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Wie setzt sich der Spritpreis zusammen? So hoch sind die Steuern bei Benzin und Diesel

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Wie setzt sich der Spritpreis zusammen? So hoch sind die Steuern bei Benzin und Diesel

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    Die Spritpreise setzen sich aus mehreren Faktoren, unter anderem Steuern und Abgaben, zusammen.
    Die Spritpreise setzen sich aus mehreren Faktoren, unter anderem Steuern und Abgaben, zusammen. Foto: studio v-zwoelf, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Derzeit erleben viele Autofahrer einen Preisschock an der Tankstelle: Der Iran-Krieg lässt die Ölpreise und damit die Preise für Benzin und Diesel dramatisch ansteigen. Mehr als zwei Euro pro Liter Diesel und Benzin sind keine Ausnahme mehr. Laut ADAC liegt der Preis für ein Fass Öl aktuell deutlich über 100 US-Dollar, Ende Februar waren es noch rund 72 Dollar. Zuletzt befand sich der Ölpreis 2022 aufgrund des Ukraine-Kriegs in diesen Preisregionen.

    Doch nicht nur der Ölpreis hat einen Einfluss auf die Spritkosten, die wir in Deutschland an der Zapfsäule zahlen müssen. Auch Steuern und Abgaben sowie Kosten und Gewinn für Mineralölkonzerne sind an der Zusammensetzung des Spritpreises beteiligt. Welchen genauen Anteil diverse Steuern haben und welche Vorschläge es aus der Politik zur Entlastung von Autofahrern gibt, lesen Sie hier.

    Auto: Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?

    Der Kraftstoffpreis setzt sich grob gesagt aus drei Teilbereichen zusammen, wie BR24 informiert:

    • Steuern und Abgaben: Dazu zählen die Mehrwertsteuer, die Energiesteuer (ehemals Mineralölsteuer) sowie die CO₂-Abgabe.
    • Beschaffungskosten für den Einkauf des Kraftstoffs werden vom aktuellen Rohölpreis, dem Dollarkurs sowie von Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt beeinflusst. Diese Faktoren unterliegen Schwankungen und lassen die Spritpreise steigen oder fallen.
    • Deckungskosten fallen für Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber an. Dazu gehören neben dem erwirtschafteten Gewinn Aufwendungen für Transport, Tankstellenpacht, Vermarktung und Verwaltung.

    Spritpreise: Wie hoch sind die Steuern bei Benzin und Diesel?

    Etwa die Hälfte des Spritpreises machen laut BR24 Steuern und Abgaben aus. Die Energiesteuer, laut ADAC offiziell „Steuersätze für Energieerzeugnisse“, hat dabei einen erheblichen Anteil. Die Mehrwertsteuer schlägt mit 19 Prozent zu Buche. Die staatliche CO₂-Abgabe, die 2026 weiter gestiegen ist, verteuert laut Stiftung Warentest klimaschädliche Brennstoffe und soll dadurch Anreize schaffen, den Verbrauch zu senken oder auf umweltfreundlichere Technologien umzusteigen. Sie macht MDR aktuell zufolge derzeit zwischen 17 und 20 Cent pro Liter Kraftstoff aus.

    Wie der ADAC informiert, haben Steuern und Abgaben derzeit folgende Anteile am Spritpreis für Benzin (E10) und Diesel (Stand: 4. März 2026):

    E10 – durchschnittlicher Literpreis an Tankstellen in Deutschland: 1,94 Euro

    • Energiesteuer: 65,4 Cent
    • CO₂-Abgabe: 15,7 Cent
    • Mehrwertsteuer: 31,0 Cent
    • Kosten und Gewinn: 81,9 Cent

    Diesel – durchschnittlicher Literpreis an Tankstellen in Deutschland: 2,01 Euro

    • Energiesteuer: 47,0 Cent
    • CO₂-Abgabe: 17,3 Cent
    • Mehrwertsteuer: 32,1 Cent
    • Kosten und Gewinn: 104,6 Cent

    Somit betrug der Steuer- und Abgabenanteil bei den Spritpreisen Anfang März 2026 – nach dem Anstieg des Ölpreises durch den Iran-Krieg – im Schnitt rund 58 Prozent bei Benzin und rund 48 Prozent bei Diesel. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 lag dieser Anteil im Schnitt bei rund 64 Prozent bei Benzin und rund 56 Prozent bei Diesel.

    Laut ZDF heute ist das Tanken in einigen EU-Ländern, etwa Luxemburg, günstiger, da sich der Spritpreis dort anders zusammensetzt. Gründe dafür sind unter anderem eine niedrigere Mehrwertsteuer von 17 Prozent, staatlich festgelegte Höchstpreise sowie eine geringere Energiesteuer.

    Hauptgrund für den jüngsten dramatischen Anstieg der Spritpreise ist die Eskalation im Nahost-Krieg, in deren Folge der Iran die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öltanker, blockiert, informiert der ADAC. Zudem hat Israel Öllager in Teheran bombardiert, was die Sorge vor massiven Lieferunterbrechungen befeuert.

    Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, könnte auch der Aufwärtstrend bei den Spritpreisen weiter anhalten. Und selbst wenn sich die Lage in Nahost beruhigen sollte, könnte es eine Zeit lang dauern, bis sich das auf die Preise an den Tankstellen auswirkt, sind sich Experten einig.  „Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger“, sagt ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann nennt dies den „Rakete-und-Feder“-Mechanismus: Die Spritpreise steigen bei steigenden Ölpreisen rasant an – wie eine Rakete. Doch bei fallenden Rohölpreisen reagieren die Mineralölkonzerne deutlich langsamer – die Preise sinken nur allmählich, langsam wie eine Feder.

    Aktuelle Spritpreise: Kritik an Mineralölwirtschaft – wie reagiert die Politik?

    Der ADAC kritisiert die Mineralölwirtschaft für eine unverhältnismäßige Preissetzung an Tankstellen: Steigende Rohölpreise würden sofort an die Verbraucher weitergegeben, obwohl die Tanks noch mit günstigerem Kraftstoff gefüllt seien. Der Anstieg der Benzinpreise seit Beginn des Iran-Kriegs sei daher überzogen. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie, der die Mineralölindustrie vertritt, erklärt die derzeit hohen Spritpreise mit gestiegenen Einkaufskosten für Tankstellen, die um rund ein Drittel zugenommen hätten, berichtet ZDF heute.

    Positiv bewertet der ADAC die Einrichtung einer Taskforce durch die Koalitionsfraktionen zur Energiepreis-Analyse. Diese solle die vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin prüfen, die Autofahrer entlasten könnte – rund 15 Cent pro Liter Kraftstoff wären möglich. Laut ZDF heute hatte der Staat von Juni bis August 2022 die Steuern auf Diesel und Benzin deutlich gesenkt, um die Autofahrer angesichts der hohen Preise zu entlasten.

    Unionspolitiker haben zudem eine Aussetzung der CO₂-Abgabe vorgeschlagen, wie MDR aktuell berichtet. Doch ob das Autofahrer tatsächlich entlasten würde, ist umstritten. 2022 hätte man gesehen, dass die Ölkonzerne die gesenkten Steuern eingestrichen hätten, bei den Verbrauchern sei nichts vom sogenannten Tankrabatt angekommen.

    Eine erneute Spritpreisbremse plant die Bundesregierung der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zufolge nicht. „Das steht nicht auf der Agenda“, sagte die CDU-Politikerin am 4. März laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie kündigte aber eine kartellrechtliche Prüfung der Preissprünge an deutschen Tankstellen infolge des Iran-Kriegs an. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) warnte Mineralölkonzerne vor Konsequenzen, sollten sie die Krise für zusätzliche Gewinne ausnutzen.

    Auch Tankstellenbetreiber üben scharfe Kritik an den Mineralölkonzernen. „Das ist Raubtierkapitalismus wie im 19. Jahrhundert“, sagte Herbert Rabl, Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands (TIV), der Stuttgarter Zeitung. Auf die Preise an der Zapfsäule hätten die Pächter keinen Einfluss. Diese würden von den Konzernen gemacht. Den Frust der Autofahrer bekämen aber die Tankstellenpächter und ihre Angestellten ab, führte Rabl weiter aus.

    Übrigens: Aus Sorge vor noch weiter ansteigenden Spritpreisen mit vollgetankten Kanistern vorzusorgen, ist nur begrenzt möglich. Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel darf man nämlich nur in Maßen transportieren, da sie als Gefahrgut gelten.

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