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Auto-Studie zu Plug-in-Hybriden schockiert sogar Experten – so hoch ist der Kraftstoffverbrauch wirklich

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Auto-Studie zu Plug-in-Hybriden schockiert sogar Experten – so hoch ist der Kraftstoffverbrauch wirklich

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    Autos mit Plug-in-Hybridantrieb gelten als kraftstoffsparend. Eine Studie wirft die Frage auf, ob bei dieser Annahme ein Irrtum vorliegt.
    Autos mit Plug-in-Hybridantrieb gelten als kraftstoffsparend. Eine Studie wirft die Frage auf, ob bei dieser Annahme ein Irrtum vorliegt. Foto: Christoph Soeder, dpa (Symbolbild)

    Knapp 312.000 Plug-in-Hybride wurden 2025 in Deutschland zugelassen, das geht aus einer Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor. Damit sind so viele Plug-in-Hybride auf den Straßen unterwegs, wie noch nie – ein Anstieg um gut 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ein Anteil von mehr als zehn Prozent am deutschen Automarkt. Die zunehmende Beliebtheit der alternativen Antriebsart ist wohl mit der Kombination aus emissionsfreiem Fahren und hoher Flexibilität zu erklären. Plug-in-Hybride verfügen über einen Elektromotor und einen Verbrennungsmotor. Sie können kurze Strecken elektrisch fahren – laut ADAC liegen die Reichweiten mittlerweile bei bis zu 200 Kilometern, aber meistens deutlich darunter – und dann auf den Benzinmotor umstellen.

    Plug-in-Hybridautos sollen dementsprechend die Umweltbilanz verbessern, sie gelten außerdem als kraftstoffsparend und werden von Herstellern dahingehend beworben. Doch eine neue Studie wirft nun Zweifel auf. Wie sparsam sind Plug-in-Hybride wirklich?

    Wie hoch ist der Kraftstoffverbrauch von Plug-in-Hybriden wirklich?

    Für eine Analyse, an der unter anderem das Fraunhofer-Institut und das Öko-Institut beteiligt waren, wurden rund eine Million Fahrzeuge mit Plug-in-Hybridantrieb (PHEV) unter die Lupe genommen. Dabei handelte es sich um Autos von unterschiedlichen Herstellern, die zwischen 2021 und 2023 gebaut wurden. Die brisante Erkenntnis: Die untersuchten Plug-in-Hybride verbrauchten in der Praxis deutlich mehr Kraftstoff als in den offiziellen EU-Typgenehmigungen angegeben.

    Schon vor der Veröffentlichung der Studie hatten Umweltverbände laut der Tagesschau daran gezweifelt, dass die offiziellen Angaben, die häufig einen Verbrauch zwischen ein und zwei Litern je 100 Kilometer anführen, der Realität entsprechen würden. Die Analyse bekräftigt diese Vermutungen auf drastische Weise. Demnach verbrauchen Plug-in-Hybride fast sechs Liter Kraftstoff, also rund 300 Prozent mehr als in den Herstellerangaben der EU-Typgenehmigung angegeben.

    Studie: Wie viel Kraftstoff verbrauchen Plug-in-Hybride im Elektromodus?

    Für die stark abweichenden Angaben glauben die Forschenden einen Grund ausgemacht zu haben: den Elektromodus. Hintergrund ist die Tatsache, dass das System der Plug-in-Hybride auf zwei Modi beruht. Einer wird genutzt, um das Auto rein elektrisch anzutreiben, der andere bringt den Verbrennungsmotor in Gang, wie die Tagesschau erklärt. Bisher war angenommen worden, dass die Plug-in-Hybride kaum Kraftstoff verbrauchen würden, wenn sie im Elektromodus fahren. Ein Irrtum, glaubt die Forschungsgruppe.

    Die Auswertung der Daten legt nahe, dass Plug-in-Hybridfahrzeuge im elektrischen Modus durchschnittlich drei Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer verbrauchen. In der Studie ist von einem „Schock“ die Rede, den die Forschenden bei dieser Erkenntnis erfahren hätten. In der weiteren Analyse hätten sie herausgefunden, dass der hohe Verbrauch darauf zurückzuführen ist, dass der Verbrennungsmotor auch im Elektromodus deutlich häufiger anspringt als bislang vermutet.

    Plug-in-Hybride: Bei welchen Modellen ist der Verbrauch besonders hoch?

    Zwischen den getesteten Modellen von verschiedenen Autobauern wurden in der Studie Unterschiede deutlich. Die deutschen Fahrzeuge fielen dabei mit einem überdurchschnittlich hohen Verbrauch auf – allen voran die Modelle von Porsche. Im Elektromodus sollen die Plug-in-Hybride von Porsche der Analyse zufolge etwa sieben Liter Kraftstoff verbrauchen, im Verbrennermodus liegen die Werte deutlich darüber. Laut Tagesschau nahm Porsche auf Anfrage des SWR zu den Veröffentlichtungen wie folgt Stellung: „Die Verbrauchsangaben unserer Fahrzeuge basieren auf den gesetzlich vorgeschriebenen EU‑Messverfahren, die europaweit einheitliche und vergleichbare Werte sicherstellen. Abweichungen zu individuellen Realverbräuchen können durch unterschiedliche Nutzungsprofile und Randbedingungen entstehen.“

    Die sparsamsten Plug-in-Hybride werden derzeit von Ford, Kia, Renault und Toyota hergestellt. Laut der Studie liegt der Kraftstoffverbrauch bei den Modellen dieser Hersteller im Elektromodus teils unter einem Liter Kraftstoff.

    Höherer Verbrauch bei Plug-in-Hybriden: Was fordern die Wissenschaftler?

    Im Rahmen ihrer Studie fordert die Forschungsgruppe eine Anpassung der EU-Regularien. Man müsse die Lücke schließen, die zwischen dem theoretischen und dem tatsächlichen Verbrauch klafft. Dafür seien schärfere Vorgaben bei der Berechnung des Kraftstoffverbrauchs nötig. „Wir können heute, weil es jetzt die Daten und die Infrastruktur gibt, aufhören, Fahrzeuge nach ihrer Typgenehmigung zu bewerten“, sagte Studienautor Patrick Plötz vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) laut der Tagesschau.

    Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nannte Plug-in-Hybride eine „Mogelpackung“. Mit Blick auf die Ergebnisse der Studie sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch laut der Tagesschau: „Die politische Aufwertung von klimaschädlichen Plug-in-Hybriden ist eine klima- und industriepolitische Sackgasse. Sie verlängert künstlich die Ära des Verbrennungsmotors, gefährdet die Klimaziele und bindet Investitionen, die wir für echte Nullemissionsfahrzeuge brauchen.“

    Plötz fordert, dass Autobauer, deren Fahrzeuge die von der EU vorgegebenen Grenzwerte in der Praxis nicht einhalten, Strafzahlungen leisten müssen. Derzeit erreichen Hersteller die sogenannten „Flottengrenzwerte“, die festlegen, wie viel CO₂ eine gesamte Modellreihe ausstoßen darf, oft nur durch den auf dem Papier niedrigen Verbrauch von Plug-in-Hybriden.

    Auch interessant: Der Kauf von Elektroautos hat auch eine politische Komponente. Außerdem kam es zuletzt zu einem Ford-Rückruf wegen Brandgefahr.

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