Von Freitagmorgen bis Montagabend liefen die Telefondrähte heiß beim HITRADIO-RT1-Spendenmarathon. Der Radiosender, der in Augsburg Stadt und Land, weiten Teilen Nordschwabens, im Unterallgäu und in Memmingen vertreten ist, sammelte wie schon die Jahre zuvor im Rahmen der „RT1-Weihnachtsträume“ für Hörerinnen und Hörer aus der Region, die unverschuldet in Not geraten sind. Das Motto: „Zusammen sind wir stark“. Bereits bis 11.30 Uhr am Montagvormittag kletterte das Spendenbarometer auf knapp 230.000 Euro. Kurz vor dem Finale um 18 Uhr zog das Tempo dann noch einmal kräftig an. Und so standen am Ende 275.000,07 Euro zu Buche. Das Geld kommt der Stiftung Kartei der Not zugute.
Mit diesen Spenden finanziert das Leserhilfswerk unserer Zeitung, das in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert, unter anderem das Ellinor-Holland-Haus, das als Herzstück der Stiftung gilt. Seit 2016 konnte mehr als 200 Menschen zu einem Neustart verholfen werden. Für die nächsten Jahre ist der Bau von bis zu 35 zusätzlichen Wohnungen für Bedürftige geplant. Aber auch Menschen wie Tanja aus dem Unterallgäu konnte bereits geholfen werden. Wie bei RT1 zu hören war, schlägt sie sich alleine mit ihren Kindern durch, nachdem sie sich von dem Vater der Kinder trennen musste. Dieser hatte ein Kind fast totgeschlagen. Der Kinderarzt habe ihr gesagt, dass es ein Wunder sei, dass der Kleine überlebt hat. Zudem erkrankte Tanja an einer Depression. Als dann auch noch das Auto kaputtging, half die Kartei der Not mit einem Wagen – Tanja hätte sich sonst keinen leisten können.
Kartei der Not Geschäftsführer vom Spendenergebnis gerührt
Nach einer 2000 Euro-Spende vom Versicherungsbüro Siegfried Grob in Gersthofen reagierte Moderator Alex Kunz am Montag geradezu euphorisch: „Der Hammer, geil“, kommentierte er die Spende. „Lasst uns nochmal richtig die Ärmel hochkrempeln und Gas geben“, schob er später nach. Wie jedes Jahr bekamen die Hörerinnen und Hörer auch 2025 für ihre Spende einen Musikwunsch erfüllt. Attila und Nicole wünschten sich den Weihnachtsklassiker „Last Christmas“ von Wham!. „Es gibt immer Menschen, denen es schlechter geht als uns, und wir finden es gut, dass das Geld in der Region ankommt“, begründete Hörerin Nicole die gute Tat.
Oliver Jaschek, Geschäftsführer der Kartei der Not, war vom Ergebnis gerührt. „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir erreicht haben. Die letzten Tage waren so aufregend. Mich hat die Initiative des RT1-Teams mit ihrem 170 Kilometer-Spendenlauf besonders beeindruckt.“
Präsident des FC Augsburg bleibt auch im nächsten Jahr Schirmherr
Der Geschäftsführer von HITRADIO RT1, Bernhard Hock, ordnete das Ergebnis hoch ein, da sich die wirtschaftlich schwierige Lage auch bei Firmen bemerkbar mache und die Spendenbereitschaft nachlasse: „Es ist ein hervorragendes Ergebnis, das ich so nicht erwartet hätte. Das zeigt die Leistung des Teams. Ich finde auch die Musik immer wieder interessant, die die Hörer sich wünschen.“ RT1-Programmleiter Felix Straube schloss sich Hock an: „Wir haben tausende Anrufe bekommen, teilweise von Kindern, die ihr Taschengeld gespendet haben. Eine Firma hat sogar eine „Motzkasse“ aufgestellt, in die jeder, der gemotzt hat, einzahlen musste.“
Auch Markus Krapf, Präsident des FC Augsburg und Schirmherr der „Weihnachtsträume“, war vom Ergebnis beeindruckt: „Es ist wieder ein tolles Ergebnis geworden. Es ist die namhafteste Spendenaktion der Region und die Leute wissen, dass das Geld da ankommt, wo es gebraucht wird.“ Zudem kündigte Krapf an, auch im nächsten Jahr wieder als Schirmherr aufzutreten.
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