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Vom Partner misshandelt: Zeugin schildert, wie sie überlebte

Prozess in Augsburg

Vom Partner misshandelt: Zeugin schildert, wie sie überlebte

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    Ein 35-jähriger Mann soll im Zustand der Schuldunfähigkeit seine Partnerin in der gemeinsamen Wohnung in Augsburg schwer misshandelt haben.
    Ein 35-jähriger Mann soll im Zustand der Schuldunfähigkeit seine Partnerin in der gemeinsamen Wohnung in Augsburg schwer misshandelt haben. Foto: Marcus Merk

    Ihren früheren Partner nennt die 34-Jährige im Landgericht Augsburg nur beim Nachnamen; es wirkt, als wolle sie Distanz schaffen zwischen sich und dem Mann, mit dem sie 14 Jahre lang ihr Leben geteilt hat. Und wer wollte es ihr verdenken? Was ihr ehemaliger Lebensgefährte der Frau im August 2024 in der gemeinsamen Wohnung in der Stadt angetan hat, ist ebenso erschreckend wie nahezu unbegreiflich. In der Verhandlung, in der es unter anderem um den Vorwurf des versuchten Totschlags geht, hat die Frau nun als Zeugin ausgesagt.

    Es ist für die 34-Jährige ein schwerer Auftritt. Neben ihr sitzt ihre Anwältin Mandana Mauss, während die Zeugin redet, erzählt, schildert. Meist bleibt ihre Stimme fest, doch ein paar Mal bricht sie in Tränen aus, vor allem, wenn sie über die zur Tatzeit gerade einmal wenige Monate alte Tochter spricht. Michael Eberle, der Vorsitzende Richter der zuständigen 4. Strafkammer, fragt nach, wo er nachfragen muss; die 34-Jährige hat kein Aussageverweigerungsrecht, da sie mit dem Beschuldigten nicht verlobt oder verheiratet ist, und der Fall muss juristisch aufgeklärt werden. Der Richter geht jedoch einfühlsam vor, auch andere Verfahrensbeteiligte sind erkennbar um Sensibilität bemüht.

    Verhandlung in Augsburg: Psychisch kranker Mann quält Partnerin stundenlang

    Wie berichtet, soll der 35-jährige Beschuldigte an jenem Tag im vergangenen Jahr versucht haben, seine damalige Partnerin umzubringen; er misshandelte sie stundenlang, stach mit einer Scherbe auf sie ein, würgte sie, drückte ihr ein Kissen auf das Gesicht, um sie zu ersticken, schlug sie.

    Es sind Vorwürfe, die der Mann am ersten Verhandlungstag bereits eingeräumt hat – und die von der 34-Jährigen im Saal bestätigt werden. Der Beschuldigte sei eigentlich ein liebenswerter, feinfühliger Mensch, so habe sie ihn kennengelernt. Seit 2010 sei man in einer Beziehung gewesen, habe erst im Allgäu, später in Augsburg zusammengewohnt. Gewalttätig sei ihr früherer Partner bis zur Tat im August 2024 nie gewesen, er habe aber massive psychische Probleme gehabt und deswegen Medikamente eingenommen. Manchmal habe er sie abgesetzt, was ein Streitpunkt zwischen ihnen beiden gewesen sei.

    Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 35-Jährige die Tat vermutlich im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat; er leidet offenbar an einer Form der Schizophrenie. In der Verhandlung geht es nicht um die Frage, ob er in ein Gefängnis kommt, sondern darum, ob er langfristig in einer Psychiatrie untergebracht wird. Der 35-Jährige berichtete am ersten Verhandlungstag, er habe geglaubt, gegen „Dämonen“ zu kämpfen, die aus seiner Partnerin herauskommen.

    An dem Tattag habe sie bei ihm eine ungeheure Wut bemerkt, sagt die 34-Jährige, und ihn sprachlich kaum erreicht. Als er sie attackierte, sei es ihr darum gegangen, irgendwie zu überleben. Ihr damaliger Partner hielt sie während der Tat fest und verletzte sie schwer; noch heute leidet sie unter der Tat. Die Frau, so sagte es ein Polizist als Zeuge, habe Verletzungen am ganzen Körper gehabt. Die 34-Jährige konnte sich zu Nachbarn retten und die Polizei anrufen, als das gemeinsame Kind von einem Sofa fiel und sie ihren damaligen Partner dazu brachte, kurz von ihr abzulassen und sich um den Säugling zu kümmern. Es sei der schlimmste Moment gewesen, als sie dann, völlig entkräftet und blutüberströmt, geflüchtet sei, sagt die Zeugin – im Wissen, dass der 35-Jährige im völlig entrückten Zustand alleine mit dem Kind in der Wohnung sei. Als die Beamten die Wohnung stürmten und den Mann festnahmen, ging es dem Baby aber gut.

    Das Gericht hat weitere Verhandlungstage bis Anfang April angesetzt.

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