Sommerhitze verdirbt Circus Barelli das Gastspiel in Augsburg
Augsburg
Circus Barelli zieht weiter und bangt um seine Zukunft
Wegen der Hitze kamen in Augsburg zunächst kaum Gäste. Auch wenn die zweite Woche besser war, wird die Finanzierung des Umzugs nach Karlsruhe ein Drahtseilakt.
Als siebenköpfige Pyramide waren die Artisten des Circus Gebrüder Barelli auf dem Drahtseil unterwegs. Auch die Finanzierung des Umzugs nach Karlsruhe wird nun ein Drahtseilakt.Foto: Annette Zoepf
Nach einem zweiwöchigen Gastspiel in Augsburg hieß es am Sonntag für den Circus Gebrüder Barelli zum letzten Mal „Manege frei“. Ab Montag wird das Zelt abgebaut, dann zieht der 60-köpfige Tross mit seinen Tieren weiter zur nächsten Spielstätte nach Karlsruhe. Mit jeder Menge Existenzsorgen im Gepäck. Denn die Zeit in Augsburg verlief gänzlich anders als geplant.
In der zweiten Woche des Gastspiels stiegen die Besucherzahlen
„Die erste Woche war katastrophal, wir haben so eine Hitze gehabt“, sagt Ramona Spindler. Teilweise mussten Vorstellungen abgesagt werden, weil schlicht keine Gäste zum Grand Chapiteau auf dem Gögginger Festplatz gekommen waren. Dabei war der Circus schon angeschlagen in Augsburg angekommen. An der vorherigen Spielstätte in Mannheim waren während einer Vorstellung mehr als 20.000 Euro aus einem Zirkuswagen gestohlen worden, dazu noch die Rassismusvorwürfe gegen einen Clown.
Beim Umzug nach Augsburg machten zwei Zugmaschinen schlapp, die Premiere in Göggingen musste dann aufgrund von Problemen mit der Stromversorgung ausfallen. Immerhin: Nachdem die große Hitzewelle vorbei war, seien in der zweiten Woche deutlich mehr Menschen in den Circus gekommen, freut sich Ramona Spindler. „Die Leute waren so begeistert und haben sich persönlich bedankt. So einen Circus haben sie in Augsburg nicht erwartet.“
Nun sei es aber Zeit Abschied zu nehmen und weiterzuziehen. Und das werde noch einmal ein Kraftakt. Insbesondere finanziell. Allein die Dieselkosten für den Umzug beliefen sich auf 20.000 Euro. Man werde sich strecken müssen, um das Geld zusammenbekommen. „Es wird ein Drahtseilakt“ sagt Spindler. Die Artisten habe man nur zum Teil bezahlen können. Nun hofft die Zirkusfamilie auf das Gastspiel in Karlsruhe.
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