In diesen alten Wirtshäusern in der Region können Sie heutzutage noch essen
Sie sind seit Jahrhunderten Anlaufstelle für Einheimische und berühmte Persönlichkeiten: Diese fünf Gaststätten in der Region haben Geschichte – und bis heute kann man dort essen.
Der Gasthof Adler hat eine lange Geschichte in Bad Wörishofen, die sogar bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Dieses Foto stammt aus den 1960er-Jahren.Foto: Helmut Bader (Archivbild)
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text zählt bei unseren Leserinnen und Lesern zu den beliebtesten Stücken und wird deshalb immer wieder ausgespielt.
Bayerisch-Schwaben ist reich an alten Mauern, Kirchen und Schlössern, die zum Teil viele Jahrhunderte auf dem Buckel haben. Doch auch die Wirtshauskultur hat eine lange Tradition in der Region. Manche Gasthäuser von Ries bis Unterallgäu sind seit Jahrhunderten in Betrieb. Wir stellen Ihnen einige davon vor.
Übrigens: Laut dem Guinessbuch der Rekorde steht das älteste Wirtshaus der Welt in Eilsbrunn in der Oberpfalz. Seit 1658 wird die Gaststätte Röhl von der gleichnamigen Familie betrieben, inzwischen in elfter Generation. Für einen Familienbetrieb wohl wirklich ein Rekord - doch in unserer Liste befinden sich Wirtshäuser, die es noch viel länger gibt – wenn auch unter wechselnden Besitzern.
1644, also während des Dreißigjährigen Krieges, übernahm Wolfgang Scharpf den Gasthof und erweiterte das Anwesen zu einer Art Gutshof. 1671 wurden dem „oberen Wirth“ reale Rechte verliehen – im Gasthof durfte nun Branntwein hergestellt, gebacken und Lebensmittel verkauft werden, außerdem gehörte dazu das Braurecht.
1870/71 schließlich erhielt der Gasthof seinen bis heute erhaltenen Namen „Adler“. Aus dieser Zeit stammt auch das Wirtshausschild. Seit 1953 befindet sich der Adler im Besitz der Familie Trommer. Die Karte ist umfangreich und reicht von schwäbischen Spezialitäten wie Kässpätzle oder Leberkäs über diverse Sorten Steak und Fisch bis hin zu Hawaiitoast und dreierlei Knödeln.
Der Gasthof Bauerntanz ist das älteste Wirtshaus Augsburgs.Foto: Julia Greif (Archivbild)
Im Laufe der Geschichte sollen zahlreiche Berühmtheiten im Bauerntanz gespeist haben: Johann Wolfgang von Goethe war dort wohl ebenso zu Gast wie Wolfgang Amadeus Mozart und Rudolf Diesel. Ob Mozart hier wohl über einem Teller Kässpätzle die Melodie zu „eine kleine Nachtmusik“ ersann?
Hotel Gasthof zum Goldenen Lamm in Harburg
Bereits von 1591 gib es Hinweise auf eine Lammbrauerei in Harburg, die im Besitz von Marx Durner gewesen sein soll. Folgt man der Chronik auf der Website des Goldenen Lamms, wechselte in den kommenden Jahrzehnten der Betreiber häufig. Etwa 1707 wurde vermutlich der Name „Lammwirtschaft“ erstmals erwähnt.
1790 erwarb Matthaus Bergmüller das Haus, welches 1758 unter Caspar Wagner die Konzession zum Betrieb einer Gastwirtschaft und Brauerei verloren hatte. Erst 1835 erhielt Jakob Bergmüller eine neue Konzession. Bis heute ist das Goldene Lamm im Besitz der Nachfahren der Familie Bergmüller und wird aktuell von Jutta und Christoph Schröppel und deren Söhnen betrieben. Auf der Karte stehen etwa Rumpsteak, Kalbsrahmbraten oder Zanderfilet.
1660 wurde der Landgasthof Grüner Kranz in Großaitingen erstmals als Gastwirtschaft, Brauerei, Branntweinbrennerei, Bäckerei und Metzgerei erwähnt. Hier konnten sich die Großaitinger also mit allem eindecken, was sie so brauchten.
Die alte Roggenschenke in Roggenburg im Landkreis Neu-Ulm wurde 1670 als Gästehaus des damaligen Reichsstiftes Roggenburg gebaut und seither durchgängig als Gasthaus genutzt. Berühmte Komponisten kehrten hier wohl noch nicht ein – dafür aber berühmte Räuber. Matthias Klostermayr, der Bayrische Hiasl, soll es sich 1769 in der Roggenschenke schmecken lassen haben.
In der Alten Roggenschenke war schon ein waschechter Räuber zu Besuch.Foto: mde (Archivbild)
Heute gibt es dort gut bürgerliche Küche wie Maultaschen, Linsen mit Spätzle oder Cordon Bleu, auch einige vegetarische und vegane Speisen sind im Angebot.
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