Für die Umgestaltung des Platzes bei St. Michael in Pfersee gibt es nun nach jahrelangen Planungen und Umplanungen eine Perspektive. Vorgesehen ist jetzt, die bisher als Parkplatz und Taxistand genutzte Fläche zu einem begrünten Treffpunkt für den Stadtteil zu machen. Im Zentrum des Platzes ist ein Fontänenfeld geplant, das dem Platz zusammen mit einer „Erzählkugel“, auf der wichtige Daten der Pferseer Geschichte vermerkt sind, eine Struktur gibt. Ansonsten soll die Fläche durch Grünflächen, Bäume, Wege und Sitzgelegenheiten geprägt sein.
Wenn es ideal läuft, könnte der Bau im Jahr 2026 beginnen. Die Stadt geht von zwei Millionen Euro Kosten aus. Ein erster Entwurf hatte einen weitgehend befestigten Platz vorgesehen, im weiteren Verlauf kam der jetzige Plan mit deutlich mehr Begrünung heraus. Die Stadt wird sechs Bäume fällen müssen (teils in schlechtem Zustand), vorgesehen ist im Gegenzug die Pflanzung von neun neuen Bäumen. Mit dem Wegfall von versiegelten Flächen und der Schaffung von Versickerungsmöglichkeiten folge man den Überlegungen für das Schwammstadt-Prinzip, das auf eine Speicherung und Versickerung von Regenwasser abzielt.
Wegfall der Parkplätze wird im Umfeld kompensiert
Laut Stadtplanungsamts-Leiter Tobias Häberle können die wegfallenden 16 Auto-Stellplätze durch die Aufhebung von Parkverboten, die nicht mehr nötig seien, in Straßen im nahen Umfeld ausgeglichen werden. Drei Taxistellplätze sollen in die Stadtberger Straße kommen. Vorgesehen sind auch 30 Radabstellplätze, das vorhandene Leihrad-Angebot bleibt vor Ort. Die Container der Wertstoffinsel sollen in einem Modellprojekt mit dem städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb durch im Boden versenkbare Behälter ersetzt werden, bei denen nur noch ein Abwurfschacht aus der Oberfläche ragt. Der unmittelbar an St. Michael - der alten Dorfkirche von Pfersee - verlaufende Wolfgang-Bernheim-Weg bleibt für Autos passierbar, wird aber zu einem verkehrsberuhigten Bereich mit Fahrbahnverengung umgebaut. „Optisch soll die Straße Teil des Platzes werden“, so Häberle.
Kann der Brunnen kommen?
Der Bauausschuss des Stadtrats gab nun grünes Licht für die Fortführung der Planungen. Noch offen ist allerdings, ob der Brunnen in der Mitte wirklich kommen kann. Wie berichtet will die Stadt angesichts der steigenden Unterhaltskosten für die bestehenden Brunnen grundsätzlich darüber nachdenken, wo neue Brunnen noch machbar sind. Sie tauchen in immer mehr Architektenentwürfen für neue Plätze auf.
Die Stadt plant als weiteres Stadtteilprojekt in absehbarer Zeit eine Neugestaltung des Platzes vor dem Grünen Kranz in Lechhausen (wir berichteten), andere Stadtteilprojekte sind aktuell geschoben. In der Bgm.-Aurnhammer-Straße in Göggingen ist ein Umbau (geschätzte Kosten 7,7 Millionen Euro) nach wie vor in weiter Ferne. Baureferent Steffen Kercher (parteilos) sagte zuletzt im Bauausschuss des Stadtrats auf Anfrage von Stadträtin Beate Schabert-Zeidler (Bügerliche Mitte), dass man aktuell zwar 200.000 Euro für die Planung hätte, dieses Geld aber nicht reiche und aktuell keine Aussicht auf Städtebauförderung bestehe, weil die Stadt genug andere Projekte in Vorbereitung hat. Die 200.000 Euro nutze man vor diesem Hintergrund lieber anders. Schabert-Zeidler konterte, sie fühle sich „verkohlt“, nachdem ihre Fraktion ihre Zustimmung zum Haushalt vor zwei Jahren davon abgehängig gemacht hatte, bei dem Thema voranzukommen. Wenn, dann müssten die 200.000 Euro für Verbesserungen in Göggingen fließen. CSU-Rat Matthias Fink sagte, man könne an neues Geld aus der Städtebauförderung nur herankommen, wenn man bestehende Projekte abarbeite. Insofern sei das Geld an dieser Stelle besser aufgehoben.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren