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Spritpreise bleiben hoch: Warum Tanken trotz Waffenruhe und fallendem Ölpreis nicht sofort billiger wird

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Spritpreise bleiben hoch: Warum Tanken trotz Waffenruhe und fallendem Ölpreis nicht sofort billiger wird

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    Im Iran-Konflikt wurde eine Waffenruhe beschlossen. An den Tankstellen zeigt sich allerdings bisher keine Entspannung.
    Im Iran-Konflikt wurde eine Waffenruhe beschlossen. An den Tankstellen zeigt sich allerdings bisher keine Entspannung. Foto: josemiguelsangar, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Noch vor wenigen Tagen stand die Sorge im Raum, dass die Krise rund um die Straße von Hormus die Versorgung auch in Deutschland treffen könnte. Inzwischen hat sich die Lage vorübergehend entspannt: Mit der Ankündigung einer Waffenruhe im Iran-Konflikt sind die Ölpreise deutlich gefallen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Gleichzeitig könnte sich die Lage auf wichtigen Transportwegen entspannen, sollte die Passage durch die Straße von Hormus wieder möglich sein. Wie stabil diese Entwicklung ist, bleibt jedoch ungewiss.

    Für Autofahrer stellt sich damit eine naheliegende Frage: Wenn sich die Lage beruhigt und der Ölpreis sinkt, warum bleiben die Spritpreise dennoch hoch?

    Hohe Spritpreise: Weshalb merken Autofahrer von der Waffenruhe noch nichts?

    Aus Sicht der Bundesregierung ist die Versorgungslage in Deutschland stabil. „Es gibt derzeit keine Knappheiten in Deutschland, weder beim Gas noch beim Benzin, Diesel oder Kerosin. Wir haben keinen physischen Mangel“, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage unserer Redaktion. Die Energieversorgung sei gesichert, die wichtigste Lieferquelle sei aktuell Norwegen, zudem verfüge Deutschland über ein gut ausgebautes Raffinerienetz. Die aktuelle Krise wirke sich damit vor allem über einen Preisanstieg aus.

    Deutschland ist in der aktuellen Krise bis jetzt aber ausschließlich von erhöhten Preisen betroffen.

    Pressestelle Bundeswirtschaftsministerium

    Gleichzeitig dämpft die Bundesregierung Erwartungen an schnelle Entlastung. Es werde Zeit brauchen, bis sich die Lage auf dem Weltmarkt normalisiere. So könne allein der Transport eines Tankers von der Straße von Hormus nach Europa drei bis sechs Wochen dauern, lautete die Einschätzung des stellvertretenden Regierungssprechers Sebastian Hille, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete. Zudem bleibe die Lage unsicher, Rückschläge seien jederzeit möglich.

    Auch Ökonomen gehen davon aus, dass sinkende Ölpreise grundsätzlich weitergegeben werden – allerdings mit Verzögerung. „Hoch gehen die Preise immer schnell, die Absenkung dauert in der Regel einige Tage“, sagte die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

    Sind die Spritpreise in Deutschland derzeit überhöht?

    Ein unmittelbarer Rückgang der Preise ist für deutsche Autofahrer bislang (Stand 9. April 2026) nicht zu erkennen. Trotz gesunkener Rohölpreise haben viele Tankstellen ihre Preise zuletzt sogar noch einmal erhöht, berichtet das RND. So verteuerte sich Super E10 am 8. April zur Mittagszeit im Schnitt um 5,7 Cent pro Liter, Diesel um 5,3 Cent. Nach der Erhöhung lag der Preis für E10 bei durchschnittlich 2,208 Euro pro Liter, Diesel bei 2,471 Euro.

    Zugleich gibt es erste Hinweise auf eine mögliche Trendwende: Der Anstieg fiel zuletzt schwächer aus als in den Tagen zuvor, und die Durchschnittspreise lagen leicht unter dem Vortagsniveau.

    Der ADAC bewertet das aktuelle Preisniveau an Tankstellen dennoch kritisch. „Aus Sicht des ADAC sind die Kraftstoffpreise aktuell sehr deutlich überhöht, zumal der Rohölpreis nicht weiter zugelegt hat“, heißt es in der Antwort auf Anfrage unserer Redaktion. Seit Inkrafttreten der neuen 12-Uhr-Regelung am 1. April seien die Preise weiter gestiegen. Diesel habe zuletzt mehrfach neue Rekordstände erreicht, Super E10 ein neues Jahreshoch markiert.

    Hat die 12-Uhr-Regel das Tanken sogar teurer gemacht?

    Auch im europäischen Vergleich zeigt sich eine auffällige Entwicklung. In Deutschland ist Superbenzin zwischen dem 30. März und dem 6. April um rund 11 Cent pro Liter gestiegen, während die Preise in vielen Nachbarländern nur um wenige Cent zunahmen. Dies geht aus einer Analyse der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hervor. In Polen und Österreich sanken sie sogar, was allerdings auf staatliche Maßnahmen zurückgeführt wird.

    Der Zeitraum überschneidet sich weitgehend mit der Einführung der sogenannten 12-Uhr-Regel, nach der Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen dürfen. Kritiker hatten im Vorfeld befürchtet, dass Anbieter Preise mittags „auf Vorrat“ stärker anheben könnten. Tatsächlich stellte der ADAC in den ersten Tagen teils Preissprünge von mehr als zehn Cent fest.

    Dieser grundsätzlich richtige Marktmechanismus ist durch die neue Regelung (Österreich-Modell) empfindlich gestört.

    Andreas Hölzel, ADAC-Pressestelle

    Ob der stärkere Preisanstieg in Deutschland wirklich mit der neuen Regel zusammenhängt, ist jedoch noch unklar. Auch das Bundeswirtschaftsministerium betont gegenüber unserer Redaktion, es sei noch zu früh für ein abschließendes Fazit. Der ADAC sieht die Entwicklung kritisch. Der Marktmechanismus, bei dem Preise im Tagesverlauf durch Wettbewerb sinken, sei durch die neue Regelung „empfindlich gestört“. Endverbraucherpreise reagierten häufig unmittelbar auf Erwartungen und Risiken, während reale Veränderungen bei Fördermengen oder Lieferketten erst verzögert wirksam würden.

    Nach Hormus-Blockade: Wie schnell könnte Tanken jetzt wieder billiger werden?

    Nach Einschätzung der Bundesregierung dürfte sich daran zunächst wenig ändern. Demnach sei kurzfristig nicht mit schnellen Preissenkungen zu rechnen. Neben den Transportzeiten könnten auch höhere Transportkosten – etwa durch gestiegene Versicherungsprämien – die Entwicklung bremsen, hieß es gegenüber dem RND.

    Grundsätzlich erwarten Ökonomen jedoch, dass sinkende Ölpreise an die Verbraucher weitergegeben werden. In Frankreich gibt es laut RND bereits erste Schätzungen: Dort könnten die Preise in den kommenden Tagen um fünf bis zehn Cent pro Liter sinken, sofern sich der Ölpreis auf einem bestimmten Niveau stabilisiert.

    Wie schnell und wie stark sich dieser Effekt in Deutschland zeigt, bleibt jedoch offen.

    Zusammenfassend: Ein akuter Spritmangel droht in Deutschland weiterhin nicht – darin sind sich Bundesregierung und Experten einig. Gleichzeitig sorgt die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, verzögerter Preisweitergabe und möglichen Markteffekten dafür, dass die große Entlastung an den Tankstellen bislang ausbleibt. Auch wenn sich die Lage auf den Rohölmärkten kurzfristig entspannt hat, kommt diese Entwicklung bei den Verbrauchern nicht sofort an.

    Übrigens: Für unsere Leserinnen und Leser aus Karlsruhe behalten wir die Zapfsäulen genau im Blick. In unserer Übersicht finden Sie die zehn günstigsten Tankstellen im Karlsruher Stadtgebiet.

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