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Psychisch leidenden Kindern muss besser geholfen werden

Kommentar Von Daniela Hungbaur
07.06.2021

Schon vor Corona hatten immer mehr Kinder und Jugendliche in Bayern psychische Probleme. Die Pandemie verstärkt die Situation. Darauf muss reagiert werden.

Corona wird Spätfolgen nach sich ziehen. Das ist klar. Denn viele Menschen leiden gerade psychisch an den pandemiebedingten Einschränkungen. Hier die Generationen gegeneinander auszuspielen, wäre falsch. Vielmehr müssen die Probleme generell ernst genommen werden: Jeder kann in diesen Zeiten an seine seelischen Belastungsgrenzen stoßen und psychisch erkranken, ob hochbetagt, mittelalt oder ganz jung. Gleichwohl wurden gerade die Auswirkungen auf die Psyche der Heranwachsenden, die doch ohnehin oft in einer Phase stecken, die seelisch und körperlich herausfordernd ist, viel zu lange viel zu wenig beachtet. Wie viel ihnen tatsächlich zugemutet wurde und wird, zeigt nicht zuletzt der starke Zulauf in psychiatrischen Kinder- und Jugendkliniken. Das muss beunruhigen und Konsequenzen haben.

Psychische Krankheiten: Kinder brauchen langfristig mehr Hilfe

Schon vor Corona mussten zu viele Menschen unabhängig von ihrem Alter lange auf einen Therapieplatz warten. Zwar gab es hier Verbesserungen, indem etwa der Zugang zu einer psychotherapeutischen Betreuung erleichtert wurde. Doch die große Nachfrage infolge der Pandemie lässt auf einen längerfristigen höheren Bedarf schließen. Eine Aufstockung der Plätze ist also unumgänglich.

 

Bei den Kindern und Jugendlichen erkranken infolge der Pandemie zum einen vor allem diejenigen psychisch schwer, die schon vor Corona seelisch geschwächt waren. Als besonders gefährdet sehen Ärzte aber zum anderen auch Heranwachsende in schwierigen Familienverhältnissen an. Sie gilt es daher ganz besonders zu unterstützen. Und es muss wirklich alles dafür getan werden, dass junge Leute wieder ihr soziales Leben, ihre Bildungsstrukturen zurückbekommen. Natürlich immer unter Berücksichtigung des größtmöglichen Infektionsschutzes. Doch einfach Zusperren kann und darf jetzt keine Option mehr sein.

Bewältigung der Pandemie-Folgen ist nicht nur Nachholen von Lernstoff

Was ebenfalls die seelische Situation vieler junger Leute missachtet, ist das zu starke Pochen auf das Nachholen von Lernstoff. Man müsste ihnen vielmehr bewusst mehr Zeit geben. Denn gefragt ist jetzt nicht nur Leistung. Mindestens so wichtig ist es, dass sich die jungen Leute auch seelisch von der Pandemie erholen und neue Kräfte sammeln. Letzteres gilt zwar auch für Erwachsene, doch sie haben es in der Regel eher in der Hand, für sich selbst zu sorgen, als Kinder und Jugendliche.

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07.06.2021

Auch wenn ich mir von den Helikopter-Eltern, die meinen, ihre Kinder in Watte einpacken zu müssen, höchstwahrscheinlich ein paar Steine einfangen werde, aber ich stelle mir einige Fragen:

1. Ist das nicht jammern auf allerhöchstem Niveau?

2. Wie geht/ging es den Kindern, die in einem Krieg aufwachsen bzw. aufgewachsen sind?

3. Wie geht/ging es den Kindern, die in Armut aufwachsen bzw. aufgewachsen sind?

Ich könnte zig weitere Fragen stellen, bei denen die Gründe schwerwiegender sind, als die Pandemie.

Ganz ehrlich, wenn Kinder nur wegen der Pandemie psychisch krank werden, haben Eltern bei der Erziehung in meinen Augen grandios versagt.

Zur Aufgabe der Eltern gehört es, die Kinder auf das Erwachsenwerden vorzubereiten.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Kinder es heute viel leichter haben, als früher, weil die Helikopter-Eltern um ihre Kinder herumschwirren und ihnen alles abnehmen. Sogar das Denken.

Eine Pandemie darf eigentlich kein Grund sein, psychisch krank zu werden. Dann hat es vorher bereits nicht gestimmt.

In diesem Sinne

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