herzen der Stadt aufgeben. Das bestätigt die Unternehmensleitung auf AZ-Anfrage. Sie nennt auch ein Datum und Gründe für den Rückzug. 

    "Der Männermode-Spezialist Eckerle konzentriert sich in Augsburg ab Ende 2024 auf sein Augsburger Stammhaus am Rathausplatz. Das Studio Eckerle in der Annastraße schließt zum 31. Dezember 2024 seine Pforten", teilt ein Unternehmenssprecher auf Anfrage mit. Damit reagiere der zur Hirmer-Gruppe gehörende Männermode-Spezialist auf das veränderte Kaufverhalten und auch die anhaltenden Veränderungen im Einzelhandel in der Augsburger Innenstadt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Annastraße würden innerhalb der Hirmer-Gruppe neue Positionen in Augsburg und München angeboten.

    Strukturwandel macht sich in Augsburgs Innenstadthandel bemerkbar

    Der Textileinzelhandel leidet seit Längerem unter dem Strukturwandel im Einzelhandel. Das ist nicht nur in Augsburg so. Größere Ketten wie COS haben sich zuletzt nicht nur hier zurückgezogen, sondern in mehreren deutschen Städten Filialen aufgegeben. Gleiches gilt für Gerry Weber. Der Münchner Modehändler Hallhuber schließt zum Ende des Monats all seine Filialen, auch jene in der City-Galerie. Das Augsburger Modehaus Rübsamen dagegen plant seine Zukunft und wird im Zuge seiner Restrukturierung seine Ladenflächen am Stammhaus in der Karolinenstraße verkleinern. Auch an anderen Stellen gibt es Wechsel, denn der Strukturwandel hat mehrere Facetten.

    Die sich ändernden Rahmenbedingungen haben Effekte auf die Verweildauer der Geschäfte. "Generell werden für innerstädtische Handelsflächen häufig nur noch Mietverträge mit relativ kurzen Laufzeiten, Staffelmieten, umsatzabhängigen Mieten oder Sonderkündigungsrechten geschlossen", weiß Augsburgs Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle. Dies gehe einher mit immer kurzlebigeren Trends, führe zu einer höheren Fluktuation und immer wieder übergangsweise auftretenden Leerständen. "Das ist ein Zustand beziehungsweise ein Prozess, an den man sich zunehmend mehr gewöhnen muss." Entsprechend seien die Mieten für Handelsflächen in den letzten Jahren auch spürbar günstiger geworden. Das bestätigten zuletzt auch verschiedene Marktanalysen. Die 620 Quadratmeter große Ladenfläche von Eckerle werde in der Online-Annonce für 28.000 Euro pro Monat angeboten.

    Leerstandsquote liegt in Augsburg unter dem bundesweiten Schnitt

    Der Innenstadthandel verändert sich seit Jahren und wird es weiter tun, sind sich Experten einig. Städte brauchen mehr Attraktionen, um Kundinnen und Kunden anzulocken. Einzelhandel allein sei kein Zugpferd mehr. "Generell strebt die Stadt Augsburg danach, möglichst attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen in der Innenstadt zu schaffen", so Augsburgs Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle. Hierzu würden auch Maßnahmen von Augsburg Marketing wie der Stadtsommer mit dem Wasserspielbrunnen oder den Stadtstränden zählen. Mit diesen Aktionen sollen Gründe und Anreize geschaffen werden, die über das Einkaufen hinausgehen. Auch die Ansiedlung von attraktiver Gastronomie werten Experten als wichtiges Element zur Belebung von Innenstädten. 

    Trotz aller Schwierigkeiten lassen sich Leerstände in der Augsburger Innenstadt bislang noch zügig nachbesetzen. So zieht beispielsweise in die ehemalige Fläche von Gerry Weber in der Philippine-Welser-Straße demnächst das Münchner Keramik-Label Motel a Miio ein. Mit einer Leerstandsquote von zwei Prozent in den A- und B-Lagen (Stand Juli 2023) liegt Augsburg zudem deutlich unter dem Niveau vieler anderer Städte. Laut der Studie „Zukunftsfeste Innenstädte“ lag die bundesweite Leerstandsquote in den A-Lagen vor Corona bei etwa sieben Prozent. Auch Axel Haug, Center-Manager der City-Galerie, ist zuversichtlich. Die Nach-Corona-Phase und die Inflation würden den Handel derzeit durcheinanderwirbeln. "Ich bin aber sicher, dass nach dieser Phase auch wieder eine gewisse Stabilität folgt", so Haug. Eine solche sei bereits beim Kundenverhalten absehbar. Auch in der City-Galerie können noch alle Leerstände neu besetzt werden – unter anderem folgt auf den Schuhhändler Görtz der österreichische Schuhhändler Humanic.

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