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Corona-Impfung
05.12.2021

Soll ich mein Kind jetzt impfen lassen? Was Kinderärzte raten

Auch wenn die Stiko noch keine Empfehlung abgegeben hat, lassen etliche Eltern in der Region ihre Kinder im Alter zwischen fünf und einschließlich elf Jahren schon impfen.
Foto: Lauritz Afflerbach, stock.adobe.com (Symbolbild)

Der Impfstoff von Biontech ist auch für Fünf- bis Elfjährige zugelassen. Eine Empfehlung der Stiko fehlt noch. Erfahrene Kinderärzte haben Rat für Eltern.

Ihre fünfjährige Tochter soll unbedingt geimpft sein, bevor sie Covid-19 bekommt. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich infiziert, steige aktuell ja massiv, erzählt eine 40-jährige Mutter, die daher seit Längerem versucht, einen Impftermin für ihr Kind zu ergattern – bisher vergeblich. Ihr Mann und sie sind dreimal geimpft, denn sie nehmen Corona sehr ernst. Auch wenn das Risiko, dass ihre Tochter schwer erkrankt, gering sei, „immer wieder hört man von Fällen, in denen auch Kinder auf die Intensivstation müssen und das will ich auf jeden Fall verhindern“. Aber es gibt noch einen zweiten wichtigen Grund für die Mutter: Sie hat gemerkt, dass ihre Tochter psychisch unter all den Einschränkungen sehr leidet.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat den Impfstoff von Biontech/Pfizer auch für Fünf- bis Elfjährige zugelassen. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es aber noch nicht. Sie wird in den nächsten Tagen erwartet. Professor Michael Frühwald, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Augsburg, erwartet keine allgemeine Empfehlung. Der erfahrene Mediziner geht davon aus, dass die Stiko zunächst nur für vorerkrankte Kinder eine Empfehlung ausspricht, wie das bei Kindern ab zwölf der Fall war.

Omikron kann zu schwereren Verläufen bei Kleinkindern führen

Damit müssen nun Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind impfen lassen. Würde also Frühwald sein fünfjähriges Kind impfen lassen? „Ja, das würde ich, weil ich in letzter Zeit sehe, dass sich die Schäden bei den Kindern häufen. Und weil ich heute erfahren habe, dass gerade die neue Coronavirus-Variante Omikron zu schwereren akuten Verläufen bei Kleinkindern führen kann.“ Er sagt aber gleich dazu, dass er gehofft habe, dass wir die Kinder von einer flächendeckenden Impfung verschonen können. „Doch dafür hätten sich alle Erwachsenen impfen lassen müssen, und das ist leider nicht geschehen. Der Solidaritätsgedanke ist in unserer Gesellschaft erschreckend gering.“

Doch viele Eltern sind verunsichert. Macht es für viele doch einen Unterschied, ob ein Erwachsener einen relativ neuen Impfstoff erhält oder ein sich in der Entwicklung befindliches Kind. Wie sicher ist also der Impfstoff für Kinder, gibt es überhaupt genügend Daten dazu? „Es gibt eine sehr gute Zulassungsstudie von Pfizer, die knapp 2500 Patienten zählte und die gezeigt hat, dass die Nebenwirkungsrate bei den Fünf- bis Zwölfjährigen nicht höher war als bei den Zwölf- bis 16-Jährigen“, erklärt Frühwald. Auch seien bei den Kleinen noch wesentlich seltener Herzmuskelentzündungen als Nebenwirkung beobachtet worden als bei den über Zwölfjährigen.

 

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Und wie schätzt der Arzt die Sorge um Spätfolgen ein? Diese Angst rührt seines Erachtens daher, dass viele immer noch nicht die Wirkungsweise des mRNA-Impfstoffs verstanden haben: „Leider glauben noch immer viele Menschen, dass wir den Bauplan des Körpers durch die mRNA verändern, aber das ist überhaupt nicht der Fall.“ Gespritzt werde eine mRNA, die lediglich eine wichtige Information, nämlich den Bauplan des für das Coronavirus speziellen Spikeproteins an die Zellen weitergibt und danach sofort wieder abgebaut wird. Der Körper kann dann mit der Entwicklung von Antikörpern beginnen. Ein Prozess, der ständig im Körper stattfinde. „Daher habe ich überhaupt gar keine Angst, dass Langzeitschäden entstehen.“ Was die Impfung akut auslösen kann, sind übliche Impfreaktionen wie Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen. „Kinder können nach der Impfung zwei, drei Tage im Bett liegen müssen, das vergeht in aller Regel aber wieder.“

Auch Kinder und Jugendliche können an Long Covid erkranken

Viel mehr Sorgen macht sich Frühwald, dass immer mehr junge schwer kranke Patienten jetzt in der vierten Welle ins Klinikum kommen: Momentan liege zum Beispiel eine 17-Jährige auf der Krankenstation, die bei einer akuten Covid-Infektion eine schwere Lungenentzündung hat. Gut, sie sei etwas übergewichtig, aber das sind viele in der Pubertät. Im Zimmer neben ihr liege eine 14-Jährige, die vor drei Wochen an Covid erkrankt war und nun Herzrhythmusstörungen und eine schwere Herzmuskelentzündung hat. Und zwei Zimmer weiter liege ein 13-Jähriger: Ein sportlicher Junge, der sich vor zwei Monaten infizierte und seitdem Schmerzen in der Brust hat, Gedächtnisstörungen und andere typische Long-Covid-Symptome. „Der Junge kann sich in der Schule nicht mehr das merken, was er vor Kurzem gehört hat. Er sagt von sich selbst: Ich weiß nicht mehr, wer ich bin. Ich kenne mich nicht mehr.“ Und gerade vor dem Hintergrund, dass Kinder eben auch an Long-Covid oder an dem Autoimmunsyndrom PIMS erkranken können, spricht sich Frühwald für eine Impfung aus.

Nicht zu unterschätzen sind für ihn vor allem auch die unwägbaren und massiven psychischen Schäden. Sie sind seiner Einschätzung nach nicht nur durch den Lockdown bedingt. „Kinder leiden ganz massiv an der Perspektivlosigkeit, an der Spaltung und den Streitereien in den Familien.“ Nicht selten sind sich beispielsweise Eltern nicht einig, der eine ist für eine Impfung, der andere dagegen. „Das alles macht die Kinder mürbe und krank.“ Für Frühwald steht fest: „Da wir es jetzt zulassen, dass die Kinder alle erkranken – die Inzidenz bei Kindern ist ja zum Teil bei 2000, das ist ja eine Katastrophe –, weil wir es einfach laufen lassen, müssen wir die Kinder auch impfen.“ Wütend macht ihn in diesem Zusammenhang die nun angekündigte Impfpflicht nur für Pflegekräfte, aber beispielsweise nicht für Lehrer oder Erzieher. Aus seiner Sicht kann eine Impfpflicht nur für alle gelten.

Und würde Frühwald eine generelle Empfehlung der Stiko für Kinder von fünf bis zwölf Jahren abwarten? „Nein, das würde ich nicht.“

Augsburger Kinderarzt warnt vor psychosozialen Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche

Das machen auch viele Eltern nicht. Dr. Christian Voigt, der Sprecher der Kinderärztinnen und Kinderärzte für Augsburg und Nordschwaben, impft bereits Kinder ab fünf Jahre. Er bietet sogenannte „Off-Label“-Kinderimpfungen an, das heißt die jungen Patienten erhalten nur ein Drittel der Dosis des Biontech-Impfstoffs für Erwachsene. „Es ist eine hohe Nachfrage da“, sagte er. Voigt sieht überhaupt keine Probleme mit dem Impfstoff, bedauert es aber wie Frühwald sehr, dass sich nicht mehr Erwachsene impfen lassen. „Ich bin immer wieder entsetzt, wie wenig Vertrauen in die Wissenschaft, wie wenig Vertrauen in die Ärzte herrscht.“

Doch es gibt natürlich auch die anderen, die Eltern, die selbst geimpft sind und so früh wie möglich auch ihren Nachwuchs schützen wollen. Zwei Gründe seien es immer wieder, warum Eltern ihre Kinder impfen lassen: Vor allem wollen sie die sozialen Folgen dieser Pandemie abmildern. Sprich, ihr Kind soll weiter in den Kindergarten, in den Sportverein gehen und sich mit Freunden treffen können. Als zweiter Grund tauche immer wieder auf, dass kranke oder geschwächte Personen im Familienhaushalt leben.

Gerade die Angst vor den sozialen Folgen kann Voigt sehr gut nachvollziehen: „Denn es ist für uns Kinder- und Jugendärzte eine Katastrophe mitansehen zu müssen, welch gravierende psychosoziale Folgen diese Pandemie für Kinder und Jugendliche hat.“ Vor allem um Kinder, die in prekären Familienverhältnissen aufwachsen, macht sich Voigt große Sorgen. Denn was er und seine Kollegen und Kolleginnen schon seit Sommer registrieren: „Die einen Kinder nehmen massiv zu, die anderen magern weiter ab. Es ist teilweise gruselig mitanzusehen, wie sich Kinder binnen eines halben Jahres verändern.“ Die Pandemie führe aber nicht nur zu Essstörungen, sondern auch zu einem ungesunden Abgleiten in Medienwelten. „Da sind langfristige Schäden programmiert, mit denen werden wir noch viele Jahre zu tun haben“, warnt Voigt.

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06.12.2021

@ Marta D.
Ja genau!
Dass Pandemrix bei den Trägern einer bestimmten Gensequenz als sehr seltene Nebenwirkung Narkolepsie auslösen kann wurde nicht bei den Tests festgestellt (in Deutschland, das ja auch vermehrt betroffen war, tritt Narkolepsie bei 26-50 Erwachsenen pro 100.000 Menschen auf, nach der Impfung waren es 0,6 bis 1 mehr) sondern erst nach der Anwendung in ausreichend großer Menge - dank dem Meldewesen in Deutschland und dem Rest der EU wo jede gemeldete Impfreaktion erfasst wird.

Und um wieder auf Corona zurückzukommen: Pandremix wurde in der EU 2009/2010 31 MiIllionen Mal verimpft - und wenige Wochen später wurde die Nebenwirkung festgestellt die ja bereits innerhalb der ersten 1-2 Wochen nach der Impfung auftrat - und hier wieder der Hinweis: es liegt in der Natur der Sache dass Nebenwirkungen von Impfungen zum allergrößten Teil zeitnah innerhalb der ersten 14 Tage auftreten, spätestens innerhalb von 6 Wochen.
Von den Covidimpfstoffen wurden bisher weltweit 8,21 Milliarden verimpft - und jede gemeldete Impfnebenwirkung und -reaktion findet sich in den Datenbanken der Gesundheitsbehörden.

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06.12.2021

Bei Kindern ja nun mal deutlich weniger. Da ist die Datenlage noch nicht so überzeugend - das sage im Übrigen nicht (nur) ich, sondern jemand, der sich da bedeutend besser auskennt als wir beide zusammen!
"Die aktuellen Publikationen zeigten, dass Aussagen über Langzeitschäden kaum möglich seien."
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stiko-chef-mertens-wuerde-eigenes-kind-nicht-gegen-corona-impfen-lassen-100.html

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06.12.2021

@FASSNACHT.
"Aber das Wichtigste: Dank des Conterganskandals kann man so sicher sein bezüglich der Impfung denn es führte (neben der Einrichtung des Bundesministerium für Gesundheitswesen) dazu dass das Meldewesen für unerwünschte Arzeinmittelwirkungen/"Nebenwirkungen" reformiert wurde."
...so sicher, wie man sich auch bei der SchweinegrippeImpfung mit Pandemrix war?

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06.12.2021

@Marta D.
Der Totimpfstoff Pandemrix wurde bei weiten nicht so oft verimpft wie jetzt die Covid19-Impfstoffe. Trotzdem ist diese Nebenwirkung dann doch schnell bekannt geworden.

"Auch die Influenza selbst sollte dazu in der Lage sein, da das Nukleopeptid ja ein normaler Bestandteil des Influenza-Virus ist. Hierfür gibt es tatsächlich Hinweise. So wurde nach der Spanischen Grippe 1918-20 von Ärzten über eine Häufung von „Schlafkrankheiten“ als einer Variante der „Encephalitis lethargica“ berichtet. Auch in China kam es zwischen 1996 und 2008 nach den Grippewellen jeweils zu einem Anstieg der Narkolepsie-Diagnosen. In anderen Ländern wurde dies bisher nicht beobachtet. Steinman bringt dies mit der hohen Bevölkerungsdichte in einigen chinesischen Städten in Verbindung."
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63356/Grippeimpfung-Wie-Pandemrix-eine-Narkolepsie-ausloest


„Was die Sache zusätzlich kompliziert macht, ist, dass es Berichte aus China gibt, nach denen sich in der Grippesaison Fälle von Narkolepsie häufen. Und es gibt eine Reihe von Studien, die dafür sprechen, dass Grippeviren Narkolepsie auslösen können. Das bedeutet nicht, dass es nicht doch der Impfstoff war, der diese Schlafkrankheit bei manchen Menschen verursacht hat. Doch es zeigt, dass es eben extrem schwierig ist, solche Nebenwirkungen aufzudecken.“
https://www.deutschlandfunk.de/schweinegrippe-narkolepsie-als-seltene-nebenwirkung-der-100.html

Das Schweinegrippe-Virus ähnelt an einer Stelle dem körpereigenen Wachmacher Orexin. Es wird davon ausgegangen, dass das Immunsystem das Orexin angreift. Die Narkolepsie unter Kindern trat in den – auch nördlicher gelegenen – Ländern gehäuft auf, in denen die Schweinegrippe bereits ausgebrochen war, als die Impfungen durchgeführt wurden. Die zuvor vermutete Autoimmunreaktion auf Orexin-produzierende Zellen im Gehirn konnte noch nicht bewiesen werden.[56]

Eine Studie der Stanford University School of Medicine in Palo Alto weist darauf hin, dass die Antikörper der Pandemrix-Impfung nicht gegen das Orexin-Hormon an sich gerichtet sind, sondern gegen einen seiner Rezeptoren. Damit eine Narkolepsie entsteht, müssen die Antikörper zudem die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Dafür ist eine sekundäre Erkrankung Voraussetzung. Diese muss aber nicht zwingend mit der Impfung zusammenfallen. Der Umstand, dass Narkolepsien ausschließlich nach Pandemrix-Impfungen aufgetreten sind, wird mit der stärkeren Immunantwort von Pandemrix begründet. Pandemrix enthält deutlich höhere Konzentrationen des Nukleopeptids als andere Influenza-Vakzine. Unklar bleibt, warum ausschließlich Personen mit der HLA-Variante DQB1*06:02 von einer Narkolepsie betroffen sind. Die Interpretation der Studie lässt die Möglichkeit offen, dass auch die natürliche Immunantwort auf das Influenza-Virus eine Narkolepsie auslösen kann.[57] Daten aus Peking[58] und Taiwan[59] unterstützen diese Schlussfolgerung: Offenbar kann eine H1N1-Infektion Narkolepsie bei Kindern oder jungen Erwachsenen auslösen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schweinegrippe-Impfung#Narkolepsie

Auch ist diese Nebenwirkung extrem selten. Das Risiko nach einer Schweinegrippe diese Nebenwirkung zu bekjommen, dürfte mindestens genauso hoch sein.

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05.12.2021

Ich würde es mir schwer überlegen wenn ich noch Kinder im entsprechenden Alter hätte.

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05.12.2021

>> Nicht zu unterschätzen sind für ihn vor allem auch die unwägbaren und massiven psychischen Schäden. Sie sind seiner Einschätzung nach nicht nur durch den Lockdown bedingt. „Kinder leiden ganz massiv an der Perspektivlosigkeit, an der Spaltung und den Streitereien in den Familien.“ <<

Das Problem kann man nicht wegimpfen. Das Leben geht hinsichtlich dieser Aspekte mit Impfung weiter wie ohne Impfung. Schullandheim und Skilager sind wohl als Erlebnis im Leben weg.

>> Und weil ich heute erfahren habe, dass gerade die neue Coronavirus-Variante Omikron zu schwereren akuten Verläufen bei Kleinkindern führen kann. <<

Für Kleinkinder ist aktuell keine Impfung absehbar.

>> Gut, sie sei etwas übergewichtig, aber das sind viele in der Pubertät. <<

Eigentlich sind das nicht "viele".

>> Auch wenn das Risiko, dass ihre Tochter schwer erkrankt, gering sei, „immer wieder hört man von Fällen, in denen auch Kinder auf die Intensivstation müssen und das will ich auf jeden Fall verhindern“ <<

Das sind bundesweit sehr wenige Fälle - sehr unwahrscheinlich persönlich einen solchen Fall zu kennen. Immer wieder davon persönlich zu hören ist unmöglich. Die x-fache Menge an Kindern kämpft mit Krebs oder anderen gruseligen Krankheiten. Auch die im Artikel genannten Fälle sind schwerwiegend aber keine Intensivfälle.

https://www.zusammengegencorona.de/impfen/familien/corona-schutzimpfung-ab-12-jahren-welche-kinder-sich-impfen-lassen-sollten/

>> Nur etwa ein Prozent der Kinder und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren, die an COVID-19 erkranken, muss ins Krankenhaus. Auch Todesfälle traten bisher vereinzelt und nur bei Kindern und Jugendlichen mit schweren Vorerkrankungen auf. <<

Darum ist auch die Konzentration des Impfstoffs auf Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Menschen ab 50 sinnvoll. Wer unbedingt will, kann sich auch mit 40 Jahren 3-fach impfen lassen - er soll sich dabei nicht zu großartig vorkommen. Das tut man für sich selbst und bei der aktuellen Impfquote nicht für die Gemeinschaft. Das ist Corona - ich hole mir Mitte 50 am Dienstag die 3. Impfung weil ich einfach schneller, härter und leistungsfähiger wie andere bin ;-)

Allein diese Propagandamaschine hält mich aktuell ziemlich stabil davon fern, die Impfung meiner 11/13 Jahre alten Söhnen näher zu erwägen.

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05.12.2021

Danke, guter Kommentar. Kann ich nur zustimmen.

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05.12.2021

Ihr Kommentar ist etwa zynisch. Inhaltlich stimme ich Ihnen voll zu.

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05.12.2021

Zu den etwas übergewichtigen Kindern in der Pupertät: Doch, es sind "viele" denn es ist häufig so dass man in der Pupertät zunimmt da der Grundumsatz (der "Verbrauch") um ca. ein Viertel sinkt im Vergleich vor der Pupertät. Ca. 17% der Kinder (zwischen 3 und 17) in Deutschland sind übergewichtig, davon fast die Hälfte fettleibig(!).

Und zu "Das tut man für sich selbst und bei der aktuellen Impfquote nicht für die Gemeinschaft": Das ist leider nur sehr kurz gedacht, denn das Problem ist ja nicht nur "Werde ich selbst (schwer) krank?" sondern auch "Stecke ich jemanden an?" - und in (je nach Studie 80-85%) der Fälle ist es ein Ungeimpfter der jemanden ansteckt. Ein Grund dafür ist u. a. dass selbst erkrankte Geimpfte sehr viel kürzer und deutlich weniger lang ansteckend sind als Ungeimpfte - und mit jeder Infektion - und deren Länge - steigt auch die Gefahr einer Mutation.
Daher dient jede Impfung der Gemeinschaft - bei den Jungen womöglich noch mehr als ihnen selbst!

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05.12.2021

Die armen Kinder, wenn nicht geimpft dann lernen sie gleich wie es sich als angeblich schlechterer Mensch so lebt.
Wenn Erwachsene dann ein 6 Jähriges Kind anpöbeln weil sie ihren 7€ Cappuccino nicht am Rathausplatz trinken dürfen.

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05.12.2021

Ich bin über 60 prima geimpft und kenne noch die Auswirkungen von Contergan. Da wurde auch alles richtig gemacht und trotzdem gab es unvorhergesehene Dinge. Daher sehe ich das Impfen von Kindern kritisch.
Wenn alle über 40 sich impfen lassen werden die Intensivstationen entlastet und der Druck lässt nach.
Dann ist noch zu klären: ist das Risiko für Kinder durch Impfen höher oder durch eine Coronaerkrankung. Dabei ist zu Bedenken, dass vermutlich bald ein Medikament für einen milden Verlauf einer Coronaerkrankung kommen könnte.
Fazit: Alle älteren sollen sich gefälligst sofort impfen lassen!

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05.12.2021

Ihr Fazit kann ich voll und ganz unterstützen!

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05.12.2021

Der Meinung bin ich auch, will schließlich auch mal was von meiner Rente haben.

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05.12.2021

Johann, Martin, ich kann mich Ihren Ausführungen nur anschließen. Das waren auch meine Gedanken mit dem Medikament von Grünenthal. Es gibt leider immer wieder Medikamente, die sich im Nachhinein als nicht unproblematisch herausstellen. Für sich selbst die Wahl zur Impfung zu treffen ist das eine, die für jemand anderes, für den man die Verantwortung trägt und ggf. in der Zukunft sich für eine Fehlentscheidung rechtfertigen muss, ist das aber etwas anderes.

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05.12.2021

Contergan mit der Covidimpfung zu vergleichen ist wie Äpfel mit... ich weiß nicht... einer Zirbelnuß!?!
Ein Medikament kann zu Langzeitfolgen führen - im Gegensatz zu einer Impfung, Thalidomid wurde nicht ausreichend (am Mensch und an trächtigen Nagetieren) getestet etc.

Aber das Wichtigste: Dank des Conterganskandals kann man so sicher sein bezüglich der Impfung denn es führte (neben der Einrichtung des Bundesministerium für Gesundheitswesen) dazu dass das Meldewesen für unerwünschte Arzeinmittelwirkungen/"Nebenwirkungen" reformiert wurde.

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05.12.2021

Wer liegt denn derzeit auf der Intensiv? Kinder oder Erwachsene?

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05.12.2021

In der Mehrzahl blockieren ungeimpfte Erwachsene unnötig die Intensivbetten.

Das erkrankte Kinder aktuell häufig nicht auf der Intensivstation liegen ist kein sonderlich guter Grund Kinder nicht zu impfen. Wenn das ein Kriterium wäre, dann könnte man eine ganze Reihe von Standardimpfungen bei Kindern abschaffen.

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05.12.2021

Es geht nicht um die Standartimpfungen. Es geht um Covid. Da sollte man den Impfstoff und die Impfkapazitäten auf die Erwachsenen ab 30 und Risikogruppen einsetzen.

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05.12.2021

@Harald V.
Warum? Ü30 hatte genug Zeit sich zu impfen. Wer jetzt noch mehr als den Booster braucht hat seine Wahl getroffen. Wer den Booster bekommt ist zweifach geimpft und hat im Vergleich zu den Kindern und Jugendlichen bereits einen guten Schutz.

Geimpft wird bei den Kinderärzten, die in aller Regel keine Erwachsenen impfen.

Kinder und Jugendliche haben für Ü30 einiges auf sich genommen und die Gesellschaft hat es trotz ausreichender Zeit nicht vermocht eine ausreichende Durchimpfung zu erreichen um diese Bevölkerungsgruppe im Mindestmaß mit zu schützen. Sie hat es auch nicht geschafft, sich mit vorausschauenden Maßnahmen auf die offensichtlich bevorstehende 4. Welle vorzubereiten, sondern lieber über einen freedom day und das Ende der Pandemie philosophiert.

Wenn Kinder und Jugendlichen sich jetzt, wo es möglich ist, impfen lassen wollen, dann haben sie jedes Recht dazu. Und zwar ohne Rücksicht auf andere Gesellschaftsgruppen oder einen Pandemieverlauf, denn sie nicht zu verantworten haben.

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06.12.2021

@Martin M-
ja, es hatte jeder Erwachsener genug Zeit und Möglichkeiten im Sommer sich impfen zu lassen. Deshalb auch Null Mitleid für diejenigen, die jetzt stundenlang in der Kälte stehen um eine Impfung zu bekommen. Im Sommer wär es schneller und mit Bratwurst gegangen. ;-)
Die Politik hat es leider versäumt ab September mit dem Boostern anzufangen.

Bei Kindern sehe ich persönlich es so, dass das Risiko durch Covid19 als eher gering an. Da halte ich zur Entlastung der Situation die Impfung der Ü30 für wichtiger. Notfalls mit einer Impfpflicht. Schließlich belegen die Erwachsenen die Intensivstationen und nur sehr selten Kinder. Dann könnte man in Schulen auf Masken verzichten und auch Vereinssport bei Kindern und Jugendlichen wieder durchführen. Das halte ich persönlich für wichtiger als eine Impfung bei Kindern, die das Risiko im Gegensatz zu Erwachsenen ab 30 Jahren in meinen Augen nicht wirklich minimiert bzw. das minimale Risiko durch Impfschäden das minimale Risiko durch Covid19 nicht aufwiegt.
Wobei es jeden Eltern natürlich frei stehen sollten, ihre Kinder impfen zu lassen.

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05.12.2021

Herr Mertens (STIKO) sagt: „ich würde meine Tochter jetzt nicht impfen lassen“ … das gesundheitliche Risiko sei zu hoch in Abwägung zum Nutzen.

Aber was weiß schon die STIKO, wenn wir ein paar hysterische Mütter haben.
Ist wie beim Fußball, da wird jeder während det WM zum Bundestrainer.

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05.12.2021

Die Impfkommission hat aber die Impfung empfohlen .

Insofern muß zu fragen sein , ob der Herr Vorsitzende der Kom. auf dem richtigen -gutbezahlten- Posten sitzt- wenn er seine Privatmeinung am srlben tag veröffentlicht wie die offizielle positive Empfehlung der Kom.

Überhaupt hat sich gerade diese "StiKo" in der Pandamie ähnlich viel und oft vergaloppiert wie die von den Chinesen beherrschte und instrumentalisierte WHO. !

Zuerst wurden dir guten Impfstoffe für die falschen Altersgruppen empfohlen , dannwieder andersherum . Dann wurde die notwendige Impfpflicht als "nicht notwendig in dieser Pandemie" beschrieben , dann wurden falsche Impfgruppenpfehlungen herausgegeben .
Zu Anfang wurden die Schutzmasken als nicht notwendig und wenig hilfreich abgetan , später dann ohne Entschuldigung(!) für die vorherige Falschmeinungsverbreitung stillschweigend empfohlen usw.

Diese offenbar recht halbseidene "Kommission" ist in Teilen auch stark mitschuldig an dem ganzen Querteibertum , den Verschwörungstheorien und den ganzen wirren Durcheinander in dieser Pandemie !!

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05.12.2021

@Maria T.

Die STIKO und auch Herr Mertens arbeiten ehrenamtlich.

Und aus meiner Sicht hat Herr Mertens vollkommen Recht.

Wenn ich hier lese, dass 40jährige bereits geboostert sind, dann ist die Einstellung, dass auch das Kind U12 geimpft werden soll, schon vorgegeben.

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05.12.2021

Also dem Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an einem Uniklinikum würde ich mehr vertrauen, als einem pensionierten Virologen, der nie ein Kind behandelt hat. Aber wahscheinlich bin ich ebenso wie der hier zitierte Experte einfach nur hysterisch.

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05.12.2021

Liebe Maria,

hat die STIKO den nicht nur für die Erwachsenen und die über 12 Jährigen eine Empfehlung getroffen. Da muss man schon unterscheiden.

Wurde seitens des PEI nicht kürzlich die Empfehlung für Moderna bei unter 40 Jährigen wegen nachträglich bekannt gewordenen Nebenwirkungen zurück genommen?

Der Herr Mertens und der Rest der Stiko dürften qualifizierter sein als irgendwelche profilierungssüchtigen Politiker oder Erna vom Sofa.

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05.12.2021

@Maria T.
Die Stiko wird von der Politik (teils kräftig) unter Druck gesetzt, weshalb sie mit ihren Empfehlungen öfters "hin und her rudert" und "ins Schlingern" gerät und diese dann auch teils widerruft.
https://www.tagesschau.de/inland/stiko-corona-impfungen-101.html
Weitere Quellen hierzu finden Sie im www.

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05.12.2021

@Karina H.
@Andreas B.
Was hat der Arzt hier gesagt. Wenn die Erwachsenen sich impfen lassen würden, dann wäre es bei Kindern kein Thema.
Es liegt an den Erwachsenen, den Kindern die Impfung zu ersparen.

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05.12.2021

Wer kein schwerkrankes Kind zu Hause hat sollte prüfen, ob etwas abwarten nicht besser wäre.

Ich zitiere aus dem Artikel:
"„Es gibt eine sehr gute Zulassungsstudie von Pfizer, die knapp 2500 Patienten zählte und die gezeigt hat, dass die Nebenwirkungsrate bei den Fünf- bis Zwölfjährigen nicht höher war als bei den Zwölf- bis 16-Jährigen“, erklärt Frühwald. Auch seien bei den Kleinen noch wesentlich seltener Herzmuskelentzündungen als Nebenwirkung beobachtet worden als bei den über Zwölfjährigen."

Dem ist zu entnehmen, daß bei der sehr kleinen Testgruppe von 2500 wohl mehrere Herzmuskel Entzündungen auftraten. Es gibt praktisch kaum ausreichend Erfahrungen.

Solange die Stiko keine Empfehlung gibt, würde ich abwarten.

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05.12.2021

Die Sache ist aber doch dass eine Hermuskelentzündung schlichtweg ein Risiko nach einer Erkältung ist!
Nicht umsonst warnen Ärzte davor nach einer Erkältung zu früh wieder mit dem Sport anzufangen und wohl jede verantwortungsvolle Kinderärztin weist Eltern darauf hin dass eine Erkältung, ebenso wie auch bei Erwachsenen, ordentlich auskuriert gehört. Das es dazu nach einer Corona-Impfung kommen kann, ebenso wie nach einer Grippeimpfung, ist keine überraschene Nebenwirkung , damit war zu rechnen - und im Umkehrschluss geht natürlich eine Covidinfektion mit einem Risiko für den Herzmuskel einher.

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