Die „gelben Engel“ gehören in Deutschland seit mehr als 100 Jahren zum Straßenbild. Der ADAC stellt den größten Automobilclub Europas dar, laut eigenen Angaben hat er mehr als 5000 Einsatzfahrzeuge und über 22 Millionen Mitglieder. Das bedeutet, dass jeder vierte Deutsche auf die Hilfe des ADAC baut. Die Leistungen könnten nun teurer werden. Ein Medienbericht legt nahe, dass der Automobilclub die drastischste Preiserhöhung seiner Geschichte plant. Doch stimmt das? Wir haben beim ADAC nachgefragt.
Kommt es zur größten Preiserhöhung beim ADAC?
Der ADAC plant eine Beitragserhöhung von rund 20 Prozent – mit dieser Meldung sorgte der Business Insider für Aufsehen, der sich auf „interne Dokumente“ beruft. Demnach sollen Kunden, die den Basis-Tarif gebucht haben, bald 64 Euro statt 54 Euro im Jahr bezahlen. Für Premium-Mitglieder soll der Mitgliedsbeitrag sogar von 139 Euro auf 174 Euro jährlich ansteigen.
Sollte es dazu kommen, würde es sich um die erste Erhöhung der Mitgliedsbeiträge seit sechs Jahren handeln. 2020 wurden die Beiträge um etwa zehn Prozent erhöht. Ein Anstieg um etwa 20 Prozent würde laut Business Insider die größte Preiserhöhung der Geschichte des 1903 gegründeten ADAC bedeutet. Doch was sagt der Automobilclub dazu?
Steigen die ADAC-Beiträge tatsächlich?
Die Pläne einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um 20 Prozent bestätigte der ADAC auf Anfrage unserer Redaktion hin nicht. Allerdings räumte eine Sprecherin ein, dass man sich beim ADAC Gedanken darüber mache, „ob und in welcher Höhe die Beiträge angepasst werden müssen“. Der Hintergrund: „Der ADAC hat die Mitgliedsbeiträge seit 2020 konstant gehalten und zusätzlich die Mitgliedsleistungen kontinuierlich erweitert und ergänzt. Gleichzeitig sind in diesem Zeitraum die Kosten deutlich gestiegen. Seit 2020 ist die Inflation in Deutschland um mehr als 20 Prozent gestiegen“, erklärte die ADAC-Sprecherin. Der ADAC sei „von dieser Entwicklung mitbetroffen“.
Die finale Entscheidung über eine Anpassung der Beiträge wird am 23. Mai 2026 bei der ADAC-Hauptversammlung getroffen. Sollte das oberste Organ des Vereins eine Preiserhöhung beschließen, würde diese zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, teilte die Sprecherin unserer Redaktion mit.
Verändern sich die Leistungen des ADAC?
Der Business Insider berichtet auch darüber, dass der ADAC darüber nachdenke, ob die bisherigen Leistungen weiterhin angeboten werden könnten. Darunter befinden sich neben Pannendiensten, Abschleppdiensten und Bergungen auch Leistungen im Ausland, wie beispielsweise ein Rücktransport. Das Portfolio wurde in den letzten Jahren dahingehend erweitert, dass auch Fahrradpannenhilfe, Hausratversicherungen und Schlüsselnotdienste vom ADAC angeboten werden.
Die ADAC-Sprecherin teilte unserer Redaktion mit, dass „keine Abstriche an der Leistungsfähigkeit“ geplant seien. Zumindest in diesem Zuge gibt es also Entwarnung.
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