Der Krieg im Iran treibt die Ölpreise deutlich nach oben. Auch Autofahrer in Deutschland spüren das nach ADAC-Angaben unmittelbar an den Zapfsäulen. An vielen Tankstellen sind bei Benzin und Diesel bereits Aufschläge zu erkennen.
Der Iran ist der viertgrößte Ölproduzent innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), berichtet die Deutsche Welle. Doch die Energieexporte stellen nicht nur eine bedeutende Einnahmequelle für den iranischen Staat dar, sondern sind auch wichtige Importe für deutsche Märkte. Welche Folgen der Iran-Krieg für deutsche Spritpreise hat und wie Autofahrer an Tankstellen trotzdem sparen können, im Überblick.
Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die Preise für Benzin und Diesel aus?
Wie stark die Belastung des hohen Ölpreises ausfällt, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf des Konflikts ab. Das erklärte auch der Chefvolkswirt der DekaBank, Ulrich Kater, dem ZDF. Ihm zufolge könnten die Spritpreise vor allem dann deutlich steigen, wenn Erdölanlagen in der Region gezielt zerstört werden. Auch eine länger andauernde Blockade der Straße von Hormus würde den Öltransport erheblich behindern und die Preise in die Höhe treiben. In diesen Fällen dürften Autofahrer auf absehbare Zeit hohe Kosten beim Tanken haben.
Bei der Straße von Hormus handelt es sich laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) um eine strategisch wichtige Handelsroute. Eine Blockade oder militärische Zwischenfälle reichen aus, um die Rohölpreise deutlich steigen zu lassen. Durch die Meerenge wird nämlich ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Erdöls transportiert – täglich rund 17 Millionen Barrel Öl, etwa ein Fünftel der weltweiten Produktion. Dabei entspricht ein Barrel Öl laut der Bundeszentrale für politische Bildung 159 Litern.
Wie das Magazin Markt und Mittelstand berichtet, würden Händler nach Monaten der Gelassenheit nun sensibel auf „Risiken für Angebot, Transportwege und politische Stabilität in einer der wichtigsten Förderregionen der Welt“ reagieren. Somit kalkulieren Investoren an der Börse die geopolitischen Risiken ein. Das Handelsblatt hält zudem fest, dass der deutsche Leitindex DAX deutliche Verluste bei Öl und Gas durch die Eskalation im Nahen Osten hat. Der höhere Rohölpreis habe unmittelbare Auswirkungen auf die Preise für Benzin und Diesel. Verbraucher bekommen das an der Tankstelle zu spüren.
Welchen Einfluss hat die Nahost-Eskalation auf deutsche Autofahrer?
Für Millionen Autofahrer in Deutschland bedeutet die aktuelle Entwicklung vor allem eines: Tanken wird spürbar teurer. Innerhalb weniger Tage haben die Preise für Super E10 und Diesel nach Angaben des ADAC um mehrere Cent je Liter zugelegt, mit besonders starken Aufschlägen zu Wochenbeginn. Sollten die Rohölpreise hoch bleiben, ist in den kommenden Tagen mit weiteren Erhöhungen zu rechnen. Zuletzt seien die Kraftstoffpreise laut ADAC vor etwa zwei Jahren so hoch gewesen.
Die laufenden Kosten für Autos steigen damit merklich. Höhere Ausgaben beim Tanken wirken sich nicht nur auf das private Budget aus, sondern können über Transport- und Lieferkosten langfristig auch andere Verbraucherpreise beeinflussen. Eine schnelle Entlastung ist nicht zu erwarten, da sinkende Ölpreise meist verzögert an den Tankstellen ankommen, wie die Deutsche Börse schreibt.
Sprit-Preisentwicklung: Wie können Autofahrer trotz Iran-Krieg sparen?
Autofahrer können die steigenden Spritpreise zwar nicht umgehen, jedoch eigene Maßnahmen zum Sparen ergreifen. Der ADAC empfiehlt, einen Blick auf die Tageszeiten und die Preisunterschiede zwischen Tankstellen zu werfen. Morgens zwischen 7 und 8 Uhr seien die Preise erfahrungsgemäß am höchsten, wer später tankt oder gezielt günstigere Anbieter anfährt, kann mehrere Cent pro Liter sparen. Zudem könnten Preis-Apps laut der Sparkasse Spritpreise vergleichen und so das Auffinden der preiswertesten Tankstellen in der Umgebung erleichtern.
Darüber hinaus würden einfache Entscheidungen im Alltag helfen, die Kosten zu senken. Wer auf teureres Super E5 verzichtet und stattdessen E10 tankt, könne pro Liter weitere 5 bis 6 Cent sparen, schreibt der ADAC. Auch Anpassungen im Fahrverhalten, wie vorausschauendes Fahren und niedrigere Geschwindigkeiten auf Autobahnen, würden nach ADAC-Information den Kraftstoffverbrauch und die Tankkosten reduzieren.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren